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Westsahara-Konflikt: Algeriens Banken setzen Handel mit Spanien aus

ALGIER (dpa-AFX) - Nach dem Einlenken Spaniens gegenüber Marokko im Streit um die Westsahara hat Algeriens Bankenverband angeordnet, Handelsgeschäfte mit dem südeuropäischen Land zu unterlassen. Banküberweisungen für Importe aus und Exporte nach Spanien sind demnach seit Donnerstag verboten. Die Gaslieferungen seien nicht betroffen, sagte Präsident Abdelmadjid Tebboune laut einer Erklärung. Algerien ist Spaniens wichtigster Gaslieferant.

Die spanische Regierung hatte im März eingeräumt, dass die Westsahara - wie von Marokko vorgeschlagen - eine autonome Provinz unter marokkanischer Souveränität sein könne. Madrid gab wenig später zudem den Beginn einer "neuen Phase" in den Beziehungen zu Marokko bekannt, die auf gegenseitigem Respekt beruhen und die Stabilität und territoriale Integrität beider Länder gewährleisten werde.

Die von Marokko beanspruchte Westsahara war bis 1975 eine spanische Kolonie. Nach dem Abzug Spaniens annektierte Marokko Teile des Territoriums an der Atlantikküste Nordwestafrikas. Rabat kontrolliert seitdem weite Teile des dünn besiedelten, aber rohstoffreichen Wüstengebiets. Die Bewegung Frente Polisario strebt derweil in der Westsahara nach einem unabhängigen Staat und wird dabei von Algerien unterstützt. Immer wieder kommt es zu Gefechten zwischen Polisario und der marokkanischen Armee. International wurde der Anspruch Marokkos bisher nicht anerkannt.

Aufgrund von Spaniens Kurswechsel kündigte Algerien auch an, ein 20 Jahre altes Freundschaftsabkommen mit Madrid auszusetzen. Spaniens Entscheidung trage zur Verschlechterung der Lage in der Westsahara und der gesamten Region bei, teilte Algeriens Präsidentenbüro mit.

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