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Vor Wohnungsbau-Gipfel: Bauindustrie warnt vor Kriegsfolgen

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BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Wohnungsbau-Gipfel der Bundesregierung warnt die Bauindustrie vor den Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine. Materialengpässe, Preissteigerungen und deutlich steigende Energiepreise gehörten inzwischen genauso zum Alltag auf deutschen Baustellen wie drohende Baustopps. "Eine Priorisierung, eine Triage auf dem Bau quasi, von Projekten hat bereits begonnen", teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie am Dienstag mit. Es drohe die absurde Situation, trotz eines hohen Baubedarfs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken zu müssen, weil Baustoffe fehlten. Rund jeder dritte Auftraggeber storniere bereits Projekte.

"Wir gehen deshalb davon aus, dass es zu einem Rückgang beim Wohnungsneubau und in letzter Konsequenz auch bei der Baukonjunktur insgesamt kommen kann", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrie-Verbands, Tim-Oliver Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Das Ziel der Bundesregierung von jährlich 400 000 neuen Wohnungen stehe damit zumindest in Frage.

Bauministerin Klara Geywitz (SPD) hat die Branche für Mittwoch zu einem Gipfel eingeladen, der den Auftakt eines Bündnisses für bezahlbares Wohnen bilden soll. Unter anderem sollen Fördermaßnahmen für nachhaltiges und klimaschonendes Bauen entwickelt werden.

Müller forderte einen klaren Fokus auf das Thema Neubau. "Weder über eine reine Mietenpolitik noch über die Sanierung des Bestandes allein können wir die Wohnungsnot in den Ballungsräumen lösen", sagte er. "Wer also Entlastung auf dem Mietwohnungsmarkt schaffen möchte, muss neue Wohnungen bauen." Dafür sei ein Planungs- und Genehmigungsbooster nötig.

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