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Wie eine unbequeme Toilette die Arbeitszeit steigern soll

Antonie Hänel
Freie Autorin

In Großbritannien soll eine Toilette erfunden worden sein, die den Aufenthalt auf dem stillen Örtchen richtig anstrengend macht. Verkaufsargument Nummer eins für Arbeitgeber: Die Steigerung der Arbeitszeit.

Eindeutig zu bequem, wo kommen wir denn da hin! (Bild: Getty Images)

Eine britische Firma hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um die Arbeitszeit von Mitarbeitern effizienter zu gestalten: unbequeme Toiletten. Nach Ansicht des Start-ups “StandardToilet” nutzen Mitarbeiter Klopausen offenbar länger als nötig, um sich gedankenverloren ihren Tagträumen oder Handys hinzugeben.

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Damit ist jetzt Schluss: Die patentierte Toilette neigt sich in einem 13-Grad-Winkel schräg nach unten, sodass das Sitzen auf der Schüssel nicht entspannend, sondern nach fünf bis sieben Minuten richtig anstrengend für die Beine wird. Man wünscht sich also, schnell wieder auf seinen vergleichsweise bequemen Bürostuhl zu kommen.

Gegenentwurf zur Kickertisch-Mentalität

Was für eine innovative Idee, besonders in Zeiten, in denen die meisten Firmen immer mehr Energie darauf verwenden, ihren Mitarbeitern die Zeit am Arbeitsplatz eher so angenehm wie möglich zu gestalten. Die “StandardToilet” ist damit der Gegenentwurf zur Kickertisch-Mentalität vieler Start-ups.

Die Idee kam dem Designers Mr Gill, als dieser auf der Autobahn aufs Klo musste und dort länger in der Schlange stand. “Ich habe mich gefragt, was die Leute da drin machen”, zitiert ihn die BBC.

Dass er mit der Idee sadistischen Chefs helfen könnte, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter effizienter – sprich: zur Hölle - zu machen, dieses Verkaufsargument ist ihm demnach erst später eingefallen. Auf der Website argumentiert die Firma mit einer Studie, nach der der durchschnittliche Toilettennutzer 25 Prozent mehr Zeit auf dem Lokus verbringen würde als nötig. Und errechnet, dass dem Land dadurch jährlich 19 Milliarden Euro entgehen würden.

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Doch nur ein schlechter Scherz?

Ein schlechter Scherz oder bitterer Ernst - darüber ist man sich noch uneinig. Während die BBC und Wired mit dem Erfinder gesprochen haben, führten die Recherchen von Spiegel Online ins Nichts. Auch die Website ist mittlerweile nicht mehr erreichbar. Dass wir die Erfindung für denkbar erachten sagt allerdings auch schon einiges über unsere Welt aus.

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