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Zehn Ursachen für eine entzündete Bauchspeicheldrüse – und welche Anzeichen ihr kennen solltet

Rauchen und Alkoholkonsum sind zwei häufige Ursachen für Pankreatitis. - Copyright: Westend61/ Getty Images
Rauchen und Alkoholkonsum sind zwei häufige Ursachen für Pankreatitis. - Copyright: Westend61/ Getty Images

Die Bauchspeicheldrüse spielt eine wichtige Rolle bei der gesunden Verdauung. Sie stellt Enzyme her, die die Nahrung aufspalten, und produziert Insulin und Glukagon, die den Blutzucker regulieren. Entzündungen in der Bauchspeicheldrüse, die oft durch bestimmte Faktoren wie Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Infektionen verursacht werden, können jedoch zu einer ernsten Erkrankung wie Pankreatitis führen. Es gibt zwei Arten von Pankreatitis:

  • Die akute Bauchspeicheldrüsenentzündung ist die Hauptursache für Magen-Darm-bedingte Krankenhauseinweisungen. Die Symptome treten plötzlich auf und bessern sich in der Regel innerhalb einer Woche, doch in einigen Fällen kann es zu schweren Komplikationen kommen. Eine akute Pankreatitis kann in mehreren Schüben auftreten, insbesondere ohne Behandlung.

  • Die chronische Pankreatitis führt zu einer zunehmenden Schädigung der Bauchspeicheldrüse. Die Symptome können kommen und gehen, aber sie können über lange Zeiträume anhalten. Außerdem verschlimmern sie sich im Laufe der Zeit. Zur Behandlung eurer Symptome benötigt ihr eine kontinuierliche medizinische Versorgung.

Beide Arten der Bauchspeicheldrüsenentzündung können starke Bauchschmerzen verursachen und die Verdauung erschweren. Eine Pankreatitis kann ein Anzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs sein, aber auch eine Reihe anderer Ursachen haben. Lest weiter, um die Symptome der Pankreatitis sowie die häufigsten Ursachen für diese Erkrankung und deren Behandlung kennenzulernen.

Symptome einer Pankreatitis

Eine akute Pankreatitis beginnt in der Regel mit plötzlichen Schmerzen im Oberbauch. Ihr könnt auch Schmerzen in der Mitte eures Rückens verspüren, sagt Petros Benias, Leiter der Gastroenterologie am US-amerikanischen Lenox Hill Krankenhaus in New York City. Weitere Symptome sind:

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Empfindlicher Unterleib

  • Fieber

Die meisten Menschen erholen sich vollständig von einer leichten Pankreatitis. Schwere Fälle können jedoch schwerwiegende Komplikationen verursachen, darunter:

  • Nierenversagen

  • Probleme beim Atmen

  • Infektion der Bauchspeicheldrüse

  • Innere Blutungen

Die chronische Pankreatitis hingegen schreitet in der Regel langsam voran und ist daher oft schwer zu diagnostizieren. "Sie ist das Ergebnis vieler, oft schleichender Schübe der Bauchspeicheldrüsenentzündung, die in ihrer Gesamtheit zu einem Narbengewebe in der Bauchspeicheldrüse führen", sagt Benias. Die Symptome einer chronischen Pankreatitis können kommen und gehen. Wenn ihr Symptome habt, können diese folgende sein:

  • Schmerzen im Oberbauch

  • Schmerzen im Unterleib, die sich nach dem Essen verschlimmern

  • Gewichtsverlust

  • Fettiger, stinkender Stuhlgang

  • Übelkeit und Erbrechen

Hier sind die zehn häufigsten Ursachen für akute und chronische Pankreatitis.

1. Gallensteine

Gallensteine sind der häufigste Grund für eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung, die in bis zu 40 Prozent der Fälle auftritt. Gallensteine entstehen, wenn sich eure Gallenblase nicht vollständig entleert. Die Gallenblase speichert eine Flüssigkeit, die Galle, die bei der Fettverdauung hilft. Wenn ihr Fett esst, gibt die Gallenblase die Gallenflüssigkeit durch eine Röhre, den sogenannten Hauptgallengang, ab.

Wenn sich die Gallenblase jedoch nicht vollständig oder nicht oft genug entleert, sammelt sich die Galle in Form kristallisierter Steine, den sogenannten Gallensteinen. Diese Gallensteine können dann im Hauptgallengang oder im Bauchspeicheldrüsengang stecken bleiben und eine Verstopfung verursachen, die zu einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führt. Wenn Gallensteine eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) verursachen, könnt ihr Symptome wie diese bemerken:

  • Starke Unterleibsschmerzen auf der oberen linken Seite

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Fieber und Schüttelfrost

  • Gelbsucht oder Gelbfärbung der Haut und des Augapfels

  • Erhöhte Herzfrequenz und Kurzatmigkeit

  • Ein geschwollener Unterleib

Was ihr dagegen tun könnt: Manchmal verschwinden Gallensteine von selbst. Aber wenn nicht, können sie ernsthafte Komplikationen verursachen, sodass euer Arzt wahrscheinlich empfehlen wird, sie zu entfernen:

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP): Bei diesem Verfahren führt ein Gastroenterologe oder Chirurg einen Schlauch mit einer Kamera am Ende – ein sogenanntes Endoskop – von eurem Rachen bis zu eurem Gallengang ein. Mithilfe von Instrumenten, die durch das Endoskop geleitet werden, können Gallensteine entfernt und Verstopfungen beseitigt werden, indem man sogenannte Stents, also kleine hohle Röhren einsetzt, die den Gallengang offen halten.

Entfernung der Gallenblase: Euer Arzt kann euch auch empfehlen, eure Gallenblase zu entfernen, um die Bildung von Gallensteinen zu verhindern. Dies geschieht in der Regel durch eine sogenannte laparoskopische Operation, bei der der Chirurg mit einer winzigen Kamera und kleinen Werkzeugen die Gallenblase entfernt.

2. Alkohol

Starker Alkoholkonsum kann das Risiko, eine Pankreatitis zu entwickeln, stark erhöhen: Wenn ihr in der Vergangenheit eine Alkoholabhängigkeit hattet, ist das Risiko etwa viermal so hoch. Alkoholkonsum verursacht bis zu 40 Prozent der Fälle chronischer Pankreatitis und bis zu einem Drittel der Fälle akuter Pankreatitis.

Was ihr dagegen tun könnt: Wenn ihr einen Pankreatitis-Schub erleidet, kann euer Arzt euch empfehlen, keinen Alkohol mehr zu trinken. Wenn ihr mit dem Trinken aufhört, sinkt das Risiko für weitere Schübe und die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine chronische Pankreatitis entwickelt. Euer Arzt kann euch auch empfehlen, bestimmte Maßnahmen gegen den Alkoholkonsum zu ergreifen, wie zum Beispiel:

  • Medizinische Entgiftung, die eure Entzugssymptome lindern und behandeln kann.

  • Beratung, Selbsthilfegruppen und Genesungsprogramme wie die Anonymen Alkoholiker.

  • Medikamente wie Naltrexon und Acamprosat, die das Verlangen nach Alkohol reduzieren, oder Disulfiram, das dazu beiträgt, den Alkoholkonsum zu verhindern. Disulfiram sorgt dafür, dass ihr euch sehr krank fühlt, wenn ihr trinkt.

  • Behandlung gleichzeitig auftretender psychischer Symptome wie Angstzustände oder Depressionen.

3. Hypertriglyceridämie

Hypertriglyceridämie, also ein hoher Fettgehalt (auch Triglyceride genannt) im Blut, verursacht bis zu zehn Prozent der Fälle akuter Pankreatitis. Bei einem sehr hohen Triglyceridspiegel werden die Fette zu freien Fettsäuren abgebaut, die eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursachen können, erklärt Shaheer Siddiqui, promovierter Gastroenterologe bei Memorial Hermann, dem größten gemeinnützigen Gesundheitssystem im Südosten des US-Bundesstaates Texas. Mögliche Ursachen für erhöhte Triglyzeridwerte sind:

  • Lebensstil-Faktoren: Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und der Verzehr gesättigter Fette und raffinierter Kohlenhydrate können den Triglyzeridspiegel erhöhen.

  • Grundlegende medizinische Bedingungen: Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion und rheumatoide Arthritis können sich auf den Triglyceridspiegel auswirken.

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können sich ebenfalls auf den Triglyceridspiegel auswirken. Beispiele hierfür sind Betablocker zur Behandlung von Bluthochdruck, Kortikosteroide zur Behandlung von Entzündungen und orales Östrogen zur Hormonersatztherapie.

  • Genetik: Einige Fettstoffwechselstörungen, die den Triglyzeridspiegel erhöhen, sind familiär bedingt. Beispiele sind die genetisch bedingte kombinierte Hyperlipidämie sowie die genetisch bedingte Hypertriglyceridämie.

Normalerweise verursachen eure Triglyceride keine Bauchspeicheldrüsenentzündung, es sei denn, sie liegen im "sehr hohen" Bereich – 500 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) – und ihr habt noch einen anderen Risikofaktor, wie zum Beispiel unkontrollierten Diabetes oder starken Alkoholkonsum.

Was ihr dagegen tun könnt: Wenn ihr ein Risiko für Pankreatitis habt, könnt ihr eure Triglyceridwerte senken, indem ihr:

  • Reduziert euren Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten.

  • Reduziert euren Alkoholkonsum oder verzichtet komplett darauf.

  • Ein regelmäßiges Trainingsprogramm mit 50 Minuten moderatem oder 75 Minuten intensivem Ausdauertraining und zwei Einheiten Krafttraining pro Woche.

  • Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten und mageren Proteinen.

Euer Arzt kann euch auch Medikamente zur Senkung eurer Triglyceridwerte verschreiben, wie beispielsweise:

  • Statine

  • Verschreibungspflichtige Omega-3-Fettsäuren

  • Fibrate, wie zum Beispiel Fenofibrat

4. Zigaretten rauchen

Das Rauchen von Zigaretten kann das Risiko einer akuten oder chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen. Wenn der Körper Tabak abbaut, können giftige Zusatzstoffe wie Nikotin und das aus Nikotin gewonnene Nitrosaminketon (NNK) die Zellen der Bauchspeicheldrüse schädigen und zu Entzündungen führen, so Siddiqui. Es ist erwiesen, dass Raucher ein wesentlich höheres Risiko haben, an einer akuten Pankreatitis zu erkranken, als Nichtraucher – und je mehr Zigaretten sie rauchen, desto größer ist ihr Risiko.

Doch ihr könnt etwas dagegen tun, das ist die gute Nachricht. Denn wenn ihr mit dem Rauchen aufhört, sinkt auch das Risiko einer Pankreatitis. Es gibt keine absolut sichere Methode, um mit dem Rauchen aufzuhören, aber es gibt einige Empfehlungen von Experten, die euch helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören:

  • Wenn ihr wisst, warum ihr aufhören wollt, könnt ihr euren Plan besser durchhalten.

  • Reduziert schrittweise das Rauchen, bevor ihr aufhört, um das Verlangen zu minimieren.

  • Viel Sport treiben, um das Verlangen zu reduzieren.

  • Zusammenarbeit mit einem Therapeuten, wenn psychische Symptome das Rauchen begünstigen oder das Aufhören erschweren.

  • Nikotinersatzprodukte in Betracht ziehen.

5. Bestimmte Medikamente

Medikamente verursachen nur selten eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) – insgesamt etwa 0,1 bis 2 Prozent der Fälle mit akuter Bauchspeicheldrüsenentzündung. Eine medikamentenbedingte Bauchspeicheldrüsenentzündung verursacht in der Regel leichte bis mittelschwere Symptome, kann aber in einigen Fällen auch schwerwiegend sein.

Die ersten Symptome treten in der Regel innerhalb einer Woche nach Beginn der Einnahme des Medikaments auf. In manchen Fällen können die Symptome aber auch erst nach Wochen oder sogar Monaten auftreten. Einige Beispiele der zahlreichen Medikamente, die mit Pankreatitis in Verbindung gebracht werden, sind:

  • Angiotensin-Converting-Enzyme-Hemmer (ACE-Hemmer),

  • Statine

  • Orale Verhütungsmittel und Hormonersatztherapie

  • Diuretika

  • Hochaktive antiretrovirale Therapie

  • Valproinsäure

  • Hypoglykämie-Medikamente

Das könnt ihr dagegen tun: Wenn euer Medikament eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslöst, wird euer Arzt euch wahrscheinlich sagen, dass ihr es sofort absetzen sollt, und euch ein anderes Medikament empfehlen.

6. Infektionen

Virale, bakterielle und parasitäre Infektionen verursachen etwa zehn Prozent der Fälle akuter Pankreatitis. Die meisten Infektionen, die zu Pankreatitis führen, werden durch Viren verursacht. Beispiele hierfür sind:

  • Hepatitis B, eine Infektion der Leber

  • HIV (Humanes Immundefizienz-Virus), ein Virus, das euer Immunsystem schwächt

  • Herpes Simplex, eine Geschlechtskrankheit, die Ausbrüche schmerzhafter, juckender Wunden im Genitalbereich verursacht

  • Varizella Zoster, das Virus, das für Windpocken und Gürtelrose verantwortlich ist

Was ihr dagegen tun könnt: Es gibt unterschiedliche Behandlungen für diese Viren, aber antivirale Medikamente können helfen, die Symptome zu kontrollieren. Impfstoffe können auch helfen, Infektionen wie Hepatitis B und Varizella Zoster zu verhindern. Andere Mikroorganismen, die manchmal eine Pankreatitis verursachen können, sind unter anderem:

  • Salmonellen-Bakterien

  • Parasiten wie Ascaris lumbricoides und der chinesische Leberegel

Mit Antibiotika können Salmonellen behandelt werden, und Antiparasitika helfen, Parasiten abzutöten.

7. Hyperkalzämie

Hyperkalzämie – ein hoher Kalziumspiegel im Blut – kann eine Pankreatitis verursachen. Ein übermäßiger Kalziumspiegel im Blut ist am wahrscheinlichsten, wenn ihr unter Hyperparathyreoidismus leidet, was bedeutet, dass euer Körper zu viel Parathormone produziert. Dieses Hormon hilft bei der Regulierung des Kalziumspiegels.

Zwischen einem und acht Prozent der Fälle von Hyperparathyreoidismus führen zu Pankreatitis, aber Hyperparathyreoidismus selbst ist nicht so häufig: In den Vereinigten Staaten etwa sind jedes Jahr nur etwa 100.000 Menschen davon betroffen. In Deutschland wurden im Jahr 2020 nur 5739 Fälle verzeichnet. Oft verursacht diese Erkrankung keine Symptome und wird nur bei Routine-Blutuntersuchungen festgestellt. Dennoch könnt ihr einige Symptome feststellen, wie zum Beispiel:

  • Schwache Knochen

  • Nierensteine

  • Übermäßiger Harndrang

Was ihr dagegen tun könnt: Die Behandlung von Hyperparathyreoidismus umfasst in der Regel entweder Medikamente zur Regulierung des Kalziumspiegels in eurem Blut oder eine Operation zur Beseitigung einzelner Teile eurer Nebenschilddrüse.

8. Trauma, Verletzung oder Operation des Abdomens oder der Bauchspeicheldrüse

In seltenen Fällen kann sich eine Pankreatitis nach einem Bauchtrauma entwickeln, das beispielsweise durch folgende Ereignisse verursacht wurde:

  • Auto- und Fahrradunfälle

  • Ein Sturz oder eine andere Verletzung mit hohem Aufprall

  • Stichwunden oder Schussverletzungen

Aber das ist ziemlich ungewöhnlich. Zum Vergleich: Nur etwa zwischen 0,2 und 1,1 Prozent der traumatischen Unterleibsverletzungen führen zu einer Pankreatitis. Allerdings ist es auch möglich, später eine Bauchspeicheldrüsenentzündung zu entwickeln:

Operationen im Bauchraum: Zwischen 0,8 und vier Prozent der Unterleibsoperationen verursachen eine Pankreatitis. Diese Erkrankung muss zwar in der Regel medizinisch überwacht werden, entwickelt sich aber selten zu einer gefährlichen Komplikation.

Nicht-abdominale Operationen: Wirbelsäulenoperationen oder Operationen am Hals können in seltenen Fällen eine Pankreatitis verursachen.

Endoskopische retrograde Cholangiopankreatographie (ERCP): Neben der Entfernung von Gallensteinen hilft die ERCP bei der Diagnose anderer Probleme mit der Gallenblase, der Bauchspeicheldrüse und den Gallengängen, indem sie dem Arzt ermöglicht, das entsprechende Gebiet zu sehen. Allerdings entwickeln zwei bis zehn Prozent der Menschen nach diesem Verfahren eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.

9. Genetische Faktoren

Hereditäre Pankreatitis, also erblich bedingte Bauchspeicheldrüsenentzündung, kann zu chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen und das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Diese seltene Erkrankung entsteht aufgrund genetischer Mutationen, die die Funktionsweise der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen. Die Symptome der hereditären Pankreatitis beginnen meist in der Kindheit. Dabei kommt es zu Schüben akuter Pankreatitis, die schließlich in eine chronische Pankreatitis übergehen.

Was ihr dagegen tun könnt: Ein Gentest kann bestätigen, ob eine erbliche Pankreatitis vorliegt. Die Behandlung konzentriert sich auf die Bewältigung der Symptome und die Reduzierung von Lebensgewohnheiten, die die Bauchspeicheldrüse schädigen können, wie Rauchen oder Alkoholkonsum.

10. Grundlegende Gesundheitsbedingungen

Folgende Gesundheitszustände können zu einer Pankreatitis führen:

Mukoviszidose: Etwa 1,25 Prozent der Menschen mit der Erbkrankheit Mukoviszidose entwickeln irgendwann eine Pankreatitis. Mukoviszidose schädigt die Lunge und das Verdauungssystem, indem sie die Flüssigkeiten im Körper verdickt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: In manchen Fällen kann eine akute Pankreatitis ein frühes Anzeichen für Bauchspeicheldrüsenkrebs sein.

Fettleibigkeit: Das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung steigt um etwa 35 Prozent, wenn ihr fettleibig seid oder einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30 habt, verglichen mit einem BMI, der im "normalen" Bereich liegt.

Diabetes: Bei Typ-2-Diabetes ist das Risiko einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung um das Eineinhalb- bis Dreifache höher als bei Menschen, die nicht an Diabetes leiden.

Behandlung

Beide Arten der Pankreatitis müssen medizinisch behandelt werden.

Behandlung der akuten Pankreatitis

Eine akute Pankreatitis erfordert häufig einen Krankenhausaufenthalt, da diese Form der Erkrankung zu schweren, lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. In einigen schweren Fällen kann es beispielsweise zu einer sogenannten nekrotisierenden Pankreatitis kommen, bei der ein Teil der Bauchspeicheldrüse abstirbt und zu einem Infektionsrisiko wird.

"Die nekrotisierende Pankreatitis kann sehr ernst sein und hat in der Vergangenheit eine hohe Sterblichkeitsrate gehabt", erklärt Benias. Etwa 80 Prozent der Menschen, die mit einer akuten Pankreatitis ins Krankenhaus eingeliefert werden, haben einen milden Verlauf und können das Krankenhaus nach wenigen Tagen wieder verlassen, aber in etwa 0,7 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.

Die Behandlung einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung beinhaltet in der Regel eine Schonung von Darm und Organen. Daher kann euer Arzt eine reine Flüssigkeitsdiät und große Mengen an intravenöser Flüssigkeit verschreiben.

Wenn sich eine akute Pankreatitis erst einmal entwickelt hat, können Ärzte nur noch unterstützende Maßnahmen ergreifen, um den Schweregrad der Erkrankung zu verringern, so Benias. Die weitere Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache der akuten Pankreatitis ab. Zum Beispiel könne eine Operation nötig sein, um Gallensteine zu entfernen, oder professionelle Unterstützung, um den Alkoholkonsum einzustellen, ergänzt Benias.

Behandlung der chronischen Pankreatitis

Die Behandlung der chronischen Pankreatitis konzentriert sich auf die Beseitigung der Auslöser, wie Alkohol, Tabak oder Medikamente, die ihr einnehmt. Laut Benias kann die Behandlung auch Folgendes umfassen:

  • Enzymersatztherapie vor den Mahlzeiten

  • Endoskopische oder chirurgische Verfahren, um den Druck im Inneren der Bauchspeicheldrüse zu mindern, der durch Narbengewebe entstanden ist

Eine chronische Pankreatitis kann auch zu Diabetes führen, wenn Teile der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, vernarbt und beschädigt sind. In diesem Fall kann die Behandlung darin bestehen, dass ihr Metformin oder Insulin einnehmen sollt, um euren Blutzucker zu kontrollieren. Darüber hinaus kann eine konstante Entzündung der Bauchspeicheldrüse auch das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöhen. Die Behandlung umfasst in der Regel folgende Maßnahmen:

  • Chirurgischer Eingriff zur Entfernung von Tumoren in der Bauchspeicheldrüse oder in ihrer Nähe. In einigen Fällen kann auch die gesamte Bauchspeicheldrüse entfernt werden

  • Chemotherapie

  • Strahlenbehandlung

Fazit

Die meisten Fälle von Bauchspeicheldrüsenentzündung werden durch Gallensteine und übermäßigen Alkoholkonsum verursacht, aber auch andere Faktoren wie genetische Vorbelastung und Verletzungen können das Risiko erhöhen.

Ihr könnt euer Risiko für eine Pankreatitis senken, indem ihr mit dem Rauchen aufhört, den Alkoholkonsum reduziert und euch ausgewogen ernährt. Das häufigste Symptom der Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Schmerzen im Bauchraum, die oft in der Mitte auftreten und in den Rücken ausstrahlen. Wenn ihr diese Art Schmerzen habt, solltet ihr euch sofort an euren Arzt wenden. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen, aber eine schnelle Behandlung kann helfen, die Symptome zu lindern, bevor sie sich verschlimmern.

Dieser Artikel wurde von Melanie Gelo aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.