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Wirklich schlechtes Markt-Timing setzt nicht beim Kaufen an

Markt-Timing ist kein Ansatz, auf den Foolishe Investoren sich verlassen sollten. Wir glauben, dass das Kaufen und Halten guter Unternehmen über einen möglichst langen Zeitraum die besten Renditen einfährt. Natürlich kann das insbesondere im Growth-Segment eine sehr volatile Reise sein. Aber die Chance ist das Risiko wert.

Um das Risiko auszugleichen, dass wir zum ungünstigsten Zeitpunkt investieren, kaufen wir lieber zu jedem Zeitpunkt Aktien. Wenn wir selektiv Ausschau nach nicht zu teuren Chancen haben und im Crash und in der Rallye Anteilsscheine erwerben, so stellen wir langfristig orientiert das Fundament für gute Renditen.

Inzwischen glaube ich, dass schlechtes Markt-Timing sowieso nicht beim Kaufen ansetzt. Möglicherweise beim Verkaufen, wo man ebenfalls eine Menge Fehler machen kann. Der eigentlich springende Faktor ist jedoch, dass man bei diesem Aspekt viel eher danebenliegen kann, wenn man nicht kauft.

Schlechtes Markt-Timing: Primär das Nichtkaufen

Wirklich schlechtes Timing im Markt hat man meiner Meinung nach, wenn man die folgende Beschreibung für sich zutreffend findet. Man sieht eine Chance, kauft sie nicht. Aus dem einfachen Grund, weil man warten möchte, bis sie noch günstiger ist. Obwohl sie auch heute nicht zu teuer erscheint.

Das, was dann passiert, kann sehr häufig symptomatisch sein. Als Investor schaut man konsequent dabei zu, wie die Aktie steigt. Und steigt und immer weiter steigt. Die Investitionsthese ist nämlich aufgegangen, man hat es frühzeitig erkannt. Aber weil man auf eine noch günstigere Chance gewartet hat, sitzt man lediglich auf der Ersatzbank, ohne investiert und aktiv beteiligt zu sein.

Das ist ein Markt-Timing, das ich als gehörig daneben bezeichnen würde. Man sieht eine herausragende Chance, hat sie sogar für sich identifiziert. Aber weil man nicht kaufte, möglicherweise aus Eitelkeiten, um 2 oder 3 % mehr Rendite herauszukitzeln, lässt man sie links liegen. Psychologisch gesehen können dann übrigens viele Investoren nicht mehr kaufen, weil sie auf den ursprünglichen Einstandskurs warten wollen. Der jedoch womöglich nie wiederkommt, je nachdem, wie rasant die Aktie steigt.

Wenn Investieren richtig in die Hose geht

Diese Art von Markt-Timing kann schnell ein Worst-Case werden. Zum Vergleich: Wenn wir beim Kaufen richtig danebenliegen, kann eine Aktie maximal 100 % ihres Wertes verlieren. Wobei das dann nicht nur am Timing liegt, sondern an einer falschen Investitionsthese.

Wenn wir jedoch nicht gekauft haben, so kann das viel teurer sein. Eine Aktie kann sich nicht nur im Wert verdoppeln, sondern ver-10-fachen oder sogar ver-100-fachen. Das zu verpassen, weil man einfach bloß auf eine noch bessere, günstigere Gelegenheit gewartet hat, ist ein wirklich teurer Fehler.

Deshalb glaube ich, dass wirklich schlechtes Markt-Timing primär beim Nichtkaufen ansetzt. Beim Kaufen einer wirklich guten, unternehmensorientierten und nicht zu teuren Aktie dürfte man kaum viele Dinge falsch machen können.

Der Artikel Wirklich schlechtes Markt-Timing setzt nicht beim Kaufen an ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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