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Wirecard-Aktie: Fokus auf Wachstum gegen den Vertrauensverlust? Hier ist neues Futter!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) macht noch immer eine volatile Phase durch. Der Prüfbericht der KPMG, der einige inhaltliche Mängel aufwies, sorgte für ordentlich Unruhe. Und eine Personaldebatte, auf die man vonseiten des Zahlungsdienstleisters mit einer organisatorischen Neuausrichtung für die Zukunft reagierte. Immerhin.

Investoren stehen dabei ein wenig in der Zwickmühle: Wiegt der Vertrauensverlust schwerer. Oder sollte man sich weiterhin auf das nach wie vor vorhandene Wachstum konzentrieren, das der DAX-Zahlungsdienstleister liefern kann? Eine Frage, die wohl jeder für sich selbst beantworten muss.

Wer sich für die Wachstumsoption entscheidet, der hat am Dienstag dieser Woche neuen Stoff bekommen, um zuversichtlicher zu werden. Schauen wir im Folgenden daher einmal, was man jetzt zu einer neuen Kooperation wissen sollte.

Wirecard kooperiert mit …

Wie das Unternehmen jetzt verkünden konnte, arbeite man mit der Varengold Bank künftig enger zusammen. Im Fokus dieser Kooperation sollen demnach innovative Lösungen für Fintechs stehen. Womit der DAX-Zahlungsdienstleister zeigt, dass man weiterhin als technisch führender Anbieter auch für andere Abwickler von Zahlungen fungieren kann.

Dabei werde man jungen Fintechs helfen, zu skalieren und insbesondere Zugang zu Möglichkeiten gewähren, wie man das noch junge Kreditportfolio refinanzieren kann. Ferner würden Fintechs Zugang zu einem umfassenden Angebot an sogenannten White-Label-Lösungen erhalten.

Die Varengold Bank ist dabei ein neuer Partner, der einen Sitz in Hamburg, einen in London und einen in Sofia hat und in entsprechend vielen Regionen operiert. Gemäß der unternehmenseigenen Mitteilung verfüge das Geldhaus dabei über eine ordentliche Erfolgsbilanz bei der Refinanzierung von Darlehen und Forderungsbeständen in diesem äußert dynamischen Sektor. Das Marktwachstum liege außerdem bei 11 % pro Jahr. Grundsätzlich daher eine Partnerschaft, die mittelfristig Wachstum versprechen könnte. Allerdings gleichzeitig ordentlich Volumen nach sich ziehen dürfte.

Für Wirecard könnte diese Kooperation jetzt jedoch eine ganz andere Bedeutung haben. Nämlich eine, bei der es weiterhin um Vertrauen geht. Sowie die Fortsetzung der bisherigen operativen Erfolgsgeschichte.

Vertrauen in die Zukunft festigen

Wirecard scheint das Vertrauen in die Zukunft festigen zu wollen. Der KPMG-Bericht konnte zwar nicht liefern. Allerdings zielt auch die organisatorische und personelle Neuausrichtung darauf ab, in gewisser Weise einen Neustart zu wagen und die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen.

Jetzt zu zeigen, dass das Wachstum fortgeführt werden kann, dürfte ein wichtiger Teil dieser Mission sein. Nämlich der Teil, der beweist, dass die DAX-Aktie noch immer Kooperationen und Partnerschaften vorweisen kann. Die wiederum neues Volumen und operatives Wachstum nach sich ziehen. Dadurch kann Vertrauen in die Erfolgsgeschichte hergestellt werden, was für die weitere Aktienkursentwicklung wichtig sein kann.

Ob das reicht? Eine Frage, die man sich stellen sollte. Ohne jetzt ein weiteres Mal auf dem KPMG-Sonderbericht herumreiten zu wollen, aber die Vergangenheit ist und bleibt ein Kapitel, das diese Erfolgsgeschichte immer mal wieder einholen könnte.

Wirecard wird zur Glaubensfrage

Es scheint immer mehr darauf hinauszulaufen, dass sich Wirecard zu einer Glaubensfrage entwickelt. Skeptiker und Kritiker wird es insbesondere nach diesem mangelhaften Prüfwerk weiterhin geben. Allerdings auch Meldungen wie die heutige mit der Varengold Bank, die zeigen, dass das Wachstum weitergehen kann. Auf welche Seite man sich stellen möchte, bleibt eine persönliche Frage. Oder eben eine dahin gehend, worauf man in Zukunft mehr vertrauen möchte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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