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WDH/Merkel: Biden bringt neuen Elan in Lösung weltweiter Probleme

·Lesedauer: 3 Min.

(Rechtschreibfehler in Überschrift bereinigt)

CARBIS BAY (dpa-AFX) - Kanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident Joe Biden bescheinigt, neuen Schwung in die unter dessen Vorgänger Donald Trump vernachlässigte internationale Krisenbewältigung zu bringen. "Durch die Wahl von Joe Biden zum amerikanischen Präsidenten ist ja die Welt nicht so, dass sie keine Probleme mehr hätte. Aber wir können mit neuem Elan an der Lösung dieser Probleme arbeiten", sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Biden hat Merkel für den 15. Juli zu einem Besuch im Weißen Haus in Washington eingeladen. Die Kanzlerin wird erstmals nach mehr als drei Jahren wieder im Weißen Haus in Washington erwartet.

Merkel zog ein positives Fazit der gemeinsamen Gespräche in der G7-Gruppe der großen demokratischen westlichen Demokratien. Die Atmosphäre bei den Beratungen sei sehr kooperativ und von gegenseitigem Interesse geprägt gewesen. Auch diese Äußerung konnte als unausgesprochene Abgrenzung zu der Zeit der Diskussionen mit Trump verstanden werden. "Es sind sehr gute, konstruktive und auch sehr lebendige Diskussionen im Sinne, dass man aufeinander eingeht", sagte sie in einer Online-Pressekonferenz. "Das ist ja hier das Besondere an diesem G7-Format, dass einfach eine ganz offene und nicht so formelle Gesprächsatmosphäre herrscht."

Merkel hatte Biden am Samstag am Rande des Gipfels zum persönlichen Gedankenaustausch getroffen. Es war wegen der Corona-Pandemie das erste physische Treffen der beiden im engsten Kreis. Zuvor waren Beratungen wegen der Corona-Pandemie nur per Video- oder Telefonkonferenz möglich. Mit Bidens Vorgänger Trump hatte es wegen dessen "Amerika-zuerst"-Politik oft schwierige Verhandlungen im Kreis der G7 gegeben. Auch das persönliche Verhältnis zwischen Merkel und Trump war wegen dessen Politik stark belastet.

Biden sprach in einem Tweet von einem "großartigen Treffen" mit Merkel. "Die Verbindungen zwischen unseren beiden Nationen sind stärker als je zuvor - und ich freue mich darauf, sie nächsten Monat im Weißen Haus zu begrüßen, um unsere Arbeit fortzusetzen", schrieb der US-Präsident.

Merkel sagte am Samstag nach dem Gespräch mit Biden, sie habe mit ihm vor allem über dessen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin an diesem Mittwoch in Genf gesprochen. Zudem hätten sie über den Nato-Gipfel am Montag sowie die Lage in Afghanistan nach dem Rückzug der US-Truppen gesprochen. Auch die Gas-Pipeline Nord Stream 2 war demnach Thema. Hier sei man "auf einem guten Weg". Sie sei sich mit Biden einig, dass es "existenziell und unabdingbar" sei, die Ukraine weiter am Gastransit von Russland nach Europa zu beteiligen.

Die Regierung Bidens hatte vor drei Wochen ihren jahrelangen Widerstand gegen die umstrittene Pipeline zwischen Russland und Deutschland teilweise aufgegeben und auf Sanktionen gegen die Betreibergesellschaft verzichtet - auch aus Rücksicht auf die Beziehungen zu Deutschland.

Auf von Regierungssprecher Steffen Seibert getwitterten Fotos war zu sehen, wie sich die Kanzlerin und der Präsident bei ihrem Treffen auf einer Terrasse gegenüber sitzen. Mit am Tisch waren auch Merkels außenpolitischer Berater Jan Hecker und Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan.

Merkel und Biden streben nach dem Tiefpunkt in den deutsch-amerikanischen Beziehungen in der Zeit von Trump einen Neustart an. Biden lässt anders als Trump keinen Zweifel daran, wie wichtig ihm das Verhältnis zu Deutschland ist. Der Besuch in Washington dürfte auch eine der letzten Reisen Merkels als Kanzlerin sein. Nach der Bundestagswahl am 26. September wird sie als Regierungschefin abtreten.

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