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Will Smiths Rückkehr nach dem Oscar-Eklat: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

Im Apple-Film "Emancipation" ist Will Smith erstmals seit seinem Oscar-Eklat wieder in einer großen Rolle zu sehen. (Bild: Apple)
Im Apple-Film "Emancipation" ist Will Smith erstmals seit seinem Oscar-Eklat wieder in einer großen Rolle zu sehen. (Bild: Apple)

Will Smith will seine Oscar-Ohrfeige vergessen machen, während Netflix die Kult-Marionette Pinocchio in ganz neuem Licht dastehen lässt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Bei der Oscar-Verleihung 2022 kam es zum Eklat: Nachdem der Komiker Chris Rock sich über Will Smiths Frau Jada lustig gemacht hatte, verpasste Smith seinem Kollegen vor laufenden TV-Kameras eine Ohrfeige. Dass Smith an diesem Abend durch die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller für "King Richard" seine Karriere vorläufig krönte, war da nur noch Makulatur. Nun meldet sich der streitbare Mime mit dem Sklaverei-Drama "Emancipation" bei Apple TV+ zurück. Was Netflix, Disney+ und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

Bei Amazon erlebt Uwe Ochsenknecht in der Serie "Friedliche Weihnachten" ein ungewöhnliches Fest. (Bild: 2022 Amazon.com)
Bei Amazon erlebt Uwe Ochsenknecht in der Serie "Friedliche Weihnachten" ein ungewöhnliches Fest. (Bild: 2022 Amazon.com)

"Emancipation", Apple TV+

Nach dem Ohrfeigen-Skandal bei der Oscar-Verleihung 2022 lag nicht nur die Zukunft von Will Smith auf Eis, auch das Schicksal des Bürgerkriegsdramas "Emancipation" war ungewiss. Lange Zeit war unklar, ob die 120 Millionen Dollar teure Apple-Produktion überhaupt veröffentlicht wird. Nun steht aber fest: Am 9. Dezember kehrt Smith bei Apple TV+ mit dem wuchtigen Sklaverei-Drama zurück auf die Bildfläche.

Laut des Tech-Giganten handelt der Film vom Sklaven Peter, "der es mit Verstand, unerschütterlichem Glauben und tiefer Liebe für seine Familie schafft, seinen kaltblütigen Jägern und den Sümpfen von Louisiana zu entkommen". Nach einer ersten Vorführung Anfang Oktober würdigten Kritiker vor allem Smiths Leistung sowie die von Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day"). Selbst ein erneuter Oscar scheint für Smith möglich - auch, wenn er den Preis wegen seines Ausschlusses von den Preisverleihungen der nächsten zehn Jahren den Goldjungen nicht selbst in Empfang nehmen dürfte.

Meisterregisseur Guillermo del Toro verhilft bei Netflix Pinocchio und dem Holzschnitzer Geppetto zu neuem Leben. (Bild: Netflix)
Meisterregisseur Guillermo del Toro verhilft bei Netflix Pinocchio und dem Holzschnitzer Geppetto zu neuem Leben. (Bild: Netflix)

"Pinocchio", Netflix

Jeder kennt die zigfach adaptierte Geschichte vom hölzernen Knaben, der so gerne ein echter Junge sein möchte. Als Musterverfilmung gilt der Zeichentrick von 1940. Guillermo Del Toro aber bezieht sich mit seinem neuen "Pinocchio" nicht auf diesen Kinderfilm-Klassiker, sondern eher auf die Original-Geschichte des italienischen Autors Carlo Collodi. Und die, erklärte del Toro schon vor einigen Jahren, sei viel "perverser" und "gruseliger" als die "Pinocchio"-Version von Disney.

Angesiedelt ist das Märchen um Spielzeugmacher Geppetto und seinen holzgeschnitzten Bengel Pinocchio, der sich trotz bester Vorsätze immer wieder zu bösen Streichen hinreißen lässt, im faschistischen Italien der 1930er-Jahre. Bereits 2008 sprach Guillermo del Toro erstmals von einer geplanten "Pinocchio"-Verfilmung, dann passierte lange nichts - kein großes Studio wollte sich auf del Toros düstere Vision einlassen und das nötige Geld zuschießen. Am Ende hat es Netflix übernommen, weshalb der Film auch schon wenige Wochen nach Kinostart, ab 9. Dezember, bei dem Streamingdienst zu sehen ist.

Der aufwendige Stop-Motion-Animationsfilm fährt mit vielen prominenten Sprechern und Sprecherinnen auf - in der englischen Fassung hört man unter anderem Ewan McGregor, Christoph Waltz und Tilda Swinton.

Connie (Emma Corrin) und Oliver (Jack O'Connell) haben eine Affäre. (Bild: Netflix)
Connie (Emma Corrin) und Oliver (Jack O'Connell) haben eine Affäre. (Bild: Netflix)

"Friedliche Weihnachten", Amazon

Weihnachten, das Fest der Liebe und Harmonie, es naht - Pustekuchen! Im deutschen Amazon-Original "Friedliche Weihnachten" ist der Titel alles andere als Programm. In einem Alpen-Chalet hat Anton (Timur Bartels) Großes vor: Er will seiner großen Liebe - der jungen Ärztin Johanna (Valerie Huber) - einen Heiratsantrag machen.

Weil es jedoch das Fest der Familie ist, müssen die beiden Liebenden ihre sehr gegensätzlichen Familien unter ein Dach bringen - was in einer luxuriösen Berghütte im verschneiten Zillertal in einer chaotischen Kollision völlig gegensätzlicher Lebensentwürfe gipfelt. Mit Uwe Ochsenknecht, Esther Schweins, Wayne Carpendale und Elena Uhlig ist der leicht überdrehte, aber mit charmanten Momenten aufwartende Dreistünder (sechs Folgen à 30 Minuten) ein leichter, aber angenehmer Festbegleiter. Die herzerwärmende Komödie startet am 9. Dezember bei Prime Video.

"1883" erzählt die Vorgeschichte der Kevin Costner-Serie "Yellowstone". (Bild: Paramount)
"1883" erzählt die Vorgeschichte der Kevin Costner-Serie "Yellowstone". (Bild: Paramount)

"Lady Chatterley's Liebhaber", Netflix

Mit kontrovers diskutierten Liebesfilmen kennt sich Netflix aus: Der Skandalstreifen "365 Days" brachte dem Streamingdienst einst sogar einen Protestbrief von Sängerin Duffy an CEO Reed Hastings ein, auch die Hit-Serie "Bridgerton" fuhr mit offenherziger Erotik auf. Nun kündigt der Streamingdienst erneut ein "sinnliches, sexuelles Erwachen" an: "Lady Chatterley's Liebhaber", die Verfilmung der wohl umstrittensten Liebeserzählung überhaupt.

Der gleichnamige Roman von D.H. Lawrence stand 1960 im Mittelpunkt des "Obzönitätsprozesses" in Großbritannien. Die britische Krone verklagte damals den Verlag der Liebeserzählung, schließlich sei die Geschichte nicht nur aufrührerisch und skandalös, sondern obendrein vulgär und pornografisch. Etwas mehr als 60 Jahre später obliegt es dem Netflix-Publikum, über offenherzig verfilmte amouröse Verwicklungen zu urteilen.

Und darum geht's: Dank der Heirat mit Clifford Chatterley (Matthew Duckett) winken Connie (Emma Corrin, "The Crown") Reichtum und Privilegien. Doch ihr Mann kehrt gebrochen aus dem Krieg zurück - und Connie nähert sich dem Wildhüter Oliver (Jack O'Connell) an. Bald muss sie sich in der Romanze "Lady Chatterley's Liebhaber" (ab 2. Dezember) zwischen erotischem Verlangen und Pflichtbewusstsein entscheiden.

"1883", Paramount+

Mit der Neowestern-Serie "Yellowstone" gelang Paramount 2018 ein echter Coup: Die Produktion mit Oscar-Preisträger Kevin Costner in der Hauptrolle platzierte sich auf dem zweiten Platz der am häufigsten angesehenen Serien im US-Kabelfernsehen überhaupt. In mittlerweile fünf Staffeln erzählt die hochgelobte Produktion vom Rinderfarmer John Dutton (Costner) und dessen Imperium. Aber wie kam die Familie Dutton eigentlich zu ihren Ländereien und ihrem Reichtum? Diese Frage beantwortet das Prequel "1883" (ab 8. Dezember, Paramount+).

Die zehn Episoden folgen dem Ehepaar James (Tim McGraw) und Maragaret Dutton (Faith Hill), das im Montana des späten 19. Jahrhunderts eine bessere Zukunft sucht. Mit einer Karawane von Begleitern rund um den vom Schicksal gebeutelten Ex-Army-Captain Shea Brennan (Sam Eliott) beginnt eine gefährliche Reise, die sie mit der unbarmherzigen Natur und mit grausamen Banditen konfrontiert.

"1883" kommt mit großen Vorschusslorbeeren nach Deutschland: Die US-Premiere der Auftaktepisode avancierte laut Paramount zur "meistgesehenen Serienpremiere aller Zeiten". Außerdem sahnte die Produktion von Serienschöpfer Taylor Sheridan 2022 zwei Nominierungen bei den Emmys ab.