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Wir sind nicht "minderbemittelt": Hausärztin kritisiert Impfpläne der Politik scharf

Willy Flemmer
·Freier Autor für Yahoo
·Lesedauer: 3 Min.

Immer mehr Ärzte kritisieren die Impfkampagne der deutschen Politik. Eine Medizinerin findet für die Missstände klare Worte.

Doctor giving patient vaccine, flu or influenza shot or taking blood test with needle. Nurse with injection or syringe. Medicine, insulin or vaccination. Hospital office room.
Vielen Ärzten geht das Impfen viel zu langsam. (Symbolbild: Getty Images)

Die deutsche Politik bekämpft die Corona-Pandemie, sagen wir es gelinde: mit langsamen Schritten. Endlich dürfen bald auch Hausärzte die Vakzine verimpfen. Die Umsetzung findet auch auf diesem Gebiet zögerlich und uneinheitlich statt. Schrittweise, so schnell wie möglich, spätestens aber ab 19. April sollen sich die Arztpraxen am Impfprozess beteiligen, empfahlen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am 10. März. Kein Wunder, dass immer mehr Ärzte ihren Unmut äußern. Auch sie sind der Ansicht: Die Impfkampagne ist zu langsam, außerdem entscheiden Politiker über die Köpfe der Mediziner hinweg. Das meint auch eine Ärztin, die die Missstände auf Twitter scharf kritisiert.

Kommentar: Im Impfen werden wir nicht mehr Weltmeister

"Liebe Gesundheitsminister, bitte nicht", schreibt Schwesterfraudoktor, so der Profilname der Hausärztin, über die Pläne zur Einbeziehung der Arztpraxen. "Wir haben mit der Planung bereits begonnen und möchten das jetzt wirklich nicht mehr verzögern." Hinter dem Pseudonym steckt die in der Nähe von Frankfurt am Main lebende Allgemeinmedizinerin und Autorin Ulrike Koock, die sich selbst als "schreibende Landärztin" bezeichnet. Unter Schwesterfraudoktor unterhält sie auch einen preisgekrönten Blog.

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Wir können das – besser als ihr!

In einer Reihe weiterer Tweets beklagt sie außerdem das fehlende Vertrauen der Politiker in die fachliche und organisatorische Kompetenz der Mediziner, denen man die Corona-Impfungen ohne Vorgaben und Verordnungen offenbar nicht zutraut. "Wir impfen jedes Jahr massenhaft gegen Influenza", schreibt Schwesterfraudoktor. "Wir haben die Schemata von Tetanus, Hepatitis, FSME, Pneumokokken, Zoster, HPV, MMR usw. im Kopf. Wir impfen gegen Gelbfieber, Typhus, Tollwut. Aber das Verimpfen von Corona-Impfstoffen soll für uns zu kompliziert sein?!"

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Und weiter: "Wir Hausärzte kriegen es durchaus hin, unsere Patienten zum richtigen Zeitpunkt wieder einzubestellen. Wir schaffen es auch, die Priorisierung einzuhalten. Darüber hinaus könnten wir überschüssigen Impfstoff an Freiwillige verimpfen, damit er nicht verworfen wird." Schwesterfraudoktor ist sich sicher: Die Ärzte können das alles – "vielleicht sogar besser als so mancher Bankkaufmann." Ihr Appell an die Politik: "Es wäre also ganz freundlich, wenn man uns nicht als kleine, minderbemittelte Randerscheinung der Medizin betrachten würde."

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Hausärzteverband fordert schnelleres Tempo

Mit ihrer Kritik steht Allgemeinmedizinerin nicht alleine da. Über die Verzögerung des Impfstarts in den Arztpraxen ärgert sich auch der Deutsche Hausärzteverband. "Warum bis zum April warten? Wir stehen bereit", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt über die Empfehlung der Ministerpräsidenten, mit den Impfungen erst ab Mitte April zu beginnen. Zuvor war Anfang April als Starttermin anvisiert worden. Dass die Hausärzte nicht von Beginn an in die Impfkampagne einbezogen wurden, bezeichnete Weigeldt als "Versäumnis allererster Ordnung". Seine Forderung: "Wir müssen endlich Fahrt aufnehmen beim Impfen".

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