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'WSJ': Unilever schließt sich Facebook-Boykott an - auch Twitter betroffen

NEW YORK (dpa-AFX) - Die sozialen Netzwerke Facebook <US30303M1027> und Twitter <US90184L1026> geraten im Zusammenhang mit der Rassismusdebatte in den USA immer mehr unter Druck. Nun will der Konsumgüterhersteller Unilever in den USA auf beiden Plattformen keine Werbung mehr schalten - zumindest für den Rest des Jahres. Das kündigte der bei Unilever für die Medien weltweit verantwortliche Luis Di Como in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" (WSJ) am Freitag an. Es müsse mehr gegen Hasskommentare getan werden, gerade bei der derzeitigen Polarisierung der Gesellschaft sowie den bevorstehenden US-Wahlen. Der Werbebann beinhalte auch die zu Facebook gehörende Plattform Instagram, kündigte Unilever zudem an.

Die Liste der Unternehmen, die Facebook boykottieren, wird damit immer länger. Dazu gehören etwa Verizon <US92343V1044>, North Face oder Eddie Bauer. Facebook und Twitter waren für einen Kommentar kurzfristig nicht zu erreichen. Die Aktien gaben an der US-Börse nach.

US-Bürgerrechtsorganisationen hatten Firmen zu einem Boykott aufgerufen. So soll Facebook an einer empfindlichen Stelle getroffen werden - der Konzern macht fast seinen ganzen Umsatz mit Werbeerlösen. Die US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt hat die Kritik an Facebook, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen, wieder stark aufflammen lassen. Dazu trug auch Zuckerberg wesentlich bei, der sich weigerte, gegen umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump einzuschreiten.

Twitter ist zwar nicht Ziel des Boykottaufrufs, ist zuletzt aber auch in die Kritik geraten.