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WOCHENAUSBLICK: Dax muss Notenbank-Aussagen verdauen - Inflationsdaten im Fokus

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Anleger am deutschen Aktienmarkt dürften in den kommenden Tagen die geldpolitischen Signale wichtiger Notenbanken weiter verarbeiten. "An Zinssenkungen ist vorerst nicht zu denken. Die US-Notenbank Fed behält sich sogar das Gegenteil vor", schrieben die Autoren des Bernecker Börsenbriefs. Diese Aussichten hatten den deutschen Leitindex Dax zuletzt ans untere Ende seiner jüngsten Handelsspanne von etwa 15 500 bis 16 000 Punkten gedrückt. Nun liegt in der neuen Handelswoche der Fokus auf dem Ifo-Geschäftsklima und Inflationsdaten.

Die Fed, die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank SNB hatten ihre Zinsen zwar nicht weiter angehoben, die schwedische und die norwegische Notenbank hingegen schon. Überall wurden weitere Erhöhungen nicht ausgeschlossen. Die Anleger müssen sich wohl oder übel mit dem Szenario von hohen Zinsen für längere Zeit anfreunden.

"Es ist in den kommenden Handelstagen wichtig, dass das Kursniveau von 15 450 Punkten gehalten wird", kommentierte Marktbeobachter Andreas Lipkow mit Blick auf den Dax. Ansonsten könne der Leitindex sehr schnell weiter sinken. Aus charttechnischer Sicht rückte vor dem Wochenende die 200-Tage-Linie als Indikator für den langfristigen Trend ins Blickfeld, die bei rund 15 549 Punkten verläuft und eine wichtige Unterstützung bietet.

Die Leitzinsen waren im vergangenen und in diesem Jahr stark erhöht worden, um die auch infolge des Ukraine-Kriegs deutlich gestiegene Inflation zu bekämpfen. Jetzt rücken Wachstumssorgen immer mehr in den Vordergrund, nachdem sich die Teuerung abgeschwächt hat. Allerdings sorgen die zuletzt gestiegenen Ölpreise für neue Inflationsgefahren. Jüngst hat auch der russische Exportstopp von Benzin und Diesel für Aufsehen gesorgt. Aus Sicht der Rohstoff-Experten der Commerzbank nimmt der Druck auf die internationalen Märkte damit zu.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent liegt mittlerweile jenseits von 90 US-Dollar. "In der aktuellen Situation am Ende des Inflationstunnels ist dieser Umstand nicht hilfreich", konstatierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Zwar schauten die Notenbanken gelassen auf schwankende Rohölpreise, aber zu starke Impulse von dieser Seite seien nicht erwünscht.

Wo die Notenbanken im Kampf gegen den Preisauftrieb bisher stehen, zeigen wichtige Konjunkturtermine der Woche: Am Donnerstag stehen die Verbraucherpreise für den September in Deutschland auf der Agenda, am Freitag folgen Inflationsdaten aus der Eurozone. Aus Sicht von Carsten Mumm, Chefvolkswirt der Privatbank Donner & Reuschel, müssen sich die Anleger darauf einstellen, dass "die Komponente Energie nicht mehr inflationsdämpfend wirkt". Im August waren die Verbraucherpreise in Deutschland um 6,1 Prozent gestiegen, stärker als erwartet. In der Eurozone ging die Inflation überraschend auf 5,2 Prozent zurück.

Laut Metzler-Chefvolkswirt Edgar Walk dürfte die Eurozonen-Inflation erst einmal weiter fallen, da vorerst noch die Basiseffekte unterstützend im Hinblick auf die Energiepreisentwicklung wirken würden. Erst im Dezember drohe ein Anstieg aufgrund der aktuellen Ölpreisentwicklung. "Vorerst dürfte somit die Europäische Zentralbank nicht unter Druck stehen, den Leitzins weiter anheben zu müssen", schrieb Walk. Die EZB habe aber signalisiert, dass sie ein höheres Gewicht auf die Gefahren durch die Inflation als auf die Konjunkturrisiken lege.

Doch vor den Inflationsdaten erwarten die Anleger am Montag zunächst das Ifo-Geschäftsklima. Die Experten der LBBW rechnen zum fünften Mal in Folge mit einer Eintrübung, "weil sich insbesondere die Einschätzung der aktuellen Lage nochmals merklich verschlechtert." Immerhin dürfte sich das Tempo des Abwärtstrends verlangsamen, da bei der Erwartungskomponente eine Bodenbildung zunehmend wahrscheinlicher werde.

Experte Stefan Mütze von der Helaba erwartet dagegen ein stabiles Ifo-Geschäftsklima: "Der jüngste Anstieg des deutschen Einkaufsmanagerindex im Verarbeitenden Gewerbe weist darauf hin, dass sich die Lagebeurteilung allmählich aus dem tiefen Keller befreien kann." Auch die Dienstleister seien zuletzt positiver gestimmt gewesen. Dies bedeute aber noch keine konjunkturelle Wende.

Darüber hinaus dürften die Anleger dem GfK-Verbrauchervertrauen für Oktober am Mittwoch Beachtung schenken. Unternehmensseitig dürfte es weiter ruhig zugehen. Es stehen lediglich Jahreszahlen von Biokraftstoffhersteller Verbio DE000A0JL9W6 am Dienstag an, am Mittwoch folgen Quartalszahlen der Baumarktkette Hornbach DE0006083405 sowie Jahreszahlen von Saatguthersteller KWS Saat DE0007074007./niw/tav/jha/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---