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Wohin geht unser Rundfunkbeitrag?

Um kaum eine Pflichtabgabe gibt es einen derartigen Rummel wie um den Rundfunkbeitrag. Einmal im Monat muss jeder Haushalt eine Pauschale von 17,50 Euro zahlen, wovon dann der öffentlich-rechtliche Rundfunk teilfinanziert wird. Kritik gibt es immer wieder, oft wird das Wort “Zwangsgebühren” genannt. Unabhängig davon steht fest, dass ein duales und freies Mediensystem, wie es in Deutschland existiert, in dieser Form anders kaum möglich wäre. Die Frage, die viele Zahler beschäftigt ist aber, wohin fließt der Rundfunkbeitrag eigentlich? Die “ARD” versucht aufzuklären:

(Foto: Statista)

Auf den ersten Blick mag die Grafik verwirrend wirken, doch im Detail ist eigentlich alles recht simpel.
Der Beitrag von 17,50 im Monat wird zunächst auf fünf große Säulen aufgeteilt: die Landesmedienanstalten, Deutschlandradio, das ZDF, die ARD Gemeinschaftsaufgaben sowie die ARD Landesrundfunkanstalten.

Den geringsten Betrag bekommen die Landesmedienanstalten, die dafür Sorge tragen, dass private TV- und Rundfunkbetriebe keine gesetzeswidrigen Inhalte verbreiten, produzieren oder unterstützen. Zudem werden hier die Sendelizenzen vergeben. In Deutschland gibt es 14 dieser Anstalten und zusammen erhalten sie 33 Cent vom 17,50 Euro-Beitrag.
50 Cent, gehen an das Deutschlandradio, von dem unter anderem der Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, sowie Deutschlandfunk Nova produziert werden.
4,36 Euro gehen ans ZDF, das damit den zweithöchsten Anteil des Rundfunkbeitrages bekommt.
Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die ARD und die vom Beitrag bezahlten Strukturen.
3,92 gehen für ARD Gemeinschaftsausgaben drauf – was ist damit gemeint?

Zunächst bekommt Das Erste 2,73 Euro dieser 3,92 Euro. Davon entfallen 1,63 Euro auf Fernsehumlagen wie Sport (0,71 Euro), Filme (0,58 Euro), ARD-aktuell (0,23 Euro) und Gemeinschaftssendungen (0,11 Euro). 1,10 Euro der 2,73 erhalten Zulieferer für das Erste. So gehen 15 Cent unter anderem an die Zulieferer vom “Tatort” sowie “Polizeiruf 110”. Bleiben bei den Gemeinschaftsausgaben noch 1,19 Euro übrig. Die verbucht die ARD für sonstige Ausgaben, wie zum Beispiel das digitale Angebot (0,03 Euro) oder das ZDF-Gemeinschaftsjugendprojekt funk (0,06 Euro).
Der größte Batzen des Rundfunkbeitrages, nämlich 8,39 Euro, gehen an die ARD Landesrundfunkanstalten.

Auch gibt es wieder eine umfassende Aufteilung:
3,10 Euro gehen an das Fernsehangebot – 3,10 Euro davon an Dritte Programme, 3 Cent an ARD-alpha.
30 Cent gehen an Multimediaangebote, 2,11 Euro an den Hörfunk der ARD. Auch Technik und Ausstattung wollen bezahlt werden und erhalten 51 Cent. 15 Cent entfallen dann noch aufs Marketing.
Man sieht also, der Rundfunkbeitrag wird eingesetzt, um Programme zu kreieren. Viele Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender wären ohne die “Zwangsgebühren” nicht möglich – es sei denn man möchte es so wie bei RTL und Co. haben: Werbung ohne Ende!