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Weihnachtslieder: Was verdienen die Musiker an den Evergreens?

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

An Weihnachtslieder kommt zur Weihnachtszeit niemand vorbei – zur Freude der einen und zum Leidwesen der anderen. Für die Musikindustrie sind die Evergreens ein großes Geschäft. Doch was verdienen die Musiker mit den Songs eigentlich?

Mit "All I Want for Christmas" hat Mariah Carey 1994 einen Weihnachtsevergreen eingesungen. (ddp images/Planet Photos)

Alle Jahre wieder – ertönen im Radio auch die mehr oder weniger geliebten Weihnachtslieder. "Last Christmas" von Wham!, Mariah Careys "All I Want For Christmas" und "Do They Know it's Christmas" von Band Aid – die einen lieben sie und kriegen davon in der Vor- und Weihnachtszeit nicht genug. Und die anderen? Die können ihnen eh nicht entrinnen. Den Musikern und Musikstudios dürfte Letzteres schnuppe sein. Sie verdienen sich mit den Weihnachtsevergreens ein goldenes Näschen – und zwar jedes Jahr. Doch wie viel bringen die Weihnachtsklassiker den Musikkonzernen und Musikern eigentlich genau ein? Wir haben uns die Einnahmen einiger der populärsten Hits angeschaut.

"Last Christmas" von Wham!

"Last Christmas, I gave You my heart … " – Wir alle kennen Lied und Lyrics dieses zeitlosen Weihnachtsklassikers von Wham!. Jedes Jahr wird er in den Radios rauf und runter gespielt – womit zugleich reichlich Kohle in die Kassen der Rechteinhaber gespült wird. Medienberichten zufolge kamen bis zum Tod des Song-Komponisten George Michael im Jahr 2016 weltweit über 288 Millionen Dollar zusammen. 15 Prozent der jährlichen Einnahmen, angeblich rund acht Millionen Euro, kassierte der Musiker. Nach seinem Ableben gingen die Verkaufs- und Streaming-Zahlen weiter nach oben. Wer die Tantiemen seither kassiert, darüber scheiden sich die Geister. Laut britischen Medien sind die Patenkinder des Musikers im Testament eingetragen.

"All I Want for Christmas is You" von Mariah Carey

1994, zehn Jahre nach "Last Christmas" erschienen, entwickelte sich auch Mariah Careys "All I Want for Christmas is You" schnell zu einem Radio-Dauerbrenner und Dauer-Verkaufsschlager. Auch im Streaming-Zeitalter hält die Popularität des Songs an. Laut dem Magazin Nielsen wurde er letztes Jahr zur Weihnachtszeit auf den entsprechenden Portalen rund 229 Millionen Mal gestreamt. Auf Spotify wurde er an einem einzigen Tag, dem 24. Dezember mehr als 10,8 Millionen Mal gehört. Hinzu kommen nicht enden wollenden Einnahmen aus anderen Quellen wie Plattenverkäufe und Tantiemen durch das Abspielen des Songs im Radio. Laut einer Schätzung der Zeitung Daily Mail im Jahr 2015, verdient Mariah Carey mit "All I Want for Christmas is You" jährlich umgerechnet über 450.000 Euro.

"Merry Christmas Everybody" von Slade

Zugegeben, beim Stichwort Weihnachtslied denkt nicht jeder sofort an Slades "Merry Christmas Everybody". Ein echter Ohrwurm ist dieser Klassiker dennoch. Er geht jährlich weg wie geschnitten Brot, weshalb er seine Interpreten stinkreich gemacht hat. Insidern zufolge spült der Song jährlich mehr als 610.000 Euro in die Kassen. Ein Teil davon kassiert das einstige Slade-Mitglied Jim Lea. Der Gitarren-, Bass- und Piano-Spieler der Band komponierte den Weihnachtshit.

"Merry Christmas Everyone" – Shakin' Stevens

Der Namen Shakin' Stevens dürfte heute den wenigsten ein Begriff sein. Den größten Hit des heute 71 Jahre alten walisischen Musikers kennt aber jeder. Dass "Merry Christmas Everyone" an Weihnachten zum Pflichtprogramm gehört, ist klar. Die Tantiemen an dem Song von geschätzten 155.000 Euro kassiert aber nicht Stevens, sondern dessen Autor Bob Heatlie.

"Do They Know it's Christmas" von Band Aid

Mit "Do They Know it's Christmas" wollten die Musiker Bob Geldof und Midge Ure 1984 nicht nur das Ohr kitzeln. Mit dem vom Musikprojekt Band Aid interpretierten Lied sollte auch die Welt verändert werden. Mit dem Geld aus den Einnahmen sollte seinerzeit die Hungersnot in Äthiopien bekämpft werden. Dabei kam eine stattliche Summe zusammen. Allein bis Weihnachten 1984 gingen rund sechs Millionen Tonträger über den Ladentisch, womit etwa acht Millionen US-Dollar eingenommen wurden. Insgesamt soll das Lied damals einen Erlös von rund 12 Millionen Dollar erzielt haben.