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Wirbel um Laschet-Aussagen im Bundesvorstand: Gab es wirklich das Gespräch mit FDP-Chef Lindner über Sondierungen?

·Lesedauer: 2 Min.
FDP-Chef Christian Lindner (li.) neben CDU-Vorsitzendem Armin Laschet
FDP-Chef Christian Lindner (li.) neben CDU-Vorsitzendem Armin Laschet

Hat CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet tatsächlich noch in der Wahlnacht mit FDP-Chef Christian Lindner ein Gespräch über mögliche Sondierungen für eine Regierungsbildung geführt? Das behauptete jedenfalls Laschet am Montagvormittag im CDU-Bundesvorstand, bestätigen Teilnehmer der vertraulichen Runde Business Insider. Zudem habe Laschet angekündigt, hieß es weiter, er werde noch am Montag auch mit Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sprechen.

Machte Laschet also noch Sonntagabend Nägel mit Köpfen und bereitete eine mögliche Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP vor? In der FDP ist man nach Recherchen von Business Insider über die Aussagen Laschets überrascht. "Die Aussagen von Herrn Laschet haben bei uns Erstaunen ausgelöst", heißt es aus dem FDP-Präsidium. Ein möglicher Verhandlungsfahrplan sei demnach nicht besprochen worden. Stattdessen habe Laschet der FDP gratuliert, es habe sich insgesamt bei dem Gespräch jedoch mehr um Small Talk gehandelt als um ernsthafte Gespräche über das weitere gemeinsame Vorgehen.

Hat Laschet also übertrieben? Oder stimmt seine Darstellung und in der FDP will man nicht dazu stehen? Eine offizielle Antwort gibt es von beiden Seiten nicht. Klar ist aber: Laschet steht unter Druck. Lediglich das Schmieden einer Jamaika-Koalition mit Grünen und FDP dürfte dem CDU-Chef seine weitere politische Karriere retten. Zu groß sind im Vergleich zu 2017 die Verluste der Union: minus 8,9 Prozent.

So hatten am Montag noch während der Vorstandssitzungen von CDU und CSU die ersten harten parteiinternen Attacken auf Laschet begonnen. Den Auftakt machte Parteivize Jens Spahn, der im "Spiegel" eine Verjüngung der Union auf allen Ebenen forderte: "Die nächste Generation nach Angela Merkel muss jetzt dafür sorgen, dass wir im nächsten Jahrzehnt zu alter Stärke finden." Auch CSU-Chef Markus Söder deutlich verhaltenere Töne an, CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sprach gar davon, dass bei dem Ergebnis nicht mehr von einer Volkspartei gesprochen werden könne. Die rheinland-pfälzische Fraktionschefin Ellen Demuth forderte als erste Spitzenpolitikerin gar offen den Rücktritt Laschets.

Der 60-jährige Laschet ist seit Jahrzehnten Spitzenpolitiker, weiß also darum, dass eine Partei nach einem solch verheerenden Ergebnis schnell nach einem Schuldigen sucht. Vor dem Hintergrund der Attacken hätten die kolportierten angeblichen Gespräche wie mit Lindner also eine gewisse Logik: Laschet demonstriert Führungswillen. Die Botschaft an seine Kritiker damit: ICH bin derjenige, der führt und die CDU an die Macht bringt, weil ICH mit den anderen rede. Kurz gesagt: Laschet will seine Putschversuche unterbinden.

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