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Zahlreiche Flüge an NRW-Großflughäfen fallen aus

Düsseldorf (dapd). Flugausfälle, Verspätungen und lange Wartezeiten bei der Kontrolle - Passagiere an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn müssen sich wegen eines Streiks des Sicherheitspersonals auf massive Beeinträchtigungen einstellen. Seit Donnerstagmorgen haben rund 370 Sicherheitsmitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft ver.di bestätigte. Damit wollen sie die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen unter Druck setzen.

Am Düsseldorfer Flughafen wurden bis zum Vormittag mehr als 90 von 528 Verbindungen gestrichen. "Wir rechnen noch mit deutlich stärkeren Beeinträchtigungen", sagte ein Sprecher. Vor den Sicherheitskontrollen bildeten sich lange Schlangen. Von den 42 sogenannten Spuren, an denen Fluggäste und Handgepäck überprüft werden, waren den Angaben zufolge nur sechs geöffnet. "Da bildete sich ein Nadelöhr."

Laut Flughafen sollten am Donnerstag 44.500 Passagiere an- und abfliegen. Die Fluglinien versuchen den Angaben zufolge vor allem Langstreckenflüge, stark frequentierte Verbindungen und Zubringermaschinen trotz des Streiks starten zu lassen. Neben dem Sicherheitspersonal streiken in Düsseldorf zudem etwa 200 Mitarbeiter der Personal- und Warenkontrollstelle.

Zwtl.: Bundespolizei setzt Ersatzpersonal ein

Am Kölner Flughafen herrschte zunächst Stillstand. Alle Sicherheitskontrollen seien am Morgen geschlossen worden, sagte ein Sprecher. Am Vormittag öffneten dann zwei Spuren. Wartende Fluggäste wurden den Angaben zufolge mit Schokoriegeln und Wasser versorgt. 80 Abflüge waren für den Donnerstag insgesamt geplant. Bis zum Vormittag fielen mehr als zehn Starts und Landungen aus. Es war zunächst unklar, wie viele Maschinen im Laufe des Tages noch betroffen sein würden. Allein die Fluggesellschaft Germanwings hat nach eigenen Angaben fünfzehn Verbindungen gestrichen.

Die für die Kontrollen zuständige Bundespolizei kündigte an, schnellstmöglich für Ersatzpersonal zu sorgen. Es würden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Lücken zu schließen, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd.

Die Gewerkschaft hatte zu dem zweitägigen Streik aufgerufen, um für höhere Löhne für die Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe in Nordrhein-Westfalen zu kämpfen. Die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern waren zuvor gescheitert.

Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten in der untersten Lohngruppe mit einem Stundenlohn von 8,23 Euro. Die Gewerkschaft will daher 2,50 Euro mehr pro Stunde sowie eine Erhöhung der Löhne im Aviation-Bereich an den Flughäfen auf einheitlich 16 Euro brutto und die Anpassung der Löhne bei den Werkfeuerwehren auf das Niveau der Berufsfeuerwehren.

In der vergangenen Woche hatte ver.di das Sicherheitspersonal am Flughafen Hamburg zu Warnstreiks aufgerufen. Etwa ein Drittel der 176 Flüge war dort ausgefallen.

dapd

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