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Wirtschaftsforscher fürchten negative Folgen durch Coronavirus

Mann an einer U-Bahnstation in Hongkong

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW fürchtet negative Folgen für Unternehmen bei einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China. Sollte sich das Virus vor allem in der Volksrepublik deutlich ausbreiten, "dürften die wirtschaftlichen Auswirkungen auch in Deutschland spürbar werden", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "Augsburger Allgemeinen" vom Donnerstag. "Die Nachfrage von Konsumenten dürfte sinken, vor allem für Konsumgüter und für Reisen."

Die Entscheidung der Lufthansa, die Flüge des Konzerns nach China zu streichen, sei hierfür ein Beispiel, sagte Fratzscher. Deutsche Unternehmen seien "stark gegenüber China exponiert", betonte der DIW-Präsident. "Alleine die vier großen deutschen Autobauer Audi, VW, Daimler und BMW erzielen mehr als ein Drittel ihrer Gewinne in China."

Das Coronavirus breitet sich derzeit trotz beispielloser Sicherheitsmaßnahmen der chinesischen Behörden weiter aus. Laut einer neuen offiziellen Zwischenbilanz vom Donnerstag stieg die Zahl der Todesfälle in China sprunghaft um weitere 38 auf mindestens 170 an. Die Zahl der bestätigten Infektionen in der Volksrepublik wuchs um rund 1700 auf 7711 Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will am Donnerstag erneut über die mögliche Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotfalles beraten.