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Weniger Rente durch Corona? Genauso könnte die traurige Realität aussehen!

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.
10.000 Rente
10.000 Rente

Noch vor gut einem Jahr schien durchaus alles in Ordnung zu sein. Man war arbeiten, die Kinder gingen zur Schule, alle Geschäfte waren geöffnet und ganz nebenbei wurden von den Aktien weltweit neue Höchststände markiert. Neue Höchstmarken an den Börsen erleben wir zwar derzeit auch wieder, aber ansonsten ist von unserer alten Normalität nirgendwo mehr etwas zu spüren. Ganz im Gegenteil.

Den Grund dafür kennen wir alle. Die Coronapandemie, die sich letztes Frühjahr weltweit sehr schnell ausbreitete, hat die Welt, so wie wir sie kannten, wahrscheinlich für immer verändert. Bis heute leben wir mit Kontaktverboten, Ausgangssperre und geschlossenen Schulen. Und immer noch sieht es nicht danach aus, dass sich dies über kurz oder lang wieder ändern wird.

Aber auch die wirtschaftlichen Schäden, die bis jetzt angerichtet wurden, sind enorm. Hier müssen wir uns nur einmal die Reisebranche, Fluglinien, die Gastronomie oder die Autobauer anschauen. Doch es gibt eine Sache, an die sehr viele Menschen im Moment überhaupt noch nicht denken. Gemeint sind hier die Auswirkungen der Coronakrise auf ihre spätere Rente. Doch ich denke, dass man sich genau damit einmal beschäftigen sollte.

Weniger Gehalt = geringere Rente

Schon seit fast einem Jahr ist das Thema Kurzarbeit für viele Arbeitnehmer traurige Realität. Laut Arbeitsagentur wurden im Oktober 2020 etwa 1,99 Mio. Kurzarbeiter gezählt. Ganz schlimm sah es im Bundesland Hessen aus. Schätzungsweise 7,4 % der Beschäftigten waren dort im Dezember vergangenen Jahres auf Kurzarbeit. Und für das Jahr 2021 geht die Behörde in Gesamtdeutschland von einem Jahresdurchschnitt von 700.000 Kurzarbeitern aus.

Was bedeutet dies nun in der Regel für die betroffenen Mitarbeiter? Zum einen natürlich, dass sie über einen gewissen Zeitraum mit wesentlich weniger Geld auskommen müssen. Zum anderen wird aber auch von jedem Betroffenen entschieden weniger in die Rentenkasse eingezahlt, solange er sich in Kurzarbeit befindet. Denn die Beiträge zur Rentenversicherung werden während der Kurzarbeit auf Basis des reduzierten Verdienstes der Beschäftigten gezahlt. Und dies bedeutet im Umkehrschluss, dass man später einen geringeren Rentenanspruch hat.

Aber die Coronakrise ist noch nicht vorbei. Es ist also noch nicht gesagt, wie viele Menschen direkt aus der Kurzarbeit vielleicht in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Den Arbeitsplatz zu verlieren wäre natürlich das schlimmste Szenario. Denn die Chance, wieder eine gleichwertige Beschäftigung zu finden, dürfte derzeit nicht allzu groß sein. Und was die Rente betrifft, könnten diese Menschen ihre bisherige Planung dann komplett über den Haufen werfen.

Private Vorsorge wichtiger denn je

Ich denke, die private Altersvorsorge sollte nicht nur wegen Corona für jeden an erster Stelle stehen. Es ist nämlich auch so schon höchst unwahrscheinlich, dass man sich mit seiner zukünftigen Rente einen halbwegs angenehmen Lebensstandard im Alter ermöglichen kann. Um später also nicht etwa ein sehr unzufriedenes Leben führen zu müssen, sollte man dringend selbst etwas tun.

Um die späteren Rentenbezüge nachhaltig aufzubessern, könnten in meinen Augen Dividendenaktien sehr gut geeignet sein. Mit ihren regelmäßigen Ausschüttungen kann man sich nämlich kinderleicht einen passiven Einkommensstrom generieren. Und dieser sollte dann helfen, im Alter die eine oder andere Versorgungslücke komfortabel zu schließen. Aus Platzgründen gehe ich jetzt aber nicht näher auf einzelne Werte ein. Doch hier bei uns Fools findest du jede Menge interessanter Artikel zu diesem Thema.

Wem die Anlage in Einzelaktien allerdings zu kompliziert erscheint, kann auch auf andere Weise Altersvorsorge betreiben. Zum Beispiel wären da noch ETF- oder Fondssparpläne zu nennen. Oder man weicht ganz klassisch auf eine private Rentenversicherung aus. Mir scheinen diese Möglichkeiten zwar weniger attraktiv zu sein, doch sie zu nutzen ist auf jeden Fall besser, als wenn man überhaupt nicht für später vorsorgt.

Fazit

Wie man unschwer erkennen kann, hat die Coronapandemie vermutlich tiefgreifendere Auswirkungen auf unser Leben, als viele derzeit noch glauben. Unter Umständen kann sie sich sogar negativ auf die Höhe der späteren Rentenbezüge auswirken. Um dem massiv entgegenzuwirken, sollte man also besser heute als morgen damit beginnen, sich eine passende Altersvorsorge aufzubauen.

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