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Der Weg zur Mehrheit bei T-Mobile US

·Lesedauer: 3 Min.
Mobilfunktochter der Deutschen Telekom:  T-Mobile.
Mobilfunktochter der Deutschen Telekom: T-Mobile.

Das Amerikageschäft ist der Wachstumsmotor für die Deutsche Telekom. In der Bilanz ist das Unternehmen T-Mobile US zwar längst drin, aber die Mehrheit haben die Bonner nicht. Das könnte sich ändern.

Bonn (dpa) - Die Deutsche Telekom rückt ihrem Ziel näher, bei ihrer lukrativen Mobilfunktochter T-Mobile US die Aktienmehrheit zu übernehmen.

Telekom-Chef Tim Höttges verkündete am Dienstag in Bonn eine insgesamt sechs Milliarden Euro schwere Transaktion, wodurch der Anteil an der US-Tochter um rund 5,3 Prozentpunkte auf 48,4 Prozent steigt. Ein Teil der Kosten finanziert der Konzern mit dem Verkauf seines Geschäfts in den Niederlanden.

«Das ist ein guter Tag für uns», sagte der Telekom-Vorstandsvorsitzende und untermauerte die Absicht, weitere Schritte zu gehen und mehr als 50 Prozent der Aktien zu besitzen. Schon jetzt hat die Telekom das Sagen bei der US-Tochter, weil sie mit deutlichem Abstand der größte Aktionär ist. Mit der Anteilserhöhung will sie die Kontrolle auch langfristig absichern.

Kern des mehrschichtigen Deals ist eine Kapitalerhöhung bei der Telekom und ein Aktientausch mit dem japanischen Technologieinvestor Softbank, der bei T-Mobile US Anteilseigner ist und auch bei Firmen wie Uber oder Alibaba engagiert ist. Softbank reduziert seinen Anteil bei T-Mobile US, bekommt dafür aber ein Telekom-Aktienpaket - künftig hält Softbank 4,5 Prozent des Stammkapitals des Bonner Konzerns und ist damit hinter dem deutschen Staat zweitgrößter Aktionär. Der Bund und die Förderbank KfW hatten zuletzt einen Anteil von 31,9 Prozent an der Telekom, durch die Kapitalerhöhung sinkt dieser Wert etwas.

«Diese Kooperation verspricht Wertsteigerungspotenziale für beide Unternehmen, für Softbank und für die Deutsche Telekom», sagte Höttges. Die Firmen arbeiteten bereits vorher zusammen: Im vergangenen Sommer vereinbarten sie, dass die Bonner sich T-Mobile-US-Aktien von Softbank über Call-Optionen sichern könnten. Diese Möglichkeit nimmt die Telekom nun wahr und schöpft dabei einen Großteil des vereinbarten Aufstockungsvolumens aus.

Mit den verbliebenen, noch bis 2024 gültigen Optionen könnte der Konzern seinen US-Anteil um etwa drei Prozentpunkte weiter anheben. Allerdings könnte der Telekom-Anteil dann wieder unter 50 Prozent sinken, wenn T-Mobile US zusätzliche Aktien an Softbank ausgibt - das sieht eine schon vor längerer Zeit abgeschlossene Vereinbarung vor, die ab einem gewissen Börsenkurs greift. Dann müsste noch ein weiterer Schritt unternommen werden, um «50 + x» zu sichern.

Der US-Markt spielt für den Bonner Konzern künftig also eine noch größere Rolle, die Niederlande verschwinden hingegen von der magentafarbenen Landkarte: Für 5,1 Milliarden Euro wurde die T-Mobile Netherlands Holding an Finanzinvestoren verkauft. Die Tochter bietet sowohl Mobilfunk- als auch Festnetzverträge an. Ein Viertel des Kaufpreises gehen an den bisherigen Minderheitsaktionär Tele 2, also bleiben rund 3,8 Milliarden Euro für die Kassen der Deutschen Telekom. Hiervon wiederum sollen bis zu 2,4 Milliarden Dollar in die Ausübung der Softbank-Kaufoptionen fließen.

Für die Vorstellung des Deals kam auch Softbank-Chef Marcelo Claure nach Bonn. Er zeigte sich überzeugt von den positiven langfristigen Perspektiven der Deutschen Telekom. Der derzeitige Aktienkurs sei viel zu niedrig, künftig werde es aufwärts gehen, so Claure. Mindestens bis Dezember 2024 muss Softbank seinen Telekom-Anteil halten. Für Claure dürfte es nicht die letzte Reise ins Rheinland gewesen sein - er soll in den Aufsichtsrat der Telekom einziehen.

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