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WOCHENAUSBLICK: Dax weiter zwischen Zinsängsten und Corona-Hoffnungen

·Lesedauer: 2 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Auch in der neuen Woche dürften Inflations- und Zinsängste und die Hoffnungen auf eine Wirtschaftserholung von der Corona-Krise die Börsen bestimmen. Unsicherheit und Nervosität dürften den deutschen Aktienmarkt weiter prägen. Allerdings: "Nach einer negativen Woche sind die Märkte leicht überverkauft, was für eine Stabilisierung sprechen könnte. Besonders, wenn die Notenbanken sich zu klaren Äußerungen hinsichtlich eines fortgesetzt offensiven Kurses hinreißen lassen", glaubt Chris-Oliver Schickentanz, Chef-Anlagestratege der Commerzbank.

Aus Sicht von Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, steht die Sorge um stärker steigende Zinsen weiter im Anlegerfokus. Er erwartet jedoch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) alles daran setzen wird, deutliche Zinsanstiege zu verhindern. Für Aktienmärkte sind steigende Zinsen - wie jüngst der Fall - eine Gefahr, weil damit Anleihen als Anlagealternative wieder interessanter werden und Gelder aus Aktien abgezogen werden könnten.

Der geldpolitischen Entscheidungen der EZB stehen am Donnerstag somit besonders im Fokus der Anleger. Sie werden genau hinhören, was die Präsidentin Christine Lagarde zu sagen hat. Zumal der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, gerade erst die Märkte vor den Kopf gestoßen hatte mit nur sehr vorsichtigen Äußerungen zum starken Anstieg der Kapitalmarktzinsen, woraufhin die Börsen prompt wieder negativ reagiert hatten.

Für Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), ist das Reflationierungsszenario - eine boomende Konjunktur begleitet von Preissteigerungen - das Hauptthema an den Märkten. "Für die Aktionäre bedeutet dies: 'Super-Growth'-Aktien, also Unternehmen, die in ihrer hohen Bewertung eine rosige Zukunft vorwegnehmen, haben es zur Zeit schwer", sagte der Experte. Am anderen Ende der Risikoskala seien Anleger derzeit besser aufgehoben, denn werthaltige Aktien profitierten vom Reflationierungsthema. Derzeit erschienen etwa dividendenstarke Versicherer und Energietitel attraktiv - "zumindest so lange, bis der Sturm an den Rentenmärkten wieder abebbt", so Burkert.

Die Berichtssaison der Unternehmen neigt sich dem Ende zu. In der neuen Woche werden aus dem deutschen Leitindex Dax <DE0008469008> und seinem Eurozonen-Pendant, dem EuroStoxx 50 <EU0009658145>, nur noch drei beziehungsweise vier Unternehmen über ihre Geschäftsentwicklung berichten, darunter der Sportartikelhersteller Adidas <DE000A1EWWW0> am Mittwoch, der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental <DE0005439004> am Dienstag sowie die Deutsche Post <DE0005552004>, ebenfalls am Dienstag.

Neben der EZB-Sitzung stehen aus konjunktureller Sicht die Zahlen zur Industrieproduktion in der Eurozone insgesamt und in großen Mitgliedsländern verstärkt im Blick. In den USA dürften Inflationszahlen große Aufmerksamkeit auf sich ziehen./edh/ajx/he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---