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Spaniens Premier sieht 3 Mio. Corona-Fälle; mehr Ausgangssperren

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- In einigen europäischen Ländern fallen erneut Rekordmarken bei den Neuinfektionen, weitere Regierungen greifen auf Ausgangssperren zur Eindämmung der Pandemie zurück, und aus Spanien kommen höhere Zahlen als bisher gedacht: Der Corona-Überblick.

Nach Angaben von Ministerpräsident Pedro Sanchez haben sich in Spanien bislang wahrscheinlich über drei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert - das wären rund drei mal so viele, wie die offiziellen Daten ausweisen. Die höhere Zahl beruhe auf serologischen Tests, die die Antikörperreaktion messe, sagte Sanchez am Freitag in Madrid.

Sanchez bekräftigte seinen Appell an die Bevölkerung, ihre sozialen Kontakte einzuschränken. “Wir müssen um jeden Preis verhindern, dass es wieder zu Ausgangsverboten wie im Frühjahr kommt”, sagte er. Die nächsten Wochen und Monate würden “schwer, sehr schwer”.

Die französischen Behörden weiten die Ausgangssperren, die bislang für Paris und andere Großstädte galten, auf weitere Landesteile aus. Dann müssen rund 46 Millionen Menschen zwischen 21 Uhr und 6 Uhr morgens zu Hause bleiben. Die Regelung gilt ab Mitternacht.

Das Land hatte am Donnerstag 41.622 Neuinfektionen gemeldet, ein Rekordhoch. “In Frankreich, wie überall in Europa, ist die zweite Welle angekommen”, sagte Premierminister Jean Castex. “Die Lage ist ernst.” Auch Bulgarien meldete neue Höchstzahlen.

In Italien stehe eine Ausgangssperre ab 21 Uhr bevor, berichtete die Zeitung Corriere della Sera. Ähnliche Maßnahmen sind in den griechischen Großstädten Athen und Thessaloniki geplant. Die Slowakei bereitet Ausgehverbote vor, zusammen mit Plänen, die gesamte Bevölkerung auf das Virus zwei Mal zu testen.

Polen kündigte eine Verschärfung der Pandemiemaßnahmen an. So werden bestimmte Schülergruppen nun online unterrichtet, und Restaurants dürfen Essen nur noch zum Mitnehmen oder Ausliefern anbieten. Ein weitreichender Lockdown könnte notwendig werden, wenn sich die Infektionskurve nicht abflache, sage Premierminister Mateusz Morawiecki.

In Deutschland wurden nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Freitagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 5.952 Personen neu mit dem Coronavirus diagnostiziert, nachdem am Vortag mit 12.331 ein neuer Rekord gemeldet worden war. Seit Beginn der Pandemie wurde das Virus in der Bundesrepublik bei insgesamt 403.874 Personen festgestellt.

Im Zusammenhang mit Corona gab es 49 weitere Todesfälle, nach 29 am Vortag; die Gesamtzahl stieg damit auf 9.960.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 1,11, nach 1,09 am Vortag. Der 7-Tage-Wert, der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 1,23 angegeben.

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Sanchez, aktualisiert Polen)

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