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Yum! Brands fordert McDonald’s und Burger King heraus

Motley Fool Investmentanalyst

Yum Brands (WKN:909190) hat traditionell Restaurants betrieben, die als Alternative zu den traditionelleren Burger- und Pommes-Frites-Betrieben von McDonald’s (WKN:856958) und den Burger-King-Restaurants von Brands International (WKN:A12GMA) gesehen werden. Das Unternehmen besitzt Taco Bell, Pizza Hut und KFC – drei Nicht-Burger-Ketten, die den Fast-Food-Markt stark erweitert haben.

Heutzutage stehen McDonald’s und Burger King Herausforderern verschiedenster Couleur gegenüber. Eine Reihe von Unternehmen haben höherwertige Fast-Food-Burger-Ketten gegründet oder ausgebaut, die die etablierten Burgerladenbetreiber unter Preis- und Qualitätsdruck setzen.

Nachdem sich Yum! so lange darauf konzentriert hat, die Alternative zu sein, hat sich das Unternehmen nun entschieden, ebenso auf diesen Burgertrend zu setzen und sich direkter mit den großen Playern zu messen, indem es die Habit Burger Grill (WKN:A12FKW)-Kette für 14 US-Dollar pro Aktie, oder etwa 375 Mio. US-Dollar insgesamt, kauft.

Was macht Yum!?

Es ist ein mutiger Schritt, der Yum! eine Marke einbringt, die die Anziehungskraft des Unternehmens auf neue Konsumenten ausdehnen kann. Yum! betritt einen sehr engen Markt, kann aber das, was das Unternehmen bereits über seine bestehenden Kunden weiß, nutzen, um neue Habit-Standorte einzurichten.

„Als ein lässiges Fast-Food-Konzept mit starker Wirtschaftlichkeit ist der Habit Burger Grill eine fantastische Ergänzung der Yum!-Familie und hat ein bedeutendes, unausgeschöpftes Wachstumspotenzial in den USA und international“, so Yum!-CEO David Gibbs in einer Pressemitteilung.

Habit, erklärte er, biete qualitativ hochwertigere Burger an als eine traditionelle Fast-Food-Kette, aber zu einem Mehrwertpreis. Das sollte die Kette gut im Yum!-Portfolio positionieren.

„Die Transaktion ist eine Win-win-Situation, weil sie uns erlaubt, unseren Franchisenehmern eine aufregende neue Investition anzubieten und eine preisgekrönte, trendorientierte Marke mit der unübertroffenen Größe und Stärke von Yum! im Franchising, Einkauf und Markenaufbau zu kombinieren“, sagte Gibbs.

Warum das für Investoren gut ist

Habit Grill hat einen sehr harten Weg allein zurückgelegt. Es gibt mehr als nur ein paar Ketten, die darum wetteifern, das beste Fast-Casual-Restaurant zu sein, und als Einzelkämpfer zu konkurrieren ist schwer, besonders, wenn man ein begrenztes Menü anbietet. Jetzt kann Habit selbstständige Läden eröffnen und außerdem Teil von bestehenden Multi-Unit-Yum!-Läden werden. Das sollte eine relativ schnelle, gut geplante Expansion ermöglichen.

Die Aktionäre erhielten eine Prämie von etwa 3 US-Dollar pro Aktie gegenüber dem Preis, zu dem Habit zuvor gehandelt wurde. Das ist eine schöne Rendite, die leicht in Aktien des neuen, größeren Yum! umgesetzt werden könnte.

Für Yum!-Investoren sind die Vorteile offensichtlich. Das Unternehmen erhält eine Produktlinie, die einen gewissen positiven Bekanntheitsgrad hat und das bestehende Angebot ergänzt. Das ist ein Geschäft, das nicht immer leicht zu finden ist, und es ist schwer zu übersehen, dass Habit zur vierten Säule der Wachstumsstrategie wird.

Habit ist ein technologieorientiertes Unternehmen und Yum! kann das noch steigern. In diesem Fall kann das große Unternehmen von dem kleineren lernen, aber auch umgekehrt.

„In den letzten Jahren haben wir uns darauf konzentriert, eine Marke für All-Access zu werden, indem wir unser Liefergeschäft ausgebaut, unsere Onlinebestell- und Mobilkanäle erweitert und die Erfahrung in den Geschäften durch die Einführung von Drive-Thrus, Kiosken und technologiezentrierten Lösungen für den Betrieb verbessert haben“, so Russell Bendel, CEO von Habit, in der Pressemitteilung.

Es ist sehr selten, dass ein Geschäft so viel Sinn ergibt. Yum! kann eine differenzierte Burgermarke gebrauchen und Habit einen Besitzer mit tiefen Taschen. Beide Unternehmen bekommen, was sie brauchen, und das sollte gut für die Aktionäre sein.

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Dieser Artikel wurde von Daniel B. Kline auf Englisch verfasst und am 06.01.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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