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Wer verdient wie viel an einer Konzertkarte?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Für ein Konzert eines bekannten Musikacts müssen Besucher heute zwischen 50 und 200 Euro einplanen. Dass die Ticketpreise seit Jahren steigen, liegt vor allem daran, dass der Verkauf von Tonträgern kaum mehr Geld einbringt. Das Geld muss über Konzerte verdient werden – und neben den Künstlern noch einige andere satt machen.

Wer verdient eigentlich das meiste Geld an Konzerttickets? (Symbolbild. Getty Images)

Die Lieblingsmusik live zu hören, ist für Fans das Größte, doch dafür muss man immer tiefer in die Tasche greifen. Wer noch im Juli 2019 zum Beispiel Pink im Münchner Olympiastadion sehen will, zahlt mindestens 77 Euro. Bei Liam Gallagher kosten die günstigsten Tickets “nur“ um die 50 Euro, doch bei Megastars wie Elton John, Madonna oder den Rolling Stones kosten gute Tickets auch einmal mehrere hundert Euro.

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Wer streamt, kauft nicht mehr

Seit dem Aufkommen von Videoplattformen und Musikstreaming-Anbietern hat sich das Musikbusiness und die Art, wie man darin Geld verdient, komplett geändert. Während früher noch die Tonträgerverkäufe entscheidend waren, fließt das Geld heute vor allem über Konzerte. Darüber, wie viel Geld vom Verkauf eines Tickets wirklich beim Künstler landet, gibt kaum ein Betroffener Auskunft. Ein Musikredakteur von “Deutschlandfunk-Nova“ schätzte in einem vor wenigen Monaten erschienenen Artikel, dass es etwa ein Drittel des Verkaufspreises ist. Fest steht aber, dass dabei mehrere Faktoren eine Rolle spielen, allen voran die Bekanntheit des Stars, die Größe der Band und des Auftrittorts sowie der Aufwand, den die Bühnenshow mit sich bringt u.v.m.

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Konzerte lohnen sich vor allem auch für die Betreiber der Locations

Laut dem Portal “Orange“ aus der Verlagsgruppe “Handelsblatt“ geht ein großer Teil an den Ticketverkaufspreisen an den Betreiber der Halle, in dem das Konzert stattfindet. Ausgehend von einem Ticketpreis von 42,50 Euro wären das etwa zwölf Euro. Elf Euro werden für Steuern und Abgaben an die Künstlersozialkasse fällig, acht Euro gehen an das Team rund um den Musiker, das von der Organisation bis zum Aufbau der Bühne und der Technik alles erledigt. Der Künstler erhält eine vorher festgesetzte individuelle Gage, zu der pro verkauftem Ticket um die vier Euro dazu kommen.

Unter den Ticketanbietern gibt Eventim den Ton an

2,50 Euro behält zum Beispiel der Ticketverkäufer Eventim als Buchungsgebühr ein, wozu oft noch eine variable Vorverkaufsgebühr kommt. Bei Eventim, zu dem u.a. auch ticketonline.de oder getgo.de gehören, laufen die Geschäfte gut. Zuletzt stieg der Konzernumsatz im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf über 280 Millionen Euro. Als absoluter Platzhirsch und mit vergleichsweise wenig Konkurrenz kann Eventim die Preise ziemlich frei diktieren. Zum Schluss fallen laut der Schätzung von “Orange“ noch je zwei Euro für die Konzertagentur und den Veranstalter an, einer geht an die GEMA, die die Einnahmen wiederum an die Musiker ausschüttet.

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