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Wetterkapriolen machten Nischenrohstoffe 2019 zu Top-Gewinnern

Michael Hirtzer und Ashley Robinson
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Wetterkapriolen machten Nischenrohstoffe 2019 zu Top-Gewinnern

(Bloomberg) -- Der Handelskrieg, extreme Wetterausschläge und wütende Bauern brachten im vergangenen Jahr Mais und Sojabohnen in die Schlagzeilen. Aber die beeindruckendsten Jahresgewinne verzeichneten wenig gehandelte Nischenrohstoffe.

Reis, pflanzliche Öle und Schnittholz kamen auf Preisanstiege von mindestens 25 Prozent. Der Grund: Verrückte Klimabedingungen schlugen sich in kleineren Märkten verstärkt nieder. Dort besteht häufig weniger Gewissheit über das Angebotspolster. Auch können geringere Handelsvolumina zu überzogenen Kursbewegungen führen.

Einige dieser kleinen Märkte haben große Gewinne verzeichnet:

Reis und Hafer

Übermäßig nasse Feldbedingungen behinderten in den USA den Anbau und die Ernte von Reis, Sojabohnen, Mais und Sommerweizen. Während die Ernte-Sorgen dazu beitrugen, dass all diese Märkte einen Jahresgewinn verzeichneten, fiel der Anstieg bei Reis mit 28% überproportional aus.

Es kam Besorgnis hinsichtlich des US-Angebots auf, aber auch die Reisproduktion in Brasilien litt. Dies bedeutet, dass es für Länder, die in der westlichen Hemisphäre in der Regel ihren Bedarf decken, weniger Optionen gibt.

“Wir haben eine der kleinsten Reisernten in der westlichen Hemisphäre”, sagte Milo Hamilton, Präsident von Firstgrain, einem Beratungsunternehmen für den Reishandel in Austin, Texas. “Der Inlandspreis in Brasilien geht durch die Decke.”

Hafer verzeichnete das vierte Jahresplus in Folge, die längste Aufwärtsbewegung seit 2007. Laut Scott Shiels von Grain Millers Canada in Yorkton, Saskatchewan, war der Anstieg teilweise auf die steigende Nachfrage nach Hafermilch zurückzuführen.

Es ist schwer zu sagen, ob die Gewinne anhalten werden, da relativ bessere Preise die Landwirte bewegen könnten, im Jahr 2020 mehr zu pflanzen.

“Reis hat Sojabohnen und Mais übertroffen, so dass im nächsten Jahr einige Anbauflächen entstehen und wahrscheinlich die Preise sinken werden”, sagte Jack Scoville, Vice President beim Broker Price Futures Group in Chicago.

Pflanzliche Öle

Die Preise für Speiseöle erlebten einen großen Aufschwung. Die Bewegung erfolgte angesichts der Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest in Asien, der zig Millionen Schweine erlagen. Angesichts schrumpfender Schweinebestände zerkleinern Verarbeitungsbetriebe weniger Sojabohnen für Viehfutter, wodurch auch das Angebot an Sojaöl sinkt. Der Palmölmarkt erhielt auch Rückenwind von Angebotssorgen und Erwartungen einer robusten Nachfrage nach Biokraftstoffen.

In Chicago gehandeltes Sojaöl stieg 2019 um 27% und verzeichnete damit den größten Anstieg seit 2010. In Malaysia gehandeltes Palmöl legte um 47% zu.

Schnittholz

Die Holzpreise haben 2019 eine kleine Achterbahnfahrt hinter sich. Zunächst fielen die Chicago-Futures Ende Mai um bis zu 15% auf ein Jahrestief von 286,10 Dollar pro 1.000 Kubikfuß (28,32 Kubikmeter). Der nasse Frühling führte zu einem Rückgang der US-Neubaubeginne, während die kanadischen Produzenten in British Columbia mit der Versorgung zu kämpfen hatten.

Das Blatt wendete sich, als die Holzfirmen endlich die Produktion drosselten und die US-Neubaubeginne wieder anzogen. Die Preise verzeichneten einen Jahresgewinn von 26,5%.

Die Rally dürfte sich 2020 fortsetzen. Durch die kanadischen Reduzierungen wird das Angebot in Nordamerika weiterhin knapp bleiben, sagt Kevin Mason, Geschäftsführer von ERA Forest Products Research.

“Es wird definitiv ein viel stärkerer Markt sein”, sagte Mason.

Überschrift des Artikels im Original:Wild Weather Helped Make Niche Commodities Big Winners in 2019

Kontakt Reporter: Michael Hirtzer in Chicago mhirtzer@bloomberg.net;Ashley Robinson in Winnipeg arobinson193@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: James Attwood jattwood3@bloomberg.net, Millie Munshi, Reg Gale

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