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Wirecard-Whistleblower sandte BaFin schon Anfang 2019 Material

Birgit Jennen und Nicholas Comfort

(Bloomberg) -- Nach dem Hinweis eines Insiders auf Unregelmäßigkeiten brauchte die deutsche Finanzaufsicht mehr als ein Jahr, um den Verdacht der Marktmanipulation bei Wirecard AG an die Staatsanwaltschaft zu melden.

Laut einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage von Abgeordeten erhielt die BaFin Ende Januar 2019 anonym Dokumente zugespielt und begann mit deren Auswertung. Ein Berichte der Financial Times zu vermuteten Bilanzproblemen sei ebenfalls geprüft worden.

Die auf den 9. April datierte Antwort des Ministeriums ging weder auf den Inhalt der Dokumente noch auf das genaue Datum des Erhalts ein.

Die Aussagen des Ministeriums deuten dennoch darauf hin, dass die BaFin frühzeitig über die Zweifel in Bezug auf Wirecard Bescheid wusste, möglicherweise sogar vor dem FT-Artikel vom 30. Januar 2019, der die Wirecard-Aktie absacken ließ.

Das Thema dürfte am 1. Juli zur Sprache kommen, wenn Bafin-Chef Felix Hufeld dem Finanzausschuss des Bundestags Rede und Antwort stehen wird. Hufeld hatte sich am Montag mit den Worten entschuldigt, die Bafin sei eine der Institutionen, die für das “komplette Desaster” um Wirecard verantwortlich sei. Als Aufsicht habe die BaFin keine gute Arbeit geleistet.

Das bis dahin beispiellose Leerverkaufsverbot der Aktie verteidigte Hufeld allerdings. Angesichts der Hinweise auf mögliche Marktmanipulation sei die BaFin gezwungen gewesen, zu handeln.

Überschrift des Artikels im Original:Wirecard Whistleblower Tipped Off German Regulator in Early 2019

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