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Shitstorm für Spreadshirt: Wirbel um geschmackloses Davidstern-Design bei T-Shirt-Druckerei

Der Online-Shop Spreadshirt druckt nicht nur Wunschmotive auf Kleidung, sondern bietet seinen Usern auch an, eigene Designs zum Verkauf anzubieten. Wie dieses Konzept auf unerfreuliche Weise ausgenutzt werden kann, zeigt sich nun mit einem besonders geschmacklosen Beispiel.

Spreadshirt erlaubt es, jedes beliebige Motiv auf ein T-Shirt drucken zu lassen. Geprüft werden die Designs nach der Veröffentlichung laut Unternehmen zwar schon - doch manchmal rutscht ein unerfreuliches durch (Symbolbild: Getty Images)

Denn offenbar haben auch Coronavirus-Verschwörungstheoretiker die Plattform für sich entdeckt. Auf Spreadshirt war ein Motiv aufgetaucht, das am Wochenende für reichlich Furore auf Twitter und Facebook sorgte. Es zeigt einen gelben, dem Davidstern nachempfundenen Stern, der an das damals als Judenstern bekannte Symbol der Verfolgung aus dem Nationalsozialismus erinnert. Auf Spreadshirt trägt er die Aufschrift “Nicht geimpft”.

Dank der "Vorabfreigabe" des Unternehmens kann ein solches Motiv im Verkauf gelangen (Screenshot: Spreadshirt)

“Da dieses Symbol wahrscheinlich bald zur Pflicht wird, gibt es dieses schon vorab hier im Angebot. Es ist wichtig in einer WHO Diktatur, dass man ungeimpfte Personen leicht erkennen kann”, schrieb der Nutzer zu seinem Angebot, in dessen Titel Stichworte wie “Corona” und “Zwangsimpfung” unmissverständlich klarmachen sollten, worauf er sich hierbei bezog.

Dass sich der mutmaßliche Impfgegner dabei nationalsozialistischer Symbolik bediente, rief heftige Kritik hervor - nicht nur gegen den User selbst, sondern auch gegen die Plattform, die laut Kabarettist Florian Schroeder auch 24 Stunden nach den ersten Protesten auf Social Media nicht reagiert hatten.

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Das Unternehmen reagiert - doch das Problem bleibt

Am Sonntag hat Spreadshirt das Motiv schließlich von der Seite entfernt und sich entschuldigt. Trotz “technischer und menschlicher Filter” könne es vorkommen, dass Designs “durch’s Netz rutschen”, wie es in einer Mitteilung auf Twitter heißt.

Wie das Unternehmen auf seiner Website beschreibt, werden die hochgeladenen Designs erst nach der Veröffentlichung auf dem Marktplatz geprüft. Dass durch diese “Vorabfreigabe” des Öfteren fragwürdige Motive im Verkauf landen, zeigt eine Auswahl aktueller und vergangener Motive, die eine Twitter-Userin gepostet hat.

Im Fall des Stern-Motivs hat mittlerweile der polizeiliche Staatsschutz eine Anzeige von Amts wegen erstattet, wie die dpa berichtet. Ob ein Verstoß gegen das Strafrecht vorliegt, müsse nun von der Staatsanwaltschaft geprüft werden.

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