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Der Zeigarnik-Effekt: Wie ihr einen psychologischen Trick nutzen könnt, um effektiver zu arbeiten

Jeder kennt es: Die Lieblingsserie läuft abends im Fernsehen. Nach und nach baut sich Spannung auf. Der Hauptcharakter wird immer weiter in die Enge getrieben. Es kommt zum Showdown. Fortsetzung folgt.

Der Cliffhänger wird im TV-Geschäft gerne dazu genutzt, um die Zuschauer dazu zu bringen, wieder einzuschalten. Gleichzeitig ist er einer der prominentesten Beispiele des Zeigarnik-Effekts. Dieser beschreibt, dass Unerledigtes eher im Kopf bleibt als Erledigtes. Ist eine Aufgabe erst einmal abgearbeitet, löst sich die Erinnerung schnell auf. Dieser Effekt lässt sich bewusst gut nutzen. Es gibt aber auch zahlreiche Studien, die zeigen, dass unerledigte Aufgaben zu Stress und innere Unruhe führen können.

Seinen Namen hat das Phänomen von der russischen Psychologin Bljuma Zeigarnik. Diese beobachtete in den 1920er Jahren als erste dieses Phänomen. Ihr fiel auf, dass sich ein Kellner, der eine große Zahl an Bestellungen aufgenommen hatte, sich diese problemlos merken konnte. Hatte er die Kunden allerdings abkassiert, wusste er nicht einmal mehr, ob sie nur etwas getrunken oder auch etwas gegessen hatten.

Die Beobachtung ließ Zeigarnik nicht mehr los, so dass sie diese schließlich im Jahr 1927 in einem Experiment an der Berliner Humboldt-Universität untersuchte. Dafür ließ sie 164 Teilnehmende verschiedene Aufgaben bearbeiten – darunter handwerkliche, wie töpfern oder basteln, aber auch mathematische.

Einen Teil der Aufgaben durften die Probanden beenden, die anderen wurden unterbrochen. Ein späterer Test bestätigte, dass die Teilnehmenden, die Aufgaben, die sie nicht zu Ende gebracht hatten, deutlich besser erinnerten als die abgeschlossenen. Zeigarnik konnte damit zeigen, dass das Gehirn eines Menschen für eine begonnene Herausforderung einen gewissen Grad an Aufmerksamkeit zur Verfügung stellt, der mit dem Beenden wieder abnimmt.

Das bedeutet: Solange eine Herausforderung besteht, baut sich geistige Spannung auf. Diese ebbt erst ab, sobald die Aufgabe beendet wird. Ist sie dies nicht, bleibt die Spannung bestehen. Richtig eingesetzt, lassen sich aus dem Effekt gerade im Arbeitsleben mehrere Vorteile ziehen. Das Portal lernen.net hat hierzu eine Liste erstellt.

Einfach anfangen: Aller Anfang ist schwer. Hat man sich aber einmal überwunden, ist die Motivation da, eine Aufgabe auch zum Ende zu bringen.

Mittendrin aufhören: Wer eine Pause bei der Arbeit machen will, der sollte mitten in einer Aufgabe aufhören. Und nicht, wenn er einen Teil fertig abgeschlossen hat. So erinnert er sich nämlich besser daran, wo er stehen geblieben ist – und kommt so wieder besser in den Workflow. Der berühmte Schriftsteller Ernest Hemingway etwa soll immer seine Arbeit mitten im Satz abgebrochen haben, wenn er eine Pause gemacht hat.

To-Do-Listen: Wer viele Aufgaben gleichzeitig zu erledigen hat, dem helfen To-Do-Listen. Diese verschaffen einem nicht nur einen guten Überblick, laut dem Artikel auf lernen.net stellt das Aufschreiben der Aufgaben auch das Gehirn zufrieden, obwohl die Aufgabe noch gar nicht erledigt ist – und so weiß es, dass es einen nicht ständig daran erinnern muss.

Cliffhänger in Vorträgen: Wer einen Vortrag halten muss und möchte, dass sein Publikum aufmerksam bleibt, kann auch hier den Zeigarnik-Effekt für sich nutzen. Zum Beispiel, indem er zu Beginn des Vortrages seinen Zuhörern eine Aufgabe gibt, mit der Lösung aber bis zum Ende der Präsentation wartet.

Was wichtig ist: Wie bei vielen im Leben gilt auch hier, die Dosis macht das Gift. Den zu viele unerledigte Aufgaben machen die nützlichen Aspekte des Zeigarnik-Effekts schnell zunichte. In dem Artikel auf lernen.net empfiehlt die Redakteurin deshalb, statt auf Multitasking auf Singletasking zu setzen.

Bevor eine neue Aufgabe begonnen wird, sollte die vorausgegangen immer abgeschlossen sein. Ein „Getting-Things-Done“-Tag, an dem man alle noch offenen Aufgaben abschließt, sorgt für einen freien Kopf – und schafft Platz für kommende Herausforderungen.

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