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Wim Wenders: In Lyon für sein Gesamtwerk mit dem 15. Prix Lumière geehrt

Der deutsche Regisseur Wim Wenders ist in Lyon mit dem Prix Lumière für sein gesamtes Schaffen ausgezeichnet worden. Ein Preis, der die größten Namen der Filmgeschichte ehrt. Nach Clint Eastwood, Pedro Almodóvar, Catherine Deneuve, Ken Loach, Quentin Tarantino, Martin Scorsese, Jane Fonda, Jane Campion oder Tim Burton wurde nun der große deutsche Regisseur von "Der Himmel über Berlin", "Paris, Texas" oder "Buena Vista Social Club" für sein Werk ausgezeichnet.

Ein Werk, das sowohl den Spiel- als auch den Dokumentarfilm erforscht, ein Filmemacher, der auch Fotograf ist und sich immer über die Bedeutung der Bilder Gedanken gemacht hat. Für ihn ist die Verleihung des Prix Lumière etwas ganz Besonderes.

"In dem Wort Lumière liegt die Quelle des Kinos", findet Wim Wenders. "Lumière, das ist die Essenz des Lebens, dieser Preis ist sehr symbolisch und bereitet mir seltsamerweise mehr Freude als jeder andere Preis, den ich je erhalten habe."

Filmmacher Wim Wenders in Lyon
Filmmacher Wim Wenders in Lyon - euronews

Ein Werk ohne Grenzen

Nach "Pina", seinem Dokumentarfilm über die Tänzerin Pina Bausch, würdigt Wim Wenders mit "Anselm – Das Rauschen der Zeit", der im Herbst in die Kinos kommt, den deutschen Künstler Anselm Kiefer. Wenders ist ein Filmemacher ohne künstlerische oder geografische Grenzen.

"Für mich war das Kino nie eine nationale Geschichte, ich habe es in Paris entdeckt, ich wollte Maler werden und habe das Kino entdeckt, und das hat mein Leben verändert", erzählt der 78-Jährige.

"Ich bin ein überzeugter Europäer. Es war eine der größten Begeisterungen meines Lebens, diese Idee von einem Europa zu haben, in dem es immer Frieden und nie wieder Krieg geben wird, in dem man die Nationalismen hinter sich lässt. Und wir haben gesehen, wohin das geführt hat, dieser Gedächtnisverlust ist eine große Katastrophe."

In Japan hat er seinen neuesten Film "Perfect Days" gedreht, der in Cannes ausgezeichnet wurde und Ende des Jahres in die europäischen Kinos kommt.

Retrospektiven und Würdigungen

Das Festival Lumière bietet zahlreiche Retrospektiven und Würdigungen, darunter in diesem Jahr Wes Anderson, Marisa Paredes oder Terry Gilliam, der ehemalige Monty Python, der unter anderem "Brazil" und "12 Monkeys" gedreht hat.

Fimregisseur Terry Gilliam in Lyon
Fimregisseur Terry Gilliam in Lyon - euronews

"Ich sehe die Wiege des Kinos, das begeistert mich. Wir haben das (Kino) nicht viel besser gemacht als die Brüder Lumière. Sie waren von Anfang an brillant", sagt Filmregisseur Terry Gilliam. "Ich möchte, dass alle meine Filme restauriert werden, man hat erst vor kurzem damit begonnen. Diese neue Version von 12 Monkeys kommt in Frankreich heraus, ich wollte daran beteiligt sein, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, weil es ein Film ist, auf den ich sehr stolz bin."

"12 Monkeys" wurde restauriert und auf dem Festival Lumière gezeigt. Eine Möglichkeit, Kultfilme auf der großen Leinwand und nicht auf dem Smartphone oder Tablet wiederzubeleben.

Das Festival Lumière in Lyon hat sich als eines der wichtigsten Filmfestivals in Europa etabliert. Ein atypisches und populäres Festival, das die gesamte Filmgeschichte und ihre großen Klassiker präsentiert, mit einem Filmmarkt und Fachleuten für die Restaurierung und das Kulturerbe. Nicht zu vergessen die großen zeitgenössischen Filme und zahlreiche Vorpremieren der wichtigsten Festivals wie Cannes oder Venedig. All das natürlich auf großer Leinwand in den Kulturstätten der Stadt, oft in Anwesenheit berühmter Gäste.