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Weltweite Aufstellung hilft deutschen Autoherstellern in der Krise

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Stuttgart/Frankfurt/Main (dapd). Die derzeitige Absatzkrise in Westeuropa lässt die deutsche Autoindustrie weitgehend kalt. 45 Prozent der Unternehmen hierzulande bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervor. 90 Prozent erwarten eine Verbesserung in den kommenden Monaten. "Dank ihrer starken Präsenz in den Wachstumsmärkten können viele deutsche Unternehmen die Schwäche in Westeuropa bislang recht gut ausgleichen", sagte Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young.

Europaweit sind die Unternehmen dagegen nicht so zufrieden. Nur ein Drittel bewertet die aktuelle Geschäftslage als gut, 78 Prozent glauben an eine Verbesserung. Drastisch ist die Schere zwischen Herstellern und Zulieferern. Bei den Herstellern sind 56 Prozent mit ihrer aktuellen Situation voll zufrieden, bei den Zulieferern sind es gerade einmal 29 Prozent. Fuß erklärt das damit, dass die Hersteller in der Krise einen rigiden Sparkurs fahren und die Zulieferer damit unter Druck setzen.

Ernst & Young befragte für die Studie 300 Unternehmen der europäischen Automobilindustrie. Mit 75 Unternehmen kamen die meisten davon aus Deutschland.

Der europäische Automarkt steckt in einer tiefen Krise. Der Absatz sank 2012 auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Im vergangenen Jahr kamen laut europäischem Branchenverband Acea in der EU rund zwölf Millionen Pkw neu auf die Straße und damit 8,2 Prozent weniger als 2011. Auch zum Jahresbeginn 2013 setzte sich der Negativtrend fort. 885.159 neue Autos markierten den schwächsten Wert für einen Januar seit Beginn der Statistik im Jahr 1990.

Besonders drastisch ist der Einbruch in den Südländern Spanien, Italien oder Portugal. Doch auch Länder wie Deutschland, Schweden oder die Niederlande wurden mittlerweile von der Krise getroffen. Fuß erwartet keine schnelle Besserung: "Die Konjunkturkrise in Südeuropa ist noch lange nicht ausgestanden - es wird Jahre dauern, bis wir in diesen Märkten wieder deutliches Wachstum sehen werden."

Unternehmen planen dennoch eine Ausweitung der Produktion und Neueinstellungen - auch in Europa. 30 Prozent der deutschen Firmen wollen weltweit Stellen aufbauen, in Europa planen dies immerhin 22 Prozent. Jedes zehnte will dagegen Stellen abbauen. Europaweit müssen dagegen weit mehr Arbeitnehmer um ihre Jobs bangen. Von allen befragten Unternehmen wollen 20 Prozent in Europa Jobs schaffen, doch beinahe ebenso viele planen Stellenstreichungen.

Vorerst kein Beschäftigungsaufbau in Deutschland

In Deutschland erwartet Fuß bestenfalls eine Stagnation. "Derzeit treten die Unternehmen heftig auf die Kostenbremse. Dabei kommt alles auf den Prüfstand", sagte er. Vor allem dürfte vorerst kein weiterer Beschäftigungsaufbau stattfinden. Allerdings zehrt der Automobilstandort von seinen Vorteilen wie hohe Produktivität, hohe Innovationskraft und gute Qualität. In allen diesen Kategorien wählten die Befragten Deutschland auf den ersten Platz. Lediglich bei den Produktionskosten landete der Standort auf Platz elf.

32 Prozent der Unternehmen wollen ihre Produktionskapazitäten in Europa erhöhen, demgegenüber planen 15 Prozent, ihre Kapazitäten nach unten anzupassen. Fuß hält diese Entwicklung für bedenklich. "Sie deutet darauf hin, dass der Verdrängungswettbewerb in Europa noch härter wird", sagte er. Offenbar spekulierten alle Unternehmen darauf, als Gewinner aus der Krise zu gehen. "Das kann aber nicht funktionieren."

Vor allem die Volumenhersteller wie Peugeot (Paris: FR0000121501 - Nachrichten) , Opel oder Fiat (Mailand: F.MI - Nachrichten) haben mit massiven Problemen zu kämpfen, sie sind zu abhängig vom europäischen Markt. Die deutschen Premiumhersteller Mercedes-Benz, BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) und Audi (Other OTC: AUDVF - Nachrichten) dagegen verkaufen vor allem in den Wachstumsmärkten und den USA gut. Auch der Volkswagen (Other OTC: VLKAY - Nachrichten) -Konzern ist längst nicht mehr nur vom Heimatmarkt abhängig.

Die Entwicklung wird sich nach Einschätzung der Unternehmen fortsetzen. In China erwarten sie mit sechs Prozent das größte Absatzwachstum. Auch Indien, Russland und der amerikanische Kontinent werden nach ihren Erwartungen zulegen. In Westeuropa rechnen die Unternehmen jedoch durchschnittlich mit einem weiteren Absatzrückgang um zwei Prozent.

dapd

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