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Corona-Warnung aus Brüssel, Sperrstunde in Paris

David Verbeek
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die EU warnt, Pariser Bars schließen früher und Peter Altmaier bleibt zu Hause: der Corona-Überblick.

Die EU forderte die Regierungen angesichts steigender Infektionszahlen auf, Tests und Kontaktverfolgung zu verstärken. “Dies könnte unsere letzte Chance sein, eine Wiederholung des Frühjahrs zu verhindern”, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Frankreich führt neue Beschränkungen ein, um die schnelle Ausbreitung des Virus zu bremsen. So müssen Bars in Paris und anderen Großstädten bereits um 22 Uhr schließen. Fitnessstudios bleiben die nächsten Wochen zu, und für Versammlungen im öffentlichen und privaten Bereich gibt es Obergrenzen.

“Wenn wir nicht schnell Maßnahmen ergreifen, riskieren wir, in einigen Wochen in bestimmten Regionen in eine kritische Lage zu kommen”, sagte Gesundheitsminister Olivier Veran auf einer Pressekonferenz. Die Regierung denke aber nicht über einen weiteren Landesweiten Lockdown nach, fügte er hinzu.

In Deutschland hat sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Er habe erfahren, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet wurde, schrieb Altmaier auf Twitter. Es gehe ihm “sehr gut”. Am Mittwoch war bereits Bundesaußenminister Heiko Maas vorsorglich in Quarantäne gegangen, nachdem ein Personenschützer eine Positiv-Diagnose erhielt.

Die britische Regierung erwägt, in Impfstoffstudien Menschen absichtlich dem Coronavirus auszusetzen. Dadurch soll die Entwicklung eines wirksamen Serums beschleunigt werden. Es haben sich bereits Freiwillige gemeldet, um an der sogenannten Challenge-Studie teilzunehmen, falls sie durchgeführt werden sollte. Derzeit werde diskutiert, wie solche Studien ablaufen könnten, erklärte ein Regierungsvertreter. Diese Diskussionen seien Teil der Forschungsarbeit, um “die Pandemie schneller zu beenden”.

In Deutschland wurden nach Angaben der Johns Hopkins Universität vom Donnerstagmorgen in den zurückliegenden 24 Stunden 1.613 Neuansteckungen registriert, gegenüber 1.852 am Vortag. Die bisherigen Höchstwerte bei den Neuinfektionen in Deutschland hatten Ende März an manchen Tagen bei knapp 7.000 gelegen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundesrepublik insgesamt 279.025 Personen mit dem Virus angesteckt. Weltweit liegt Deutschland damit auf dem 22. Platz.

Es wurden 18 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gemeldet. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt damit bei 9.423.

Laut Robert Koch Institut am Vorabend lag die Reproduktionszahl, der sogenannte 4-Tage-R-Wert, bei 0,79, nach 0,92 am Vortag. Der 7-Tage-R-Wert. der Schwankungen stärker ausgleicht, wurde mit 0,95 angegeben

Das R-Maß gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt; die Zahl sollte unter 1,0 liegen, um eine exponentielle Ausbreitung zu verhindern, die das Gesundheitssystem überfordern könnte.

(Ergänzt um Kyriakides im 6. Absatz)

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