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WWF bezweifelt Sinn von Zäunen als Schutz vor Schweinepest

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POTSDAM (dpa-AFX) - Die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland bezweifelt den Sinn von Zäunen entlang der deutsch-polnischen Grenze zum Schutz vor der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Vielmehr müssten gravierende negative Folgen für die heimische Natur und Wildtiere befürchtet werden, sagte Nina Gandl, WWF-Wildtierexpertin. Über größere Entfernung breite sich die Seuche bisher hauptsächlich durch den Menschen aus.

Derzeit steht ein 255 Kilometer langer Schutzzaun an der Grenze zu Polen in Brandenburg, insgesamt wurden 670 Kilometer fester Zaun im Land gebaut. Am Donnerstag kündigte das Ministerium für Verbraucherschutz einen zweiten Zaun an - um einen Schutzkorridor entlang der polnischen Grenze errichten und so die Barriere für die Tiere zu vergrößern. Der bestehende Zaun schaffe allein keine ausreichende Sicherheit, hieß es vom Krisenstab. Das zeigten immer neue mit dem Virus infizierte Fallwildfunde in bisher nicht betroffenen grenznahen Gebieten. Rotwild könne den Zaun überspringen.

WWF-Expertin Gandl sagte, ein Zaun halte auch infizierte Wildschweine nicht auf. "Im Gegensatz zu anderen Wildtieren sind Wildschweine grundsätzlich sehr gut in der Lage, Elektro- aber auch feste Zäune zu überwinden oder zu untergraben." Feste Zäune behinderten hingegen natürliche Wanderungen von Tieren. "Wir sind daher sehr besorgt", sagte die Wildtierexpertin. Dies gelte für Reh-, Rot- oder Damwild, Otter, Hase, Biber, Wolf oder Dachs, aber auch für Elch oder Wisent. Notwendige Wartungen der Zäune könnten zudem sensible Lebensräume stören.

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