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Zahl der Börsengänge 2020 weltweit gestiegen – Deutscher IPO-Markt fällt ab

·Lesedauer: 3 Min.

Ungeachtet der Pandemie war 2020 insgesamt ein gutes IPO-Jahr. Das Emissionsvolumen stieg auf den höchsten Wert seit zehn Jahren.

Trotz der Coronakrise haben die Investmentbanker in diesem Jahr bei Börsengängen eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt erlebt. Weltweit haben 2020 insgesamt 1322 Unternehmen den Schritt aufs Parkett gewagt – das waren 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das weltweite Emissionsvolumen stieg sogar um 26 Prozent auf 263 Milliarden Dollar und damit auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2010, geht aus einer Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY hervor.

Besonders stark war das Geschäft mit Initial Public Offerings (IPOs) in den USA und China. Auch in Europa ging es aufwärts – allerdings mit niedrigeren Wachstumsraten. Die Zahl der Börsengänge stieg hier um 17 Prozent auf 176, das Emissionsvolumen kletterte um neun Prozent auf 27 Milliarden Dollar. Die größte Transaktion eines europäischen Unternehmens war der Börsengang des niederländischen Kaffeekonzerns JDE Peet's mit 2,9 Milliarden Dollar.

„Auf den ersten Blick erscheint es widersinnig, dass in einem so schwierigen Jahr wie 2020 Börsengänge derartig boomen“, sagt Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Allerdings ist ein wichtiger Treiber des IPO-Geschehens nach wie vor die enorm hohe Liquidität, die im Markt ist und nach Anlagemöglichkeiten sucht.“ Die Pandemie habe zu einem ungeahnten und nicht wieder rückgängig zu machenden Digitalisierungsboom geführt, von dem gerade Börsengänge von Technologieunternehmen profitierten und weiter profitieren werden, meint der EY-Experte. Neben dem Technologiesektor sei auch der Gesundheitssektor im IPO-Markt in den Fokus der Investoren gerückt.

Der deutsche IPO-Markt hat sich in diesem Jahr relativ schwach entwickelt. Insgesamt gab es zwölf deutsche Unternehmen, die auf verschiedenen Pfaden den Weg an die Börse fanden. Neun Unternehmen gingen in Frankfurt an die Börse und erlösten dabei insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Beim Börsengang können Unternehmen zwischen verschiedenen Segmenten wählen, je nach Zielsetzung und Zielgruppe. Die Segmente unterscheiden sich beispielsweise in ihren Zulassungs- und Transparenzvoraussetzungen.

Für das Segment Scale entschieden sich dabei Fashionette und Exasol. Neuzugänge im Prime Standard waren Nagarro und Siemens Energy, die als Spin-offs erstmals als eigenständige Unternehmen notieren. Compleo, Hensoldt, Knaus Tabbert, Brockhaus Capital Management und Pharma SGP kamen als klassische IPOs an die Frankfurter Börse. Mehrere deutsche Unternehmen entschieden sich für einen Börsengang in New York. Curevac und Via Optronics erlösten dabei knapp 290 Millionen Euro.

Gute Aussichten

Die Pipeline für 2021 ist laut Steinbach recht voll und vielversprechend für Deutschland. „Wir rechnen mit einem Anstieg der IPO-Aktivitäten und mit zwölf bis 16 Börsengängen im Jahr 2021.“

Auch bei der Investmentbank Rothschild überwiegt der Optimismus für das kommende Jahr: „Wir werden 2021 einen ziemlich aktiven IPO-Markt in Deutschland sehen. Dabei werden auch die Finanzinvestoren einige Assets aus ihren Portfolios beisteuern“, sagt Kai Tschöke, Co-Head of Global Advisory für den deutschsprachigen Raum. Die Bewertungen seien auf Rekordniveaus, deshalb rechne man im kommenden Jahr mit einer Vielzahl an Neuemissionen, ergänzt Marc-Olivier Regulla, Co-Head of Investment Banking für den deutschsprachigen Raum bei der Bank of America.