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Er wurde "Händler des Todes" genannt: Das ist Viktor But, den die USA gegen den in Russland inhaftierten Basketballstar Griner getauscht haben

Viktor But trägt auch den Spitznamen "Händler des Todes". Der Ex-Sowjetoffiziert soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben - Copyright: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Natthawat Wongrat
Viktor But trägt auch den Spitznamen "Händler des Todes". Der Ex-Sowjetoffiziert soll verbrecherische Regime und Rebellen in zahlreichen Ländern illegal mit Waffen ausgerüstet haben - Copyright: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Natthawat Wongrat

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden und der russische Kreml haben sich auf einen Gefangenenaustausch geeinigt. Somit ist die WNBA-Basketballspielerin Brittney Griner, eine US-Bürgerin, die in Russland im August festgenommen worden war, wieder auf freiem Fuß. Das verkündete der US-Präsident am Donnerstagmorgen.

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Um Griners Freilassung zu erwirken, tauschten die USA den Gefangenen Viktor But (auch Bout) gegen die Sportlerin ein. But ist ein verurteilter Waffenhändler, der laut CNN in den USA inhaftiert war.

Paul Whelan, ein weiterer US-Bürger, der sich in Russland in Haft befindet, war nicht Teil des Gefangenenaustausches, obwohl vorher im Gespräch gewesen sei, dass auch er bei dem Tausch freikommen könnte. Das berichteten die US-TV-Sender CNN und CBS. Während seiner Pressekonferenz sagte US-Präsident Biden, dass der Kreml eine Verhandlung über die Freilassung Whelans verweigert habe.

Viktor But blickt auf eine lange Karriere als Waffenhändler zurück

But, in der ehemaligen Sowjetunion im Jahr 1967 geboren, begann in den 1990er Jahren, international mit Waffen zu handeln – und machte derart umfangreiche Deals, dass die Waffen und das Militärequipment mit Frachtflugzeugen transportiert werden mussten, wie Business Insider USA berichtete.

Der Ex-Sowjetoffizier soll Geschäfte in Afghanistan betrieben haben, die zu der Verschärfung der Konflikte in dem Land beigetragen haben. Doch die Liste der Krisengebiete, in denen er Geld gemacht hat, ist lang: Dazu zählen Angola, die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Ruanda, Sierra Leone und der Sudan.

So hat sich But den Spitznamen "Händler des Todes" eingehandelt. Die Investigativ-Reporter Douglas Farah und Stephen Braun hatten ein gleichnamiges Buch über Buts Machenschaften verfasst. Auch der Film "Lord of War", ein im Jahr 2005 veröffentlichter Film über einen Waffenhändler – mit den Hollywood-Stars Nicolas Cage, Jared Leto, und Ethan Hawke – basiert lose auf den Lebensereignissen Buts.

Im Jahr 2008 wurde der Russe schließlich in Thailand festgenommen im Rahmen einer verdeckten Ermittlung, in der sich Informanten der US-Rauschgiftbehörde als Waffenkäufer für die kolumbianische Guerillabewegung FARC ausgegeben hatten.

Laut der US-Staatsanwaltschaft war But davon ausgegangen, mehrere Millionen US-Dollar bei den vermeintlichen Waffendeals mit den angeblichen FARC-Rebellen einzustreichen. Erst im Jahr 2010 wurde der Russe allerdings in die USA ausgeliefert und im Jahr darauf vor einem Gericht in Manhattan im Bundesstaat New York in vier Punkten für schuldig gesprochen und zu 25 Jahren Haft in einem US-Gefängnis verurteilt.

Bei der Urteilsverkündung sagte der US-Anwalt Preet Bharara, "Viktor But war mehrere Jahre lang Staatsfeind Nummer eins wegen internationalen Waffenschmuggels und hat damit einige der gewaltsamsten Konflikten auf dem Planeten befeuert."

Buts Strafmaß von 25 Jahren ließ Russland nicht unkommentiert: Im Jahr 2012 hieß es, das Urteil entbehre einer Grundlage und sei befangen, wie der US-Sender CNN berichtete.

Doch auch ein US-Berufungsgericht hielt die Verurteilung aufrecht in 2013 und schmetterte die Argumentation, But sei ein Opfer "rachsüchtiger" Strafverfolgung gewesen, ab. Das berichtete damals die Nachrichtenagentur Reuters.

But bot sich als Kandidat für Gefangenaustausch an

Zuerst war der US-Amerikaner Whelan im Jahr 2020 in Russland festgenommen worden, woraufhin sein Anwalt einen Gefangenenaustausch mit den USA vorschlug – der Name Viktor But fiel. Doch auch die Sportlerin Griner wurde in Russland festgenommen, nachdem Flughafenangestellte mutmaßlich Haschisch-Öl in ihrem Gepäck gefunden hatten. Daraufhin kam die Profi-Basketballspielerin vor ein russisches Gericht und wurde für Drogenschmuggel zu neun Jahren in einem russischen Gefängnis verurteilt.

Im Juli dieses Jahres erklärte US-Vizepräsidentin Kamala Harris, dass die sichere Heimkehr Griners und Whelans eine der "höchsten Prioritäten" des Weißen Hauses seien. In der Folge bot die US-Regierung im August den Gefangenen Viktor But gegen die zwei in Russland gefangen gehaltenen US-Bürger. Die US-Regierung hatte dieses Angebot zwar nicht öffentlich bestätigt. Allerdings sagte der US-Außenminister, Antony Blinken, die USA hätten Russland ein "umfangreiches Angebot" unterbreitet.

Der Kreml reagierte eine Woche später: Man sei gewillt, einen möglichen Gefangenenaustausch in Erwägung zu ziehen.

In den USA blieb Kritik an der Freilassung Buts im Tausch gegen die US-Bürger nicht aus. Der frühere Einsatzchef der US-Rauschgiftbehörde, Michael Braun, etwa schrieb in einem Kommentar für das Medium "Foreign Policy": Wenn Viktor But freikomme, bedeute das eine "große Gefahr" für die nationale Sicherheit und wäre zudem ein "Schlag ins Gesicht" für jene Beamte, die ihr Leben riskiert hätten, um den Waffenhändler festzunehmen.

Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump schaltete sich damals in die öffentliche Diskussion ein. Er nannte Griner eine "potenziell verdorbene Person", die "mit Drogen beladen" sei.

Trotz der öffentlichen Kritik ist es Russland und den USA gelungen, den Gefangenenaustausch zwischen Griner und But am Donnerstag in Abu Dhabi durchzuführen.

Dieser Text wurde aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.