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Weil Unternehmen schnell KI einführen wollen, bleiben Ethik und Verantwortung auf der Strecke

Google-Chef Sundar Pichai spricht bei der Google I/O. Auf der Entwicklerkonferenz drehte sich alles um das Thema Artificial Intelligence (AI) - Künstliche Intelligenz (KI). - Copyright: picture alliance/dpa | Christoph Dernbach
Google-Chef Sundar Pichai spricht bei der Google I/O. Auf der Entwicklerkonferenz drehte sich alles um das Thema Artificial Intelligence (AI) - Künstliche Intelligenz (KI). - Copyright: picture alliance/dpa | Christoph Dernbach

Seit der Einführung von Chat GPT im Jahr 2022 haben sich die Unternehmen darum gerissen, generative KI-Technologie in ihre Arbeit einzubinden. Führungskräfte sagen, dass sie begeistert davon sind, wie KI die Produktivität steigert, Daten analysiert und die Arbeitsbelastung reduziert.

Laut dem Bericht "2024 Work Trends" von Microsoft und Linkedin, für den zwischen Februar und März 31.000 Vollzeitbeschäftigte befragt wurden, sind fast vier von fünf Führungskräften der Meinung, dass ihr Unternehmen diese Technologie einsetzen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der Einsatz von KI am Arbeitsplatz birgt jedoch auch Risiken, darunter Reputationsschäden oder finanzielle und rechtliche Verluste. Die Herausforderung bei der Bekämpfung dieser Risiken besteht darin, dass sie nicht eindeutig sind und viele Unternehmen immer noch zu verstehen versuchen, wie man sie identifizieren und messen kann.

Unternehmen setzen ihren Fokus eher auf KI-Entwicklung als auf KI-Regulierung

Verantwortungsvoll betriebene KI-Programme sollten Strategien für Governance, Datenschutz, Ethik sowie Vertrauen und Sicherheit umfassen, aber Experten, die sich mit Risiken befassen, sagen, dass die Programme nicht mit der Innovation Schritt gehalten haben.

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Die Bemühungen um einen verantwortungsvollen Einsatz von KI am Arbeitsplatz gehen "bei weitem nicht so schnell voran, wie sie sollten", so Tad Roselund, Managing Director und Senior Partner bei der Boston Consulting Group (BCG). Diese erfordern laut BCG oft beträchtliche Investitionen und eine Umsetzungszeit von mindestens zwei Jahren.

Das ist eine große Investition und ein hoher Zeitaufwand. Unternehmensleiter scheinen sich stattdessen eher darauf zu konzentrieren, Ressourcen für die schnelle Entwicklung von KI in einer Weise bereitzustellen, die die Produktivität steigert.

"Der Aufbau guter Risikomanagement-Fähigkeiten erfordert erhebliche Ressourcen und Fachkenntnisse, die sich nicht alle Unternehmen leisten können oder die ihnen heute zur Verfügung stehen", so die Forscherin und Politikanalystin Nanjira Sam gegenüber der "MIT Sloan Management Review". Sie fügte hinzu, dass "die Nachfrage nach KI-Governance- und Risikoexperten das Angebot übersteigt"

Laut Navrina Singh, der Gründerin von Credo AI, einer Governance-Plattform, die Unternehmen bei der Einhaltung von KI-Vorschriften unterstützt, müssen Investoren bei der Finanzierung der Tools und Ressourcen für diese Programme eine wichtigere Rolle spielen. Einem Bericht des Stanford Institute for Human-Centered Artificial Intelligence zufolge belaufen sich die Finanzmittel für generative KI-Startups im Jahr 2023 auf 25,2 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro). Aber es ist unklar, wie viel davon an Unternehmen ging, die sich auf verantwortungsvolle KI konzentrieren.

"Das Risikokapitalumfeld spiegelt auch einen unverhältnismäßigen Fokus auf KI-Innovation gegenüber KI-Governance wider", sagte Singh zu Business Insider. "Um KI in großem Umfang und mit hoher Geschwindigkeit verantwortungsbewusst einzuführen, muss der gleiche Schwerpunkt auf ethische Rahmenbedingungen, Infrastruktur und Werkzeuge gelegt werden, um eine nachhaltige und verantwortungsvolle KI-Integration in allen Sektoren zu gewährleisten."

Der Gesetzgeber hat sich bemüht, diese Lücke zu schließen. Im März verabschiedete die EU das Gesetz über künstliche Intelligenz, das die Risiken von KI-Anwendungen in drei Kategorien einteilt und solche mit inakzeptablen Risiken verbietet. In der Zwischenzeit unterzeichnete die Biden-Administration im Oktober eine weitreichende Durchführungsverordnung, die von großen Technologieunternehmen, die Modelle für künstliche Intelligenz entwickeln, mehr Transparenz verlangt.

Doch angesichts des hohen Innovationstempos im Bereich der künstlichen Intelligenz reichen staatliche Vorschriften im Moment möglicherweise nicht aus, um sicherzustellen, dass sich die Unternehmen schützen.

"Wir riskieren ein erhebliches Verantwortungsdefizit, das KI-Initiativen stoppen könnte, bevor sie in Produktion gehen, oder schlimmer noch, zu Fehlern führen könnte, die unbeabsichtigte gesellschaftliche Risiken, Rufschädigung und regulatorische Komplikationen nach sich ziehen, wenn sie in Produktion gehen", sagte Singh.

Lest den Originalartikel auf Englisch hier.