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Wegen Putin: Kähne fahren Brennstoff 800 Kilometer bis Berlin

(Bloomberg) -- Im Zuge der Abkehr von russischen Energielieferungen kommen Brennstoffe für Ostdeutschland derzeit per Binnenschiff aus Rotterdam.

Für die Herstellung von Benzin verwendete Brennstoffe werden von der niederländischen Handelsdrehscheibe rheinaufwärts und dann in das weit verzweigte Kanalnetz bis Berlin transportiert. Solche Fahrten über rund 800 Kilometer dauern etwa eine Woche und waren früher wegen der damit verbundenen Kosten die Ausnahme.

Solche Lieferungen sind das jüngste Beispiel dafür, wie die Folgen des russischen Einmarschs in der Ukraine die Energieverteilung in Deutschland beeinträchtigen - und das in einer Zeit, in der der Rhein zunehmend wasserärmer und schwieriger schiffbar wird. 2020 wurden täglich rund 550.000 Barrel Mineralölprodukte auf dem Strom transportiert.

“Ware wird nun von Rotterdam aus weiter ins Landesinnere transportiert als normal”, sagte Lars van Wageningen, Betriebsleiter von Insights Global, einem Beratungsunternehmen aus den Niederlanden.

Nach Angaben von Händlern wurde in den letzten Wochen auch Diesel von Rotterdam per Binnenschiff zu Lagern in Ostdeutschland transportiert. Zuvor kamen solche Lieferungen teilweise auf dem Seeweg aus Russland über Hamburg, doch diese wurden inzwischen eingestellt.

Der Rhein verbindet direkt oder über Verbindungskanäle und andere Wasserstraßen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen - das als ARA bekannte Herz des europäischen Ölhandels - mit weiten Teilen Deutschlands und darüber hinaus. Binnenschiffe schaffen es bis nach Berlin, Österreich, in die Schweiz und zum Schwarzen Meer.

Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärte, die deutschen Behörden prüften die Möglichkeit, den Transport von Treibstoff per Binnenschiff von den Seehäfen zu Lagerstätten im Osten des Landes zu erhöhen.

Das passiere für den Fall, dass Kraftstofflieferungen aus den Ölraffinerien in Schwedt und Leuna, welche die Region versorgen und nicht ohne weiteres auf russisches Rohöl verzichten können, reduziert werden. Das berichtete eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Auch Österreich transportiert mehr Treibstoff per Binnenschiff. In den letzten Wochen kam es zu einer Reihe von Störungen in Raffinerien, was zu einem Anstieg der Treibstofftransporte über den Rhein und die Donau führte.

In Wien herrscht Kraftstoffmangel nach einem längeren Ausfall der einzigen österreichischen Erdölraffinerie, der von der OMV AG betriebenen Anlage in Schwechat.

In Bayern haben zwei von drei Raffinerien in diesem Monat nicht wie gewohnt Kraftstoff produziert, während es in Ungarn im Juni nach einem Brand ebenfalls zu einem ungeplanten Stillstand kam.

“Wir haben eine Reihe von Anfragen für Lieferungen von Diesel und Benzin über den Rhein nach Wien erhalten”, sagte Joachim Hessler, Geschäftsführer der Maintank Schiffahrtsgesellschaft mbH, die den Rhein befährt.

Rheintransporte könnten schwieriger werden. Nach Angaben des Bundes hat der Fluss an der Schlüsselstelle in Kaub derzeit die niedrigsten Wasserstände seit mindestens 2007. Das bedeutet, dass die ohnehin nur teilweise gefüllten Kähne noch weniger transportieren können, wenn der Pegel in den kommenden Sommermonaten weiter fällt.

Überschrift des Artikels im Original:

Fuel Barges Sail 500 Miles to Berlin in Pivot From Russia

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©2022 Bloomberg L.P.

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