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Mit ihrem Anhänger-Sharing wollen sie eine konservative Branche aufmischen

·Lesedauer: 3 Min.
Sie wollen mit dem ersten Digitalangebot für Anhänger punkten: Jakov Akishin und Vitalij Schreider, Gründer von Traxi.
Sie wollen mit dem ersten Digitalangebot für Anhänger punkten: Jakov Akishin und Vitalij Schreider, Gründer von Traxi.

Sich in Deutschland einen Anhänger fürs Auto auszuleihen, ist auf den ersten Blick kein Problem. Es gibt hunderte Anbieter und tausende Fahrzeuge. Mühselig wird es erst, wenn man sich durch den Reservierungs- und Abholprozess arbeiten muss. Ein digitales Sharing-Angebot mit Spontan-Mieten gab es bisher nicht. Das hat das Gelsenkircherner Startup Traxi dieses Jahr geändert.

Seit Januar 2021 stehen in NRW die ersten Anhänger auf Parkplätzen von Baumärkten und Möbelläden. Dafür hat Traxi automatisierte Abholstationen installieren lassen. Wer einen Anhänger ausleihen will, braucht lediglich die App und eine Anhängerkupplung am Auto. Kaution, Papiere ausfüllen, Übergabe und feste Rückgabezeiten – all das gibt es nicht. Stattdessen muss nur einmalig der Führerschein nachgewiesen werden. Ab sechs Cent die Minute geht‘s los, Tagestarife sind ab 20 Euro buchbar. 20 Minuten lang lassen sich die Anhänger vorab reservieren. Anders als bei vielen anderen Anbietern können sie über Traxi rund um die Uhr ausgeliehen werden.

Das kommt auch den Baumärkten und anderen Händlern entgegen. Denn es braucht kein Personal, um die Buchung anzunehmen oder um Anhänger zu übergeben. Mit Obi und der Möbelfirma Ostermann hat das Startup bereits Partnerschaften geschlossen. Außerdem läuft ein Pilotprojekt mit dem Autoteilehändler ATU.

Kofferanhänger (die ersten drei von links) von Traxi an den eigens dafür vorgesehenen Abholstationen.
Kofferanhänger (die ersten drei von links) von Traxi an den eigens dafür vorgesehenen Abholstationen.

Derzeit können 27 Anhänger an sieben Standorten in NRW ausgeliehen werden. Es gibt sechs unterschiedliche Modelle: Neben dem klassischen, wetterfesten Kofferanhänger sind auch offene Motorrad- oder Autoanhänger dabei. Jede Woche sollen weitere Fahrzeuge hinzukommen, versprechen die Macher. Auch drei weitere Städte würden bald ausgerollt, heißt es. Bisher hat das Startup die Anhänger über den mittelständischen Partner Unsinn Fahrzeuge angeschafft. Der Anhängerhersteller stellt die Fahrzeuge und bekommt eine Provision pro Miete. Dem Startup zufolge gibt es auch schon Franchise-Anfragen.

Jetzt will das Startup auf Masse setzen

„Wir sind bereit zur Skalierung“, sagt Traxi-Macher Vitalij Schreider gegenüber Gründerszene. Derzeit führten er und sein Mitgründer Jakov Akishin erste Gespräche mit Investoren. „Wir planen bis Ende 2024 12.000 Anhänger in 400 deutschen Städten.“ Dafür braucht es sehr viel Kapital – oder Partner, die die Fahrzeuge anschaffen.

Die Seed-Runde haben die beiden Gründer zusammen mit der NRW-Bank gestemmt. Hier kamen 500.000 Euro zusammen. Davon haben sie unter anderem ein zehnköpfiges Freelancer-Team finanziert. Sowohl die Sharing-Software als auch die stationären Abholstationen hat das Startup selbst entwickelt.

Im Mai diesen Jahres hätten 96 Mietvorgänge stattgefunden, teilweise auch nachts und von wiederkehrenden Kunden, sagen die Gründer. Der Umsatz liege bei einer Miete im Schnitt zwischen 24 und 43 Euro. Unter den bisherigen Kunden sollen etwa 30 Prozent Frauen sein. Die Zielgruppe soll sich nicht nur auf Baumarkt, Werkstatt und Großhandel beschränken, sondern auch für Umzüge und Ausflüge erweitert werden. Derzeit entwickelt das Startup eine Möglichkeit, auch langfristigere Reservierungen vorzunehmen.

Auch wenn Traxi, mal abgesehen von unzähligen analogen Anbietern, keinen direkten Wettbewerber als Digitalplattform hat, greift es mit seinem Geschäftsmodell auch in das Revier von Transporter-Startups wie Carlundcarla oder Miles ein. Ähnlich wie Carsharing-Anbieter sorgt das Startup durch Fotodokumentation dafür, dass die Anhänger von den Nutzerinnen und Nutzern besenrein und ohne Schäden übergeben werden.

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