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Wie kann man 10.000 € jetzt effektiv anlegen?

Vincent Uhr
freier Journalist
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Die aktuellen Zeiten machen es den Sparern noch immer schwer an eine ansehnliche Rendite zu kommen. Gängige Formate wie Lebensversicherungen, Festgeldkonten oder auch das liebe Bausparen erzielen insbesondere bei Neuverträgen keinerlei effektiven Resultate. In vielen Fällen reicht das nicht einmal mehr aus, um die Inflation von in etwa 2 % pro Jahr im langjährigen Durchschnitt auszugleichen.

Wer sein Geld daher vermehren möchte, wird daher um ein wenig Risiko nicht mehr herumkommen. Nichtsdestotrotz ist es langfristig möglich, bereits 10.000 Euro effektiv anzulegen, ohne hierbei waghalsige Investitionen eingehen zu müssen. Betrachten wir heute daher vier verschiedene Wege, wie das in Zeiten niedriger Zinsen prinzipiell möglich sein kann.

1) Aktien

Häufig hören Sparer in Zeiten niedriger Zinsen, dass man um Aktien prinzipiell nicht herumkommen wird, wenn man eine Rendite einfahren möchte. Eine Sichtweise, an der prinzipiell viel Wahres dran ist, allerdings handelt es sich hierbei nicht um den einzigen Weg, um als Sparer eine Rendite erhalten zu können, wie wir im Folgenden noch sehen werden.

Dennoch sind Aktien für langfristig-orientierte Investoren einer der besten Wege, um das meiste aus seinen Finanzen herauszuholen. Gängige Aktienindizes haben es innerhalb der Vergangenheit beispielsweise auf eine durchschnittliche Rendite in Höhe von ca. 8 % pro Jahr über viele Jahre hinweg gebracht. Ein Wert, der in etwa eine Messlatte für Investoren sein sollte, wenn sie ihr Glück mit Aktien versuchen möchten.

10.000 Euro bieten hierbei zudem gleich mehrere Vorteile. Mithilfe eines solchen Geldbetrages ist es nämlich bereits effektiv möglich, diversifiziert, das heißt, gestreut zu investieren. So sind beispielsweise Stückelungen von jeweils 1.000 Euro in zehn verschiedene Aktien möglich. Oder auch 2.000 Euro in fünf verschiedene Aktien, je nach individueller Risikoneigung. Neben vielen weiteren Diversifikations- und auch Allokationsmöglichkeiten, die dieser Geldbetrag natürlich ebenfalls offen hält.

Investoren sollten bei einem Betrag von 10.000 Euro jedoch darauf achten, es mit der Diversifikation nicht zu übertreiben. Für jede Kauf- und Verkauforder werden vom Broker schließlich Gebühren erhoben. Auch wenn diese im Bereich der Direkt- und Onlinebroker vergleichsweise gering sind, können sie die Rendite langfristig dennoch erheblich schmälern.

2) ETF

Eine zweite Möglichkeit für alle, die sich nicht selbst ihr Aktiendepot mit Dividenden- oder Wachstumswerten bestücken wollen könnte zudem noch darin bestehen, die 10.000 Euro in ETF (Exchange Traded Funds, zu deutsch: börsengehandelte Fonds) zu investieren. Mithilfe dieser passiven Investitionsvehikel ist es häufig spielend leicht möglich, ein diversifiziertes Portfolio auf einen Streich zu bekommen. Sowie mithilfe dieser speziellen Fonds langfristig an den Möglichkeiten des breiten Marktes zu partizipieren.

Neben dieser Einfachheit besitzen viele ETF zudem noch weitere Vorteile. Sie gelten nämlich ebenfalls als vergleichsweise preiswert und speziell die Indexfonds sind sehr transparent. Außerdem müssen sich Investoren hier nicht um die Diversifikation sorgen, da diese Passivfonds gleichzeitig in viele verschiedene Aktien investieren. Das bringt häufig einen bunten Mix verschiedener Wertpapiere aus verschiedenen Bereichen mit sich.

Nichtsdestoweniger sollten Investoren hier keine falschen Rückschlüsse ziehen, denn auch diese Passivfonds sind leider keine Wundermittel. Marktübliche Risiken, wie speziell eine heftigere Korrektur oder auch ein Crash können schließlich auch ganze Indizes treffen, weshalb sich auch diese Produkte eher für langfristig-orientierte Investoren eignen.

Außerdem sollten Investoren hier stets einen Blick auf die jeweiligen, zugrundeliegenden Indizes riskieren, denn nicht alle Börsenbarometer sind für einen passiven Ansatz gleich geeignet. Unser heimischer Leitindex, der DAX, verfügt mit seinen 30 Index-Vertretern beispielsweise lediglich über eine geringe Diversifikation. Da zudem viele Aktien des DAX aus den Bereichen Automobilindustrie und dem Chemiebereich kommen, besteht hier eine starke zyklische Ausrichtung.

3) REITs

Wer mit seinen 10.000 Euro lieber in etwas handfestes Betongold investieren möchte, hat auch hier grundsätzlich einige Möglichkeiten. Auch wenn eine Immobilie mit einem so überschaubarem Geldbetrag häufig nicht im Bereich des Möglichen liegen werden, sind Investitionen in diesem Segment jedoch definitiv üblich.

Eine spezielle Gattung börsengehandelter Immobilienunternehmen, beziehungsweise Fonds sind nämlich die sogenannten Real Estate Investment Trusts (REITs). Hierbei handelt es sich um eine Mischform aus Fonds und Unternehmen, die ausschließlich im Immobilien-Segment agieren und im Gegenzug für steuerliche Privilegien stets zu hohen Dividenden verpflichtet sind. Ausschüttungen in Höhe von 90 % des Gewinns sind hier keine Seltenheit, wobei hier regional auch andere Gesetzmäßigkeiten existieren können.

REITs können somit ein idealer Weg für alle sein, die gerne einen langfristigen Zinsersatz durch Immobilien erhalten möchten. Im Bereich dieser speziellen Immobilienunternehmen existieren zudem nicht bloß spannende und zuverlässige Ausschütter, die seit vielen Jahren und Jahrzehnten nicht nur beständige und moderat wachsende Dividenden ausschütten. Sondern zudem auch einige, ausgewählte Vertreter, die ihre Ausschüttungen sogar monatlich auszahlen. Das kann durchaus zu einem attraktiven, monatlichen Zusatzeinkommen führen, auch bei einem Einsatz von 10.000 Euro.

4) Beteiligungen an Bauvereinen

Eine gewisse Aktie light oder auch REIT light können zu guter Letzt noch die Beteiligungen bei Bauvereinen sein. Eigentlich handelt es sich hierbei um die Pflicht-Beteiligungen, die man als potenzieller Mieter einzahlen muss. Allerdings ist dieser Weg häufig auch für andere Investoren geöffnet, die keine Kunden werden wollen. Zudem besteht für Mieter und Sparer häufig die Option, die Pflichtanteile noch weiter auszubauen.

In vielen Fällen sind die Einsätze hier jedoch begrenzt, um ein gewisses Machtgleichgewicht zu halten. Nichtsdestoweniger erlauben es viele Bauvereine, zwischen 4.000 Euro und in einigen Fällen auch bis zu 6.000 Euro oder gar 8.000 Euro anzulegen, die häufig mit regelmäßigen Verzinsungen einhergehen. Diese können oftmals sogar 4 % betragen, in Ausnahmefällen existieren sogar höhere Ausschüttungen. Die jeweiligen Satzungen der Bauvereine geben hier Aufschluss über die Dividendenzahlungen und auch die jeweilige maximale Anzahle der Anteile, die man erwerben kann.

Der Vorteil solcher Beteiligungen ist, neben der Aussicht auf eine interessante Dividende, dass es hierbei keinerlei Kursschwankungen gibt. Das führt häufig zu einem Aktien-light-Gefühl, das vielleicht den Einstieg in die Welt der Beteiligungen erleichtern kann. Vielleicht ist ein solcher Schritt daher einer der ersten, über den man nachdenken sollte, wenn man auf der Suche nach einer attraktiven Rendite bei einem Einsatz von ca. 10.000 Euro ist.