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Du willst von Dividenden leben? Die ersten Meilensteine sind eher erreicht, als du denkst!

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Als Einkommensinvestor wird man früher oder später davon träumen, von seinen eigenen Dividenden leben zu können. Eine Zielsetzung, die in gewisser Weise sogar recht natürlich erscheint. Denn immerhin ist das Ziel der finanziellen Freiheit wohl eines, das viele Investoren und nicht bloß Dividendenjäger eint.

Wer für dieses Ziel auf Dividendenaktien setzt, hat gewisse Vorteile. So kann man gerade als Einkommensinvestor schließlich die eintrudelnden Dividenden einsetzen, um so manche Rechnung zu bezahlen. Das führt unterm Strich zu keinerlei Kapitalabbau durch den Verkauf einzelner Aktien, was das Portfolio langfristig aufzehren würde.

Nichtsdestoweniger erscheint das Ziel der finanziellen Freiheit für viele, die noch eher im Anfangsstadium sind, weit entfernt. Wobei die ersten Meilensteine gewiss früher erreicht werden können, als viele Dividendenjäger vermutlich denken.

Wer in Etappen denkt, kommt schneller voran!

Wer in Etappen denkt, wird sein Ziel der finanziellen Freiheit gefühlt früher erreichen können. Beziehungsweise es hilft zumindest psychologisch, wenn man als Investor in kleineren finanziellen Dimensionen denkt, um am Ball bleiben zu können und die Motivation für diesen langen Weg aufrechtzuerhalten.

Wer zunächst gedanklich plant, seine Wocheneinkäufe, die Miete, oder auch eine Tankfüllung pro Monat mithilfe der eigenen Ausschüttungen zu decken, wird zwar nicht direkt finanziell frei. Allerdings sieht man als Investor hierbei, dass man Stück für Stück weiter vorankommt, was den weiteren Weg einfacher werden lässt. Und diesen durch einzelne kleine Erfolge kennzeichnet.

Auch bei den individuelleren Zielen sollte eine gewisse Staffelung erfolgen. Wer nämlich gedanklich direkt mit der Miete anfängt, wird diesen Meilenstein womöglich erst in vielen Jahren erreichen. Vielleicht sollte man daher gerade am Anfang eher kleinere Brötchen backen. Beispielsweise, indem man zunächst an die KFZ-Versicherung denkt oder auch an die GEZ-Gebühren, wobei solche Ziele langfristig natürlich steigerungsfähig sind.

Der Vermögensaufbau verläuft nicht linear

Außerdem sollte man sich als Einkommensinvestor vergegenwärtigen, dass der eigene Vermögensaufbau nicht linear verläuft und ein Großteil der finanziellen Freiheit zu einem Zeitpunkt erreicht ist, der womöglich noch nicht danach aussieht.

Gerade wenn man als Einkommensinvestor schließlich die eintrudelnden Dividenden reinvestiert, helfen die eigenen Ausschüttungen langfristig, die Vermögensbasis für weitere Dividendenströme gewaltig zu erweitern. Wer bereits die ersten 100.000 Euro in seinem Dividendendepot hat, ist zwar augenscheinlich noch weit von der finanziellen Freiheit entfernt. Sofern man als Dividendenjäger jedoch eine Netto-Dividendenrendite von 5 % auf das eingesetzte Kapital erhält, hat man jedes Jahr weitere 5.000 Euro zur Verfügung, die in weitere Dividendenwerte investiert werden können.

Das kann die eigenen Sparraten, die man monatlich, jährlich oder auch vierteljährlich in seinen eigenen Finanzielle-Freiheit-Fonds investiert, bedeutend aufstocken. Und die Einkommensbasis, die man jeden Monat erhält, gewaltig erweitern und das eigene Dividendenwachstum konsequent erhöhen. Genauso wie das Vermögen, das hierdurch Jahr für Jahr größer wird, auch weil man jedes Jahr mehr finanzielle Mittel erhält, die in weitere Dividendenaktien investiert werden können.

Konzentriere dich auf das Kleine, blicke auf das Große!

Sich daher auf kleinere Etappen zu konzentrieren, allerdings nicht das große Ganze aus den Augen zu verlieren, kann daher speziell beim Ziel der finanziellen Freiheit eine wichtige Weisheit werden, die zu mehr Willenskraft führt. Außerdem sollte man als Dividendenjäger stets daran denken, dass jeder einzelne Euro mehr zu konsequent höheren Dividenden führt, was gerade im fortgeschrittenen Stadium zum schnelleren Erreichen der eigenen Ziele führt.

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