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WOCHENAUSBLICK: Konjunkturdaten könnten die Sommerlaune der Dax-Anleger trüben

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Leitindex Dax <DE0008469008> könnte sich auch in der neuen Woche als erstaunlich robust erweisen. In letzter Zeit hat es zwar einige kurze Sommergewitter gegeben, die von steigender Nervosität zeugen, doch insgesamt bleiben Experten zuversichtlich.

Der Dax "hält sich weiter mit erstaunlicher Präzision an seine im Juni etablierte Handelsspanne", beobachtete Analyst Andreas Büchler von Index Radar mit Blick auf den Chart. Innerhalb dieses Korridors zeigten sich kleinere Warnsignale, die aber vorerst noch ignoriert werden können. Kurzfristig biete die Marke von 15 300 Punkten wohl weiter eine attraktive Einstiegsgelegenheit.

Aus fundamentaler Sicht sieht Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, die wesentlichen Ursachen für die zunehmende Unsicherheit "in virusbedingten Konjunktursorgen und Bedenken hinsichtlich Bremsmanövern der Notenbanken". So wird befürchtet, dass die Währungshüter aus Sorge vor einer zu schnell steigenden Inflation die Zinsen eher früher als später anheben und so die Attraktivität von Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren schmälern können. Zudem macht sich die Experten zufolge ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus in vielen Ländern breit und gefährdet so den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung.

Dennoch bleibt Greil optimistisch und rechnet weiter damit, dass der Dax bald die 16 000er-Marke in Angriff nehmen wird - soweit sich die Corona-Lage nicht deutlich verschlimmert. In den nächsten Wochen sei einiges an positiven Nachrichten wahrscheinlich. So könnten die Unternehmen in den USA erneut starke Quartalszahlen präsentieren und damit auch die Kurse hierzulande antreiben. Einen ersten Vorgeschmack darauf liefern von Dienstag bis Donnerstag bereits die Zahlenwerke großer US-Banken wie JPMorgan <US46625H1005>, Goldman Sachs <US38141G1040>, Bank of America <US0605051046>, Wells Fargo <US9497461015> und Morgan Stanley <US6174464486>.

Ob die Anleger aber in puncto Inflation tatsächlich wie von Experten erwartet weiter einen kühlen Kopf bewahren werden, wird sich bereits am Dienstag erweisen. Dann werden neue Preisdaten aus den USA für Juni veröffentlicht. In den USA hatte die Teuerung zuletzt im Mai erneut überraschend stark angezogen; Schockwellen an den Märkten aber hat die Nachricht nicht ausgelöst.

Laut dem Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, sollten die nun zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zeigen, dass die Inflation im Gegensatz zum langfristigen Ausblick wohl kurzfristig nochmal deutlich anziehen dürfte. "In den Produktionswirren nach der Lockdown-Öffnung passen in vielen Volkswirtschaften Angebot und Nachfrage einfach noch nicht zusammen". Allerdings sei langsam die Erkenntnis gereift, dass diese Entwicklungen vorübergehender Natur seien. Es kämen sogar schon erste Erwartungen auf, dass in den kommenden Monaten auch wieder Preissenkungen vorkommen könnten. Hierdurch würde die Inflationsrate dann relativ deutlich fallen.

Neben den US-Inflationsdaten am Dienstag könnten noch weitere Wirtschaftsdaten die aktuell recht gute Laune der Anleger trüben. "Es gilt, die globale Konjunkturdynamik im Blick zu behalten", schrieb Analystin Claudia Windt von der Landesbank Helaba. Dazu gebe die Veröffentlichung der chinesischen Wachstumszahlen am Donnerstag Anlass. Mit Blick auf die USA würden ebenfalls am Donnerstag aktuelle Angaben zur Industrieproduktion und zur Kapazitätsauslastung auf zusätzlichen Preisdruck hin untersucht.

Grundsätzlich mahnte die Helaba-Expertin zur Vorsicht: "Das Bild einer kraftvollen konjunkturellen Erholung hat mit dem Vordringen der Delta-Variante in den USA, in Europa und in Asien Risse bekommen." Die Neuinfektionsraten legten weltweit zu und neue Lockdowns könnten zu einem konjunkturellen Rückschlag führen./la/bek/jha/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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