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Wirtschaftsweiser Franz vergleicht Krisenländer mit Abhängigen

Mannheim (dapd). Der Berater der Bundesregierung und Ökonom Wolfgang Franz hat die europäischen Krisenländer mit Drogenabhängigen verglichen. Länder wie Italien, Spanien oder Portugal hätten jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Das ähnele einer Sucht. "Einem Drogenabhängigen in der Entzugsphase geht es dreckig. Aber hinterher, wenn er es überstanden hat, geht es ihm wesentlich besser", sagte der scheidende Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Gespräch der Nachrichtenagentur dapd.

Der 69-Jährige, der auch Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim ist, geht Ende Februar in den Ruhestand. "Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wirtschaftspolitische Berater oft dicke Bretter bohren und einige Probleme jahrelang thematisieren müssen", sagte Franz. Am Ende setze sich aber meist doch die Erkenntnis durch, dass Handlungsbedarf besteht. "So gesehen bin ich gar nicht so unzufrieden mit der Erfolgsbilanz der wirtschaftlichen Beratung", fügte er hinzu.

dapd