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WDH/'Schmutzige Tricks': Ton im Rennen um Johnson-Nachfolge wird schärfer

(Im 4. Absatz fehlende Kandidatin ergänzt)

LONDON (dpa-AFX) - Der Ton im Rennen um die Nachfolge des scheidenden britischen Premiers Boris Johnson hat am Mittwoch kurz vor Beginn der ersten Abstimmungsrunde in der Tory-Fraktion an Schärfe zugenommen. Kulturministerin Nadine Dorries bezichtigte das Team um Ex-Finanzminister Rishi Sunak "schmutziger Tricks", um sich einen Vorteil zu verschaffen. Sunak-Unterstützer, so der Vorwurf, hätten Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt Stimmen geliehen, um einen leicht zu schlagenden Kandidaten in die Endrunde zu bringen.

Brexit-Staatssekretär Jacob Rees-Mogg griff Sunak ebenfalls an. Der Ex-Finanzminister habe "wirtschaftlich schädliche" Steuererhöhungen durchgesetzt, sagte Rees-Mogg dem Sender Sky News. Sunaks Steuerpolitik hatte er zuvor sogar mit Sozialismus - einem Schimpfwort unter britischen Konservativen - verglichen. Sowohl Dorries als auch Rees-Mogg gelten als treue Johnson-Unterstützer. Beide sprachen sich für Truss als dessen Nachfolgerin aus.

Sunak wird vorgeworfen, Johnson in seiner Zeit als Finanzminister in den Rücken gefallen zu sein. Medien spekulierten, Johnson-Getreue arbeiteten daher daran, den bisherigen Favoriten Sunak zu Fall zu bringen.

Ebenfalls noch im Rennen sind Handels-Staatsekretärin Penny Mordaunt, Chefjustiziarin Suella Braverman, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Tom Tugendhat, Ex-Gesundheitsminister Jeremy Hunt und die Abgeordnete Kemi Badenoch.

Das Auswahlverfahren geht am Mittwoch in die zweite Runde. Von 14.30 bis 16.30 Uhr (MESZ) sind die Tory-Abgeordneten zur Stimmabgabe aufgerufen. Um 18 Uhr (MESZ) wird mit einem Ergebnis gerechnet. Nur wer 30 Stimmen oder mehr erhält, bleibt im Rennen. Die Abstimmungen in der Fraktion werden so lange fortgesetzt, bis nur noch zwei Kandidaten übrig sind. Diese sollen sich dann einer Stichwahl der Parteimitglieder über den Sommer stellen. Ein Johnson-Nachfolger soll am 5. September gekürt werden.

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