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Wirtschaft weist Kritik Macrons an Exportstärke zurück

Der sozialliberale Ex-Minister Emmanuel Macron sagte, Deutschlands wirtschaftliche Stärke sei «nicht mehr tragbar»". Foto: Christophe Ena

Die deutsche Wirtschaft hat die Kritik des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron an ihrer Exportstärke zurückgewiesen.

«Der Exportüberschuss ist vor allem ein Beleg für die hohe Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte und Dienstleistungen», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks.

«Die Antwort kann aber nicht sein, dass wir die Starken schwächen. Ein wichtiger Hebel für eine Absenkung des deutschen Handelsüberschusses ist vielmehr eine Stärkung der Investitionen hierzulande».

Bei besseren wirtschafts- und steuerpolitischen Rahmenbedingungen würden die Unternehmen mehr zum Beispiel in neue Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen investieren und damit die Importe stärken. Ähnlich argumentierte der Maschinenbauverband VDMA. Der Exportüberschuss sei vor allem Ausdruck der Stärke der deutschen Industrie, sagte VDMA-Ökonom Olaf Wortmann. Der Staat könnte allerdings mehr in Bildung und Infrastruktur investieren.

Macron hatte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gesagt, Deutschland müsse zu der Einsicht kommen, «dass seine wirtschaftliche Stärke in der jetzigen Ausprägung nicht tragbar ist». Deutschland profitiere vom Ungleichgewicht in der Eurozone und erziele sehr hohe Handelsüberschüsse. «Die sind weder für seine eigene Wirtschaft gut noch für die Wirtschaft der Eurozone. Hier muss ein Ausgleich geschaffen werden», sagte er, ohne aber konkreter zu werden.