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Weselsky fordert mehr Erste-Klasse-Abteile und Doppelstock-ICE

Die Deutsche Bahn müsse mehr Erste-Klasse-Abteile schaffen, fordert Claus Weselsky, Chef der Lokführergewerkschaft GDL. Die Erste Klasse in Fernzügen sei einfach zu oft überfüllt. Sein Lösungsvorschlag: Doppelstockzüge.

„Ein doppelstöckiger ICE kann etwa ein Drittel mehr Fahrgäste transportieren“, sagt GDL-Chef Weselsky. Das könne Kapazitätsprobleme lösen. Foto: dpa

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat von der Deutschen Bahn mehr Erste-Klasse-Abteile gefordert. „Es gibt immer häufiger Fernzüge, in denen die Erste Klasse überfüllt ist, in der Zweiten Klasse hingegen viele Plätze frei bleiben. Darauf muss das Unternehmen reagieren“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche. Laut Weselsky steigen immer mehr Geschäftsreisende vom Flugzeug auf die Bahn um, etwa auf der Strecke Berlin – Hamburg. Daher müsse die Bahn „die Kapazitäten in der Ersten Klasse wesentlich erweitern. Wir brauchen mehr Erste-Klasse-Abteile“.

Der GDL-Chef zweifelt zudem daran, dass die Bahn künftig wie geplant fünf Millionen Fahrgäste mehr pro Jahr befördern kann. „Die Bahn hat derzeit weder genug Züge noch genug Personal, um das zu schaffen“, so Weselsky. Verlängerte man Züge durch zusätzliche Wagen, gebe es „an vielen Bahnhöfen Probleme, weil die Bahnsteige zu kurz sind. Sie können die Leute ja nicht im Niemandsland aussteigen lassen.“

Er schlägt stattdessen vor, im Fernverkehr auf Doppelstockzüge setzen, so wie es sie zum Beispiel in Frankreich gibt. Weselsky: „Ein doppelstöckiger ICE kann etwa ein Drittel mehr Fahrgäste transportieren - bei gleicher Zahl von Lokführern und Zugbegleitern. Man braucht keine zusätzlichen Trassen, keine zusätzlichen Slots an den Bahnhöfen und es gibt keine Probleme mit zu kurzen Bahnsteigen.“ Er „hoffe sehr, dass der Fernverkehrsvorstand der Bahn in dieser Frage aktiv wird“.