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'Wirtschaftsweise' legen Jahresgutachten vor

BERLIN (dpa-AFX) -Die "Wirtschaftsweisen" legen am Mittwoch (14.30 Uhr) in Berlin ihr Jahresgutachten vor. Wie vorab bekannt wurde, schätzen sie die Konjunkturlage in Deutschland für dieses und das nächste Jahr etwas optimistischer ein als die Bundesregierung. Nach einem "Spiegel"-Bericht rechnet der Sachverständigenrat für dieses Jahr mit einem Wachstum von 1,7 Prozent. Im nächsten Jahr rutscht Deutschland demnach in eine Rezession, die mit einem Minus von 0,2 Prozent aber milde ausfällt. Der fünfköpfige Rat übergibt das Gutachten am Vormittag an die Bundesregierung.

Für eine politische Debatte sorgt bereits, dass die "Wirtschaftsweisen" laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" der Bundesregierung raten, befristet einen höheren Spitzensteuersatz oder einen Energie-Soli für Besserverdienende zu verlangen. Die Ökonomen wollten so die Regierungspakete gegen die Inflation, die vor allem Menschen mit wenig Geld treffe, sozialer und bezahlbarer machen.

Die Bundesregierung hatte in ihrer Mitte Oktober vorgelegten Herbstprojektion damit gerechnet, dass die Wirtschaft 2023 um 0,4 Prozent schrumpft. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung ein Wachstum von 1,4 Prozent.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als Wirtschaftsweise bezeichnet.