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ZDF: Weidel-Interview bringt "Moma" in die Kritik

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel war im ZDF eingeladen, um über die Impfungen zu sprechen. (Bild: REUTERS/Axel Schmidt)
Die AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel war im ZDF eingeladen, um über die Impfungen zu sprechen. (Bild: REUTERS/Axel Schmidt)

AfD-Politikerin Alice Weidel sollte im ZDF zum Thema Impfungen interviewt werden. Doch das Gespräch eskalierte und sorgt nun für reichlich Kritik am Sender.

Es war eine gleich doppelt explosive Mischung, die beim "ZDF Morgenmagazin" zusammenkam. Zum Einen hatte die Sendung die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel zum Interview eingeladen, die für provokative Aussagen bekannt ist. Zum Anderen ging es um das ohnehin sensible und oft heftig umstrittene Thema Impfungen.

Auf die Frage des Moderators Mitri Sirin, ob sie sich impfen lassen würde, antwortete Weidel nur ausweichend. Sie gehöre ja nicht zur Risikogruppe. Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der Impfung nannte sie nachvollziehbar, kritisierte aber gleichzeitig das “Impfchaos der Bundesregierung”. Für dieses Interview des “Momas” gibt es nun heftige Kritik in den sozialen Medien. Vor allem das fehlende kritische Nachhaken des Moderators fanden viele User unmöglich.

Wie schon so oft tauchte auch die Frage auf, ob Medien AfD-Politikern überhaupt so viel Raum in ihren Sendungen einräumen sollten. Das “Moma” verteidigte die Entscheidung, Weidel einzuladen per Tweet. Doch viele wollten dies nicht gelten lassen.

Vor allem, dass ihre Warnungen vor einer Impfpflicht nahezu unwidersprochen blieben, störte viele Zuschauer.

Zwar räumte Weidel ein, dass auch die Bundesregierung bisher nie von einer Impfpflicht gesprochen habe. Dem könne man aber nicht trauen, behauptete die AfD-Politikerin und hatte auch einen unpassenden historischen Vergleich parat: “Damals hat man auch gesagt, man will keine Mauer bauen.” Das wollten viele User nicht so stehen lassen, unter ihnen auch ZDF-Moderatorin Dunja Hayali.

Irgendwann unterbrach Sirin seine Interviewpartnerin doch noch und versuchte, argumentativ dagegen zu halten. Ihr Konzept, nur die Risikogruppen zu schützen, sei in Schweden umgesetzt worden, bis man dort gemerkt habe, dass es nicht funktioniert. So richtig schien er damit aber nicht zu ihr durchzudringen.

Weidel behauptete weiter, Menschen in Deutschland würden “weggesperrt”. Sie könnten “noch nicht mal vor die eigene Tür gehen, obwohl sie Steuern zahlen.” Dies korrigierte Sirin zwar direkt, doch Weidel ließ ihn kaum noch zu Wort kommen, bevor er das Gespräch dann nach knapp acht Minuten beendete.

Video: Warum die Maske auch nach der Impfung aufbleiben sollte