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Wirecard, PayPal & Co.: Stärkeres Wachstum durch Coronavirus? Absolut möglich!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das Coronavirus hat zumindest kurzfristig eine Spur in den Charts vieler Aktien hinterlassen. Ob wir das Schlimmste dabei bereits durchgestanden haben oder uns noch einiges bevorsteht, ist eine interessante Fragestellung. Jedoch eine, die wir mit Sicherheit erst im Nachhinein beantworten können.

Auch das Segment der Zahlungsdienstleister hat es dabei grundsätzlich erwischt. Wirecard (WKN: 747206) beispielsweise musste kurzfristig seine Kursgewinne für das noch junge Börsenjahr 2020 abgeben, Paypal (WKN: A14R7U) ist ebenfalls unter Druck geraten. So wie viele andere Zahlungsdienstleister ebenfalls.

Aber Moment mal: Könnte dieses Segment womöglich sogar vom Coronavirus kurz- bis mittelfristig profitieren? Eine wirklich spannende Perspektive, die nun von einer offiziellen Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgeht. Lass uns das im Folgenden mal etwas näher beleuchten.

WHO empfiehlt kontaktloses Bezahlen

Die Weltgesundheitsorganisation ist eigentlich nicht sonderlich bekannt dafür, sich in die Konsum- und Bezahlangewohnheiten der Verbraucher einzumischen. Zumindest bis jetzt nicht: Denn in Anbetracht des Coronavirus hat die Organisation eine sehr eindeutige Empfehlung an die Verbraucher herausgegeben.

Demnach empfiehlt die WHO Verbrauchern, ihre Rechnungen und Einkäufe möglichst bargeldlos oder sogar kontaktlos zu bezahlen, um eine Ansteckungsgefahr zu minimieren. Bargeld sei dabei ein möglicher Überträger des Virus, der gegenwärtig Börsen und Gesundheitspolitik dominiert. Bei Transaktionen mit physischem Geld von Hand zu Hand ist ein solches Risiko natürlich nicht ganz auszuschließen.

Die WHO steht mit ihrer Warnung übrigens nicht alleine da. Auch die Bank of England hat einen Hinweis herausgegeben, dass Bargeld und Banknoten mit Bakterien und Viren kontaminiert sein könnten. Entsprechend sollten Verbraucher auch bei dieser Warnung überlegen, wie sie ihre Einkäufe und Rechnungen bezahlen.

Für alle, die auf Bargeld jedoch nicht verzichten können oder wollen, existiert außerdem ein weiterer Hinweis: gründliches Händewaschen. Ein Hinweis, der jedoch mit den Börsen weniger zu tun hat. Vielleicht lediglich den Konsumgüterproduzenten aus dem Hygienebereich ein wenig in die Hände spielt. Wie auch immer.

Die Warnung zeigt: Wertvolles Geld 2.0

Wie auch dieser offizielle Hinweis zeigt, können die Zahlungsdienstleister ein mit vielen Vorteilen verbundenes digitales Geld 2.0 kreieren. In der Pandemie oder bei einer weit verbreiteten Virusinfektion ist Bargeld mit einem größeren Risiko verbunden. Das von Wirecard, Paypal oder auch anderen Zahlungsdienstleister angebotene Verfahren mit sogar kontaktlosen Möglichkeiten hingegen ist unbedenklicher. Ein Vorteil, den viele eher selten auf dem Schirm haben, der jedoch jetzt voll und ganz ausgespielt werden kann.

Ob dabei effektiv mehr Verbraucher zu digitalen und kontaktlosen Bezahlvarianten zurückgreifen werden, bleibt dabei natürlich abzuwarten. Im Endeffekt zeigt auch diese Warnung jedoch: Das Coronavirus kann für bestimmte Geschäftsbereiche sogar eine Chance sein. Digitale und kontaktlose Bezahlvarianten könnten dabei möglicherweise vermehrt genutzt werden, die WHO besitzt schließlich eine starke Reputation.

Auch das könnte möglicherweise ein Grund dafür sein, weshalb Wirecard beispielsweise noch immer optimistisch für 2020 ist. Bislang hat der Zahlungsdienstleister jedenfalls noch nicht seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2020 revidiert, sondern hält an einem Ergebnisziel von mindestens einer Milliarde fest. Eine intakte Wachstumsgeschichte, die in der Coronaviruskrise möglicherweise sogar noch etwas aufblüht.

Die Zukunft des Geldes?

Das Coronavirus kann daher womöglich unterstreichen, dass digitale Transaktionen mit mehr Vorteilen verbunden sind, als bislang angenommen wird. Nicht bloß die Schnelligkeit und Internationalität solcher Zahlungen kann dabei im Vordergrund stehen, sondern auch ganz regional und individuell das eigene Sicherheitsbedürfnis. Zumindest wenn es um den Blickwinkel einer potenziellen Ansteckungsgefahr geht. Das physische Bargeld besitzt dabei wesentliche Nachteile, die digitale Zahlungen einfach aufheben können.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von PayPal Holdings.

Motley Fool Deutschland 2020