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Weizen: Anstehender Ausbruch aus Trading-Range?

Nachdem der Weizenpreis im Zuge ungünstiger Witterungsbedingungen in diversen wichtigen Anbauregionen zwischen Mitte Juni und Mitte Juli dieses Jahres fast senkrecht in die Höhe geschossen war, bewegen sich die Notierungen jetzt bereits seit einiger Zeit seitwärts in einer vergleichsweise engen Trading-Range zwischen 850 und 900 US-Cents. Ein Ausbruch aus dieser Handelsspanne dürfte letztlich nur eine Frage der Zeit sein. Aber erfolgt der Ausbruch nach oben oder nach unten?

US-Lagerbestands-Schätzungen angehoben

Gegen deutlich anziehende Weizen-Notierungen spricht die unlängst durch das US-Landwirtschaftsministerium erfolgte Anhebung der Lagerbestands-Schätzungen. In ihrem vor knapp zwei Wochen veröffentlichten Report schraubte die Behörde ihre Weizen-Ending-Stock-Prognose um 50 Millionen Scheffel in die Höhe. Daraufhin gaben die Preise erwartungsgemäß nach.=

Mäßiger Pflanzenzustand

Doch auch auf diesem reduzierten Niveau fanden sich recht schnell Käufer. Denn es gab in den zurückliegenden Tagen auch Nachrichten, die für steigende Kurse sprechen. Beispielsweise befinden sich die amerikanischen Winterweizen-Pflanzen in keinem optimalen Zustand. Wiesen im vergangenen Jahr noch 50 Prozent der Pflanzen eine gute bis hervorragende Verfassung auf, so betrifft dies 2012 nur noch 36 Prozent des neuangepflanztem Weizens. Daher dürfte in den USA  nicht mit einer allzu üppigen Ernte gerechnet werden, was die Preise wieder ansteigen lassen könnte.

Rückläufiger globaler Weizen-Output

Aber auch auf globaler Ebene gehen Experten von einer geringeren Ernte aus: So rechnet man für 2012/2013 mit 1,6 Millionen Tonnen Weizen weniger als noch ein Jahr zuvor. Für den Ernte-Rückgang verantwortlich ist unter anderem die Dürre in Australien, welche dazu führen sollte, dass 2,0 Millionen Tonnen Weizen weniger eingebracht werden können.

Charttechnik: Eher Aufwärts- als Abwärtspotenzial

Charttechnisch hingegen spricht kurzfristig mehr für steigende als für fallende Notierungen. Einziger Wehrmutstropfen: Der Abwärtstrend seit etwa Anfang Juli ist immer noch knapp intakt und Aufwärtstrends sucht man vergebens. Dafür hält sich der Weizenpreis komfortabel oberhalb seiner 200-Tage-Line und konnte durch einen unlängst erfolgten recht dynamischen Anstieg auch die 38-Tage-Linie zurückerobern. Dies ist unzweifelhaft als ein Zeichen von Stärke zu werten. Darüber hinaus generieren derzeit sowohl der MACD als auch die Stochastik unübersehbare Kaufsignale, ohne auf eine massiv überkaufte Situation hinzudeuten. Gleiches gilt im Übrigen für das Momentum und den RSI. Insgesamt kann somit davon ausgegangen werden, dass der starke Support bei 850 US-Cents, der schon unzählige Male verteidigt wurde, auch künftig hält. Sollte der Resist bei 900 US-Cents nachhaltig nach oben durchbrochen werden, wovon wir in den nächsten Tagen ausgehen, könnte es zügig bis auf wenigstens 950 US-Cents aufwärts gehen.

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