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WDH: Indiens Premier bittet Bauern um Ende der Proteste

·Lesedauer: 1 Min.

(Im 3. Absatz wurde korrigiert: "Modi".)

NEU DELHI (dpa-AFX) - Indiens Premier Narendra Modi hat Bauern aufgefordert, ihren monatelangen Protest zu beenden. Zugleich lud er am Montag erneut Bauernvertreter zu Gesprächen über die umstrittenen Gesetze zur Liberalisierung des Agrarmarktes ein.

In Indien wurde Getreide bisher in staatlich organisierten Großmärkten zu garantierten Mindestpreisen gehandelt. Nach der Reform sollen die Bauern ihre Ware auch direkt an Privatfirmen verkaufen können. Die Regierung argumentiert, dass die Erzeuger auf dem freien Markt höhere Gewinne erzielen können und die Reform die Landwirtschaft modernisiert. Die Bauern hingegen befürchten einen Preisverfall, weil sie in Verhandlungen mit den Agrarkonzernen in einer schlechten Position wären.

Die Modi-Regierung soll den Kurznachrichtendienst Twitter aufgefordert haben, mehr als tausend Twitter-Konten zu entfernen, weil sie aus ihrer Sicht Missinformationen und provozierende Inhalte zu den Protesten verbreiteten, wie der Fernsehsender NDTV unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. Twitter kam der Anfrage zunächst nicht nach.

Seit November kampieren Zehntausende Bauern rund um die Hauptstadt Delhi und fordern meist friedlich, die kontroverse Agrarreform zu kippen. Kürzlich kam es dann aber zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Bauern und Polizisten, bei denen mindestens ein Demonstrant starb und dutzende Polizisten verletzt wurden. Daraufhin hatten Sicherheitskräfte Barrikaden um die Lager errichtet. Außerdem sagten Bauern, dass ihnen zum Teil die Wasser-, Strom- und Internetversorgung gekappt worden sei. Der Shutdown des Internets diente Regierungsangaben zufolge der öffentlichen Sicherheit.

Die Landwirtschaft trägt rund 15 Prozent zur indischen Wirtschaftsleistung bei und ist Lebensgrundlage für rund 60 Prozent der mehr als 1,3 Milliarden Einwohner des Landes. Viele Bauern in Indien haben Geldsorgen.