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Wie parke ich mein Geld am besten? Alternativen zum Sparbuch

Stefanie Kühn
Finanzexpertin Yahoo Finanzen
Das Sparbuch hat weitgehend ausgedient (Symbolbild: Getty Images)

Kürzlich las ich in einer Studie der „Aktion pro Aktie“, dass die Deutschen oftmals die Rendite ihrer kurzfristigen Geldanlagen überschätzen. Sie glauben, dass sich ein Sparbuch mit 1,1% rentiert. Diese Zinssätze für Sparbücher sind schon lange passé, derzeit gibt es im Durchschnitt 0,02% (April 18).

Wenn Sie dazu eine andere Prozentzahl betrachten, nämlich dass 43% der Bundesbürger Sparbücher besitzen, dann liegen unvorstellbar immense Mengen unverzinst auf deutschen Konten und führen so zu einer Vermögensvernichtung von hohen Summen.

Nun ist es keineswegs unsinnig, Vermögenswerte täglich verfügbar oder mit einer kurzen Kündigungsfrist anzulegen – zum einen als Notfallreserve, zum anderen auch für mittelfristige Ausgaben wie Renovierungen oder ein neues Auto. Alle anderen Sparziele dürften aber mit anderen Produkten wie Festgeldern oder aktienbasierten Anlagen besser erreicht werden.

Nehmen wir an, Sie finden bei der Durchsicht Ihrer Unterlagen ein oder mehrere Sparbücher. Dann ist es Zeit zu handeln. Momentan haben Sie folgendes: ein praktisch unverzinstes Sparprodukt mit 3-monatiger Kündigungsfrist. 2.000 Euro pro Monat dürfen Sie jeden Monat „entschädigungsfrei“ abheben. Dabei stellt sich mir natürlich die Frage, wo bei einem Null-Zins die Strafe sein kann, außer, dass man Sie nicht an das Geld heranlässt, wenn Sie sofort darüber verfügen wollten.

Welche Alternativen haben Sie zum Sparbuch?

Tagesgeldkonto:
Ein Tagesgeldkonto ist ein im Guthaben geführtes kostenfreies Konto, das noch bis zu 0,4% (bei speziellen Aktionen der Banken auch etwas mehr) Zins bringt. Sie können täglich darüber in unbegrenzter Menge verfügen (eventuell gibt es bei Online-Konten Tages-Höchst-Limite aus Sicherheitsgründen). Einen guten Zins erhalten Sie bei vielen Direktbanken. Bitte achten Sie dabei stets auf die Einlagensicherung.

Online-Sparbücher und Co.:
Einige Direktbanken bieten Sparbuch-ähnliche Produkte an. Teilweise gelten die oben genannten Sparbuchbedingungen oder das Geld ist dann für 30, 60 oder 90 Tage fest. Manchmal gibt es eine automatische Verlängerungsmöglichkeit, so dass Sie kündigen müssen, wenn Sie über das Geld zum nächsten Fälligkeitstermin verfügen möchten. Der Zins ist oft etwas höher als im Tagesgeld.

Weitere Varianten für kurzfristig verfügbares Geld:
Außerdem gibt es Kombigelder – da ist die Hälfte des Geldes frei verfügbar, die andere für einen Zeitraum X fest angelegt. Wenn hier z.B. 5 Jahre ausgewählt wurde, ist der Zins oft recht attraktiv. Diese Gelder eignen sich besonders dann, wenn Ausgaben anstehen, der Zeitpunkt dafür aber unklar ist. Eine Heizungserneuerung könnte so eine Ausgabe sein – ab einem bestimmten Alter der Anlage muss man zwar jährlich damit rechnen, dass sie kaputt geht, oftmals hält sie dann aber doch noch ein paar Jährchen.

Früher wurden gerne Geldmarktfonds als Tagesgeldersatz hergenommen. Das erscheint mir derzeit nicht attraktiv. Wenn die derzeit mageren Zinsen noch mit Kosten belastet werden, bleibt für Sie nichts mehr übrig.

Viel Erfolg bei der Anlage Ihrer kurzfristigen Gelder.

Ihre
Stefanie Kühn