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Wirecard-Shortseller wettet gegen Bitcoin: „Im Moment sind alle Kryptowährungen grundsätzlich wertlos“

·Lesedauer: 4 Min.
Fondsmanager Barry Norris shortete Wirecard nachdem er 2018 das Management des deutschen Fintechs traf.
Fondsmanager Barry Norris shortete Wirecard nachdem er 2018 das Management des deutschen Fintechs traf.

Der Tag, an dem die Handelsplattform für Kryptowährungen Coinbase an die Börse ging, entpuppte sich als historischer Tag für die Kryptowährung Bitcoin (BTC). Nach einer außergewöhnlichen 1479-prozentigen Kurssteigerung seit dem Tiefpunkt im März 2020 erreichte der Bitcoin-Preis an diesem Tag 54.643 Euro. Seitdem begann sein Wert jedoch zu sinken.

Krypto-Investorinnen und Investoren beklagten sich über einen Ansturm von Angst, Unsicherheit und Zweifel, als eine negative Nachricht nach der anderen herauskam. Die energieintensive Schöpfung von Kryptowährungen, die zunehmende Regulierung des Marktes oder sogar ein Tweet von Elon Musk konnte Unsicherheit auf dem Krypto-Markt auslösen. Innerhalb weniger Wochen fiel der Preis auf etwa 28.650 Euro und kämpfte seitdem darum, über einen Wert von 33.700 Euro zu kommen. Doch eine Person profitierte von dieser Wendung: der Shortseller und CEO der in London ansässigen Investmentfirma Argonaut Capital, Barry Norris.

Barry Norris betreibt drei Fonds. Sein größter Fonds „Argonaut Absolute Return“ umfasst ein verwaltetes Vermögen von 30 Millionen Euro. Seit der Gründung im Jahr 2009 hat der Fonds 134 Prozent an die Investorinnen und Investoren zurückgegeben.

Eine von Norris' jüngsten erfolgreichen Short-Positionen ist die des Softwareunternehmens MicroStragety (MSTR), die er seit Februar hält. Diese hat ihm bisher Renditen von rund 50 Prozent eingebracht, seit die Aktie von Höchstwerten von 1071 Euro im Februar auf Tiefwerte von 380 Euro im Mai fiel. Dies geschah fast zeitgleich mit dem Rückgang der Bitcoin-Aktie. Obwohl Norris mit der Leerverkaufsposition bereits ein Vermögen verdient hat, hält er die Aktie weiterhin.

Barry Norris will Krypto-Aktien weiterhin shorten

„Ich glaube, dass zumindest im Moment, alle Kryptowährungen grundsätzlich wertlos sind“, sagte Norris. In seiner Erklärung, warum er gegen die Firma den CEO von MicroStragety, Michael Saylor, wettete, sagte er: „Wenn man so will, ist MicroStragety im Grund ein gescheitertes Softwareunternehmen.“ Er nannte zwei wesentliche Gründe, die ihn zu seiner Entscheidung führten.

Grafik des MicroStrategy-Aktienkurses seit 1998.
Grafik des MicroStrategy-Aktienkurses seit 1998.

1) Saylors übermäßige Investition in Bitcoin

Jedes Mal, wenn Bitcoin fällt, verdoppelt Michael Saylor den Kaufpreis für die Leerverkaufpositionen, sagte Norris. Er hat sogar Anleihen verkauft, um mehr Geld für den Kauf zu bekommen, fügte er hinzu. „Der Aktienmarkt ist derzeit der beste Weg, um eine Einschätzung über Bitcoin auszudrücken. Das Unternehmen hat all sein Bargeld in Bitcoin investiert und sich dazu eine erhebliche Menge an Geld in Bitcoin geliehen“, sagte Norris. „Meiner Einschätzung nach wird die Firma insolvent gehen, wenn die Kryptowährung fällt.“

2) Die MicroStrategy-Prämie

MicroStrategy handelt mit einer Prämie auf den Gesamtwert der Bitcoin-Anlagen. „Selbst wenn [die Leute] nicht meine Meinung teilen, dass die Kryptowährung grundsätzlich nichts wert sei“, so Norris, „gibt es billigere Möglichkeiten, Bitcoin ohne diese Prämie zu kaufen. Wenn ein Bitcoin-Fonds gestartet wird, sollte das eine Menge Leute anziehen, die momentan in MicroStragety investiert sind.

Coinbase

Barry Norris hat auch Leerverkaufpositionen bei Coinbase und nennt drei Gründe, warum er die Aktien weiterhin shorten wird.

Grafik der Coinbase-Aktie über ein Jahr.
Grafik der Coinbase-Aktie über ein Jahr.

1) Der Kryptohandel ist unterreguliert

Regulierung ist unvermeidlich, erklärte Norris. Diese Woche klammerte sich die britische Regulierungsbehörde an die Handelsplattform Binance und weitere Krypto-Unternehmen, denen die entsprechenden Anti-Geldwäsche- und „Know-Your-Customer“-Prozesse fehlen. „Tatsache ist, dass der Krypto-Handel im Vergleich zum Aktienhandel kaum reguliert ist. Das halte ich für falsch“, sagte Norris.

2) Die Aktien sind überbewertet

Investorinnen und Investoren sollten auch auf vergleichbare Börsen schauen, um die Bewertung von Coinbase zu verstehen, so Norris. Coinbase hat eine Marktkapitalisierung in Höhe von 45,5 Milliarden Euro im Vergleich zur Nasdaq mit 23,5 Milliarden Euro. „Wenn man sich die Marktkapitalisierung von Coinbase ansieht, ist sie doppelt so hoch wie die von der US-Börse Nasdaq“, sagte Norris. „Das gibt euch eine Vorstellung davon, wie überbewertet die Aktien im Vergleich zu etwas [Ähnlichem] sind, das sehr anerkannt und etabliert ist.“

3) Überdurchschnittliche Provisionen

Die durchschnittliche Provision für einen Krypto-Handel liegt zwischen 1,5 Prozent und 2 Prozent, erklärte Norris. Hinzu kommen Gebühren für die Verwahrung und Finanzierung, so Norris. „Addiert ihr alle Gebühren zusammen liegt die Summe bei fast fünf Prozent“, sagte Norris. Natürlich hoffen sie, bei einem so volatilen Wert, dass die Menschen dies nicht bemerken.“ Das ist ein wenig paradox. Eigentlich soll Bitcoin den Zwischenhändler vermeiden. Stattdessen fordern Börsen erhebliche Provisionen, sagte er. „Es sind die Mittelmänner auf den Krypto-Handelsplattformen, die riesige Gewinne für 99 Prozent aller Krypto-Transaktionen extrahieren“, sagt Norris.

Immobilien statt Krypto

Norris ist optimistisch in Bezug auf Immobilienunternehmen in Europa und den USA. Die Hauspreise boomen aus einer Reihe von Gründen. Nach der Finanzkrise von 2008 gab es fast ein Jahrzehnt, in dem sehr wenig Häuser gebaut wurden, um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. „Die Industrie muss eigentlich zu viel bauen. Ein Jahrzehnt lang müssten Unternehmen zwei Millionen Häuser pro Jahr bauen, damit genügend zur Verfügung stehen“, sagt Norris.

Hinzu kommt die Entwicklung, dass aufgrund der Pandemie sehr viel mehr Menschen zu Hause arbeiten, aus Städten wegziehen und die Hypothekenzinsen sehr niedrig sind. „Ich denke, dass der US-Wohnungsbau in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich eine der leistungsstärksten Branchen sein wird“, sagt Norris.

Dieser Artikel wurde von Julia Knopf aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original lest ihr hier.

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