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Welt-Mädchenreport 2020: Junge Frauen insbesondere online oft Zielscheibe

Ben Barthmann
·Sports Editor
·Lesedauer: 2 Min.

Junge Frauen auf der ganzen Welt sind nicht vor Hass, Bedrohung oder sexueller Belästigung geschützt. Insbesondere online werden Mädchen zur Zielscheibe. Oft der einzige Ausweg: Rückzug.

Gerade in der aktuellen Zeit spielt sich ein Großteil unseres Lebens online ab. (Bild: Getty Images)
Gerade in der aktuellen Zeit spielt sich ein Großteil unseres Lebens online ab. (Bild: Getty Images)

Zu diesem Ergebnis kommt der Welt-Mädchenbericht 2020, eine Umfrage des internationalen Kinderhilfswerks Plan International in 22 Ländern. Unter den Ländern ist neben Exoten wie Nigeria, Ecuador oder den Philippinen auch Deutschland.

In Deutschland gaben 70 Prozent der 1.003 befragten Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren an, online schon beleidigt oder diskriminiert worden zu sein.

Belästigung kann derweil in vielen Formen auftreten. Befragte berichteten von Beschimpfungen, Beleidigungen, sexueller Belästigung, persönlicher Demütigung, Bodyshaming, rassistischen, homophoben sowie sexistischen Kommentaren bis hin zur Androhung von Gewalt und Stalking.

Oftmals hilft dann nur der Rückzug aus den Sozialen Medien.

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Instagram in Deutschland besonders riskant

11 Prozent der Betroffenen nutzen die Medien weniger, weitere 9 Prozent setzen keine neuen Posts mehr in das Internet. 5 Prozent der Betroffenen entschieden sich zur Löschung ihrer Accounts. Besonders betroffen: Instagram mit 45 Prozent und Facebook mit 35 Prozent. Bemerkenswert ist, dass “Newcomer” TikTok, der oft aufgrund der vermeintlichen Sexualisierung von jungen Menschen kritisiert wird, mit nur 9 Prozent vertreten ist.

Im Vergleich zu den internationalen Zahlen zeigt sich: In Deutschland wird auf Instagram öfter negativ auf junge Frauen eingewirkt als weltweit. Dort steht Facebook an erster Stelle für Übergriffe. Hierzulande ziehen sich die Mädchen auch etwas weniger oft zurück, wenngleich die Unterschiede minimal ausfallen.

"Die Ergebnisse des Mädchenberichts zeigen, wie machtlos sich viele Mädchen und junge Frauen in sozialen Netzwerken fühlen, und dass es viel zu wenig Mechanismen gibt, um wirksam gegen Angriffe und Schikane vorzugehen", sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland.

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Viele Betroffene verspüren Angst

Das Kinderhilfswerk warnt in Person von Röttger vor den schwerwiegenden Folgen der Online-Belästigung. Auswirkungen auf das Selbstvertrauen könnten das ganze Leben beeinflussen. Gerade in der Corona-Krise würden viele Menschen einen großen Teil ihres Alltags online verbringen und dort keinen sicheren Raum vorfinden.

Das zeigt sich auch in der Befragung. In Deutschland gaben 23 Prozent der Betroffenen an, durch die Übergriffe Angst zu fühlen, die auch körperlich spürbar ist. 32 Prozent empfinden mentalen oder emotionalen Stress. Weltweit gaben 50 Prozent der Mädchen an, online öfter als auf der Straße belästigt zu werden.